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Professor Ferdinand Dudenhöffer, Werner Girth, Professor Burkhard Ernst (v.l.)

Quo vadis, Fahrzeughandel?

31.10.2019

Zahlreiche Autohändler diskutierten im bis auf den letzten Platz gefüllten Salon Schmid im Novomatic Forum über die Zukunft des Fahrzeughandels. Am Podium saßen neben Gastgeber Professor Burkhard Ernst, LGO des Fahrzeughandels Wien und Obmann des Vereins Mein Auto, der renommierte Autoexperte Professor Ferdinand Dudenhöffer und Werner Girth, KPMG Partner für Customer & Operations.

„Wieviel Autohaus brauchen wir morgen?“ So lautete der Titel der Keynote des renommierten deutschen Autoexperten Prof. Ferdinand Dudenhöffer. Er präsentierte dazu aktuelle Zahlen aus Deutschland, die zeigen, dass es derzeit so viele zugelassene Autos wie nie zuvor gibt: „Die Leute lieben ihr Auto und das wird sich auch so schnell nicht ändern. Gleichzeitig steht die Branche aber natürlich unter hohem Druck: Zollkriege, das Einbrechen des wichtigsten chinesischen Markts, Jobabbau bei Zulieferern, politisch gewollte, aber noch teure Elektroautos. Die Branche und der Autovertrieb müssen sich neu erfinden“, hält Dudenhöffer in seinem Vortrag fest. Ein Trend der sich laut Dudenhöffer langfristig durchsetzen wird, sind sogenannte Car-Abos. „Car-Abos sind ein wichtiges neues Instrument für die Autobranche. Diese Abos nehmen dem Kunden viele einzelne Schritte ab, darunter das Risiko des Gebrauchtwagenverkaufs,“ so der Experte. Das Teilen von Autos über Car-Sharing, das von Mobilitätsforschern als der Zukunftstrend schlechthin gepredigt wird, sieht Dudenhöffer hingegen im großen Umfang als wenig erfolgreich. „Car-Sharing hat eine Ernüchterung erfahren. In Deutschland beträgt der Anteil an Car-Sharing Fahrzeugen am gesamten KFZ-Bestand lediglich 0,04 %. Car-Sharing-Unternehmen schreiben enorme Verluste, die Auslastung von Flotten ist schwierig, die Kapazitätskosten sind hoch. Erfolg sieht anders aus“, fasst Dudenhöffer zusammen.

Persönlicher Service beim Autokauf nach wie vor gefragt

Auch für Prof. Burkhard Ernst ist klar, dass sich Autohändler neu orientieren und alternative Services und Dienstleistungen entwickeln müssen. Doch eines steht für Ernst außer Frage: „Je konkreter der Autokauf wird, umso mehr setzen Kunden auf persönlichen Kontakt, persönliche Beratung und persönlichen Service. Diese Aspekte gilt es zukünftig noch stärker als Wettbewerbsvorteile gegenüber dem Online-Handel zu realisieren“, so Ernst. Dies bestätigen auch Studien, wie eine kürzlich durchgeführte Umfrage zum PKW-Kaufverhalten der ÖsterreicherInnen: lediglich 13 % informieren sich und kaufen online. Neben dem Online-Handel und einem sich auch dadurch ändernden Käuferverhalten kommt auch viel Druck durch politische Entwicklungen und Forderungen rund um das Auto. Es braucht daher laut Ernst neben weiterer Forschung und Entwicklung auch eine klare Unterstützung seitens der Politik: „Österreich steht in einer Tradition verschiedener Mobilitätsmöglichkeiten, die in jeweils unterschiedlichen Lebenssituationen ihre Berechtigung haben. Das Auto ist nach wie vor der Garant für individuelle Mobilität. Doch unsere Branche ist auch eine tragende Stütze der Wirtschaft Österreichs und ein wichtiger Jobmotor. Mit einem durchschnittlichen Erfolgsergebnis von rund 43 Milliarden Euro jährlich trägt die Automobilwirtschaft knapp 11 % zum BIP Österreichs bei. 450.000 Arbeitsplätze gehen direkt und indirekt auf diesen Wirtschaftszweig zurück. Das entspricht jedem 9. Arbeitsplatz in Österreich und das muss, vor allem in der politischen Diskussion rund um Autos, mitbedacht werden“, betont Ernst. 

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