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Alkohol am Steuer wird europaweit extrem unterschiedlich bestraft.

Österreich ist ein Paradies für Verkehrssünder

27.10.2021

Eine Studie vergleicht die Bußgelder für verschiedene Vergehen im Straßenverkehr in ganz Europa. Das Ergebnis offenbart extreme Differenzen von 19 Euro bis 24.414 Euro. Österreich ist insgesamt sehr tolerant und milde bei den Strafen! 

Die Liste der Bußgelder zeigt, dass Österreich sehr milde mit Verkehrssündern umgeht.

Eine aktuelle Studie zeigt, dass Raser in Österreich sowie - trotz neuem Bußgeldkatalog - auch in Deutschland immer noch vergleichsweise günstig davon kommen. Im Gegensatz zu Norwegen - dort kann zu schnelles Fahren nämlich bis zu rund 1.000 Euro kosten! Am günstigsten kommen Raser hingegen mit nur 19 Euro Bußgeld in Tschechien davon. 

Das ist das Ergebnis einer Studie von Verizon Connect, einem Experten für Fuhrparkmanagement. Dieser hat untersucht, in welchen europäischen Ländern die höchsten Geldstrafen bei Überschreitung des Tempolimits drohen. Für die Studie wurde untersucht, wie hoch die Geldstrafen laut Bußgeldkatalog ausfallen, wenn ein Autofahrer mit 21 km/h über der zugelassenen Geschwindigkeit kontrolliert wird. Dafür wurden die Bußgeldkataloge aus 23 EU-Staaten sowie Norwegen, Schweiz und dem Vereinigte Königreich herangezogen.

Mit exakt 944 Euro innerorts haben die Norweger die höchsten Geldstrafen in Europa. In Tschechien fallen beim gleichen Vergehen innerorts nur 38 Euro an. Auf der Landstraße sind es in unserem nördlichen Nachbarland gar nur 19 Euro, die man bei obigem Vergehen zahlen muss, in Norwegen immer noch unglaubliche 711 Euro. Österreich zählt in diesem Ranking mit jeweils 50 Euro Strafe bei 21 km/h Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts, auf Landstraßen wie auch Autobahnen zu den günstigsten Ländern Europas.

„Wir von Verizon Connect wissen, wie unterschiedlich die Straßen Europas und ihre Verkehrsregeln sein können. Wir wollen Fahrer darauf aufmerksam machen, dass besondere Vorsicht geboten ist, wenn man im Ausland selbst am Verkehr teilnimmt“, so Kirsten Welther, Marketing-Managerin bei Verizon Connect. Günstige Verwarngelder bei Verkehrsverstößen sollten allerdings keinesfalls als Einladung für Verkehrssünden angesehen werden.

Österreich auf Rang zwei

Darüber hinaus wurden auch noch die Bußgelder für folgende Verkehrsverstöße recherchiert:  “Nicht angeschnallt”, “Parkvergehen”, “Handy am Steuer”, “Stoppschild missachtet”, “Rote Ampel missachtet”. Zählt man die Bußgelder für jeden dieser Verstöße pro Land zusammen, so erhält man folgende Reihenfolge, wenn es um die günstigsten Länder bei Verkehrsverstößen geht: Lettland vor Österreich, vor Österreich, Polen und Deutschland. Auch insgesamt rangiert Österreich an Nummer in der Analyse auf Rang zwei. 

Die größten Unterschiede gibt es, wenn es um Alkohol am Steuer geht. Während ein paar europäische Länder sogar eine Null-Toleranz festgelegt haben, gehört Österreich mit 0,5 Promille zwar zum Durchschnitt, aber hat damit auch die zweithöchste Promillegrenze. Nur das Vereinigte Königreich mit 0,8 erlaubten Promille liegt höher. Dafür müssen die Briten aber auch ganz schön in den Geldbeutel langen, sollten sie mit mehr als 0,8 Promille am Steuer erwischt werden. Bis zu 6.440 Euro können hier fällig werden.

Die skandinavischen Länder Dänemark, Finnland und Schweden verlangen noch mehr - bis zu 24.414 Euro (diese sind in Dänemark fällig, wenn man mit mehr als 0,5 Promille erwischt wird). Da wirkt die Geldstrafe von 100 Euro, die alkoholisieren Fahrern in der Tschechei droht, geradezu wie ein Schnäppchen. Insgesamt sind übrigens Norwegen und Dänemark am strengsten, wenn es um Verkehrsstrafen geht (siehe Grafik). 

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