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„Oft fehlt das Verständnis“

18.11.2020

Erik Paul Papinski bedauert, dass nicht mehr Fachbetriebe das IFL-Projekt unterstützen und erklärt, wieso es so wichtig wäre, Fehler bei den Arbeitszeiten in den gängigen EDV-gestützten Kalkulationssystemen zu korrigieren. 

Erik Papinski appelliert an die Mitarbeit der Betriebe.

„Ich glaub, der Österreicher denkt häufig, er kann eh alles und braucht niemanden.“ Mit diesen Worten versucht Erik Paul Papinski eine Erklärung dafür zu finden, wieso nicht viel mehr Fachbetriebe das IFL-Projekt unterstützen. Die IG für Fahrzeugtechnik und Lackierung (IFL) wurde 2007 als Interessenvertretung für die Karosserie- und Lackierbranche gegründet. Ziel ist es, Fehler und Mängel in den Arbeitszeiten in den gängigen EDV-gestützten Kalkulationssystemen (Eurotax, Schwacke, DAT, Audatex) zu ermitteln und im Dialog mit den Schadenskalkulationsanbietern und Automobilherstellern abzustellen.

Papinski, der sich als Bundesinnungsmeister der Karosseriebauer gerade eben zurückgezogen hat und das Zepter an Manfred Kubik übergeben hat, konnte als ehemaliger Präsident des AIRC (Weltverband der Karosserie- und Fahrzeugbauer) auch Einblicke in die Gegebenheiten in anderen Ländern erlangen. Und er räumt ein, dass die Rückmeldungen dort, etwa in Deutschland oder der Schweiz, auch nicht häufiger sind. Dabei wäre es wichtig, dass Betriebe ihre Erfahrungen teilen.

Fiktive Zahlen

„Es fehlt häufig das Verständnis. Es ist nicht so, dass die Hersteller, wie manche glauben, die Autos zerlegen und wieder zusammenbauen. Sie ­arbeiten mit fiktiven Zahlen, rechnen einfach Arbeitszeiten von Vorgänger­modellen auf neue Modelle hoch“, erklärt Papinski. „Das erledigt alles der Computer. Aber künstliche Intelligenz ist nur so gut wie die Menschen, die sie füttert.“ In der Praxis steckt der Teufel im Detail. So könne es vorkommen, dass für einen Arbeitsvorgang 1,5 Stunden veranschlagt werden, der in Wahrheit mehr als zehn Stunden dauert. „Es reicht nicht, das im Freundeskreis zu teilen, man muss es melden und dokumentieren“, sagt Papinski und betont, dass der Arbeitsaufwand dafür in Zeiten der Digitalisierung nur ein paar Minuten beträgt.

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