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Österreichs Automarkt trotzt Corona-Krise

04.02.2021

Obwohl die Zulassungszahlen im vergangenen Jahr krisenbedingt einen spürbaren Einbruch verzeichnen, wirkt sich die Pandemie auf den nächsten Autokauf der Österreicher vergleichsweise moderat aus, zeigt eine aktuelle Deloitte Studie.

Matthias Kunsch, Partner bei Deloitte Österreich

Im Rahmen der Global Automotive Consumer Study analysiert das Beratungsunternehmen Deloitte jährlich die Konsumentenmeinungen zu Entwicklungen in der Automobilbranche. Die aktuelle Ausgabe beinhaltet die Einschätzungen von über 24.000 Personen aus 23 Ländern, darunter auch 1.046 Befragte aus Österreich. Das durchaus erfreuliche Ergebnis: Die Mehrheit der Konsumenten rückt nicht von ihren ursprünglichen Autokaufplänen ab. Die Corona-Pandemie wirkt sich im Automobilbereich relativ gering auf das Kaufverhalten der Österreicher aus. Lediglich 21 % der Studienteilnehmer haben wegen der Krise ihre Kaufpläne verschoben, nur 5 % entscheiden sich für ein anderes Fahrzeugmodell. Damit ist die Kaufkraft in Österreich im internationalen Vergleich recht stabil. In den USA etwa peilen 34 % einen späteren Zeitpunkt für den Autokauf an, 16 % wählen krisenbedingt ein anderes Modell.

Verbrenner beim Händler

Diesel- und Benzin-Fahrzeuge gelten für rund 58 % der österreichischen Studienteilnehmer noch immer als bewährte und vor allem leistbare Option. „In unsicheren Zeiten greifen viele auf Altbewährtes zurück. Dieser Trend lässt sich weltweit beobachten“, erklärt Matthias Kunsch, Partner bei Deloitte Österreich. „Die Mehrheit der Österreicher bevorzugt beim nächsten Autokauf ein Diesel- oder Benzin-Fahrzeug. Das Interesse an Elektro- und Hybridautos lässt mit rund 35 % zwar nicht nach, wächst wegen der Krise aber auch nicht.“ Beim Autokauf selbst mögen es die meisten heimischen Befragten traditionell: Trotz Social-Distancing-Maßnahmen kommt ein virtueller Fahrzeugkauf nur für die wenigsten in Frage. 87 % wollen ihr nächstes Fahrzeug nach wie vor physisch beim Autohändler ihres Vertrauens erwerben.

E-Autos noch zu teuer

Interessenten für Elektroautos lassen sich zwar von den geringeren Treibstoffkosten, den positiven Auswirkungen auf das Klima sowie von staatlichen Förderungen locken. Abschreckend wirkt jedoch  das mangelnde Angebot an leistbaren Modellen. So sind aktuell rund 41 % der Österreicher bereit, bis zu 30.000,- Euro für ein Elektrofahrzeug auszugeben, doch die Auswahl n diesem Preissegment ist immer noch mager. Neben den hohen Anschaffungskosten äußern die Befragten auch Bedenken hinsichtlich Reichweite und Sicherheit sowie den Wunsch nach einer besseren öffentlichen Ladeinfrastruktur.

Skepsis gegenüber Automatisierung

Laut den Ergebnissen der Deloitte-Studie zeigen sich die Österreicher gegenüber Technologien wie autonomem Fahren oder vernetzten Fahrzeugen überwiegend skeptisch. 48 % der heimischen Befragten sind der Ansicht, dass selbstfahrende Autos nicht sicher sind. Das sind 6 % mehr als im Vorjahr. Nur knapp ein Viertel der Studienteilnehmer glaubt außerdem an die Vorteile von im Internet vernetzten Autos, 64 % haben sogar ernste Sicherheitsbedenken. Asiatische Konsumenten scheinen hier laut Studie um einiges offener zu sein: In China sind zum Beispiel 83 % von den Vorteilen dieser Technologie überzeugt. „Da für die meisten Österreicher der Nutzen von autonomem Fahren und vernetzten Autos nach wie vor nicht greifbar ist, müssen die Anbieter intensive Aufklärungsarbeit leisten, um die bestehenden Berührungsängste zu überwinden“, so Matthias Kunsch abschließend.

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