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Die Neuzulassungen dokumentieren geradezu epischen Verkaufsrückgänge.

Pkw-Neuzulassungen: Der Tragödie zweiter Teil

22.02.2021

Wer im Vorjahr gedacht hatte, dass 2020 zwar zum Vergessen war, 2021 aber alles besser wird, der wird derzeit gerade eines Besseren belehrt: Der europäische Automarkt hat zum Jahresauftakt herbe Einbrüche verzeichnet. 

Es war ein kurzer Moment der Hoffnung als sich Verkaufszahlen gegen Jahresende 2020 wieder etwas normalisiert hatten und manch ein Experte für 2021 eine Erholung des europäischen Neuwagenmarktes in Aussicht gestellt hatte. Jetzt heißt es allerdings erst wieder "Zurück zum Start" bzw. in dem Fall zum Fehlstart: Der Jänner war eine einzige Katastrophe! Die Neuzulassungen gingen EU-weit um 24 Prozent zurück und zwar von rund 956.447 Stück auf 726.491 Fahrzeuge. Damit war der Jänner 2021 der schlechteste Auftaktmonat eines Jahres aller Zeiten. 

Der Grund dafür ist klar: Die diversen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in den verschiedenen Ländern mit zahlreichen Lockdowns hat das Geschäft massiv belastet. Hinzu kam aber noch etwas: Viele Märkte hatten schlicht und einfach weniger Geschäftstage, weil die Feiertag heuer anders gefallen sind. Unweigerlich fällt einem das legendäre Zitat des ehemaligen deutschen Fußballspielers Jürgen Wegmann ein, der einst in einer Spielanalyse gesagt hatte: „Zuerst hatten wir kein Glück gehabt, und dann kam auch noch Pech dazu“. 

Spanien meldet Minus von 51,5 Prozent 

Fast alle 27 EU-Märkte verzeichneten im Jahresvergleich Einbrüche im zweistelligen Prozentbereich, in Deutschland lagen diese sogar bei 31,1 Prozent, in Spanien gar bei schier unfassbaren 51,5 Prozent! Frankreich hielt sich von den großen Märkten noch am besten, kam mit minus 5,8 Prozent bei den Neuzulassungen im Jänner noch relativ glimpflich davon. Eine Insel der Seligen war indes Schweden, das nicht nur als einziges Land Wachstum vereichnete, sondern sogar satte Zuwächse von 22,5 Prozent. In Österreich, das ja einen harten Lockdown hatte, gab es ein Minus von 38,4 Prozent. Die genauen Zahlen für sämtlich EU-Staaten findet man im Übrigen auf der Website des Branchenverbandes ACEA zum Download. 

Insgesamt lässt sich die Jänner-Bilanz auch nicht dadurch schönreden, dass die Latte aus dem Vorjahr besonders hoch gelegen wäre. Zwar war im Jänner 2020 die Coronakrise noch nicht ausgebrochen und von Lockdowns noch keine Rede, ein gutes Monat war der nun als Vergleichszeitraum herangezogene Jänner 2020 aber keineswegs: Im Jänner 2020 waren die Neuzulassungen auch schon um 7,5 Prozent unter dem Niveau vom Jänner 2019 gelegen. 

Autor/in:
Hans-Jörg Bruckberger
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