Direkt zum Inhalt
Die Farbtonfindung über VIN ist praktisch, aber nur eine Richtschnur - überprüfen muss es der Lackierer. 

Reparaturlackierung: Bei der Lackart ist Vorsicht angebracht

09.12.2020

In Zusammenarbeit mit der Bundesinnung Fahrzeugtechnik und der Interessengemeinschaft für Fahrzeugtechnik und Lackierung (IFL) gestaltet die KFZ Wirtschaft eine Serie zur Vermeidung von Fehlern und Mängeln in den Arbeitszeiten. Diesmal geht es um die Kalkulation einer Reparaturlackierung. 

In der Theorie ist alles wunderbar: Die VIN (Vehicle Identification Number) ist eine Art Fingerabdruck eines Autos. Sie gibt Auskunft über den Hersteller, die ­Baureihe, Karosserieform, Motorisierung und Ausstattung bei Werks­auslieferung. Auch die Lackart wird anhand des Farbcodes, der dem Fahrzeug zugeordnet wurde, dargestellt. Bei der Kalkulation einer Reparaturlackierung bestimmt die Lackart – bei etablierten Datenanbietern wie Audatex, DAT und Schwacke eine automatische Voreinstellung – den auszuführenden Reparaturprozess auf der Grundlage des Reparaturlackherstellersystems, das im Karosserie- und Lackierfachbetrieb zum Einsatz kommt. Die Lackart vereint die Eigenschaften ­Lackschichtaufbau, Farbton, Glanzgrad und die Lacktechnologie und beein­flusst damit die Reparaturkostenermittlung einer Fahrzeug­reparaturlackierung (Arbeitszeit- und Materialkosten). 

Der Fachmann ist gefragt

Wer jedoch glaubt, auf Knopfdruck stets eine korrekte Reparaturkostenkalkulation zu erhalten, der irrt. Denn so einfach ist die Sache in der Praxis nicht. Die VIN gibt keine hundertprozentig exakten Auskünfte über werksseitige Mehrschicht- und Sonderlackierungen. Wird die Karosserie nach der Vergabe der VIN umlackiert, entspricht die Lackart sowieso nicht mehr dem ursprünglichen Auslieferungszustand ab Werk. Manchmal ist auch die Farbtonklassifikation ab Werk schlichtweg falsch. Und schließlich ist die Reparaturlackierung gemäß den Lackherstellerrichtlinien oft aufwendiger als die Werkslackierung. 

Aus all diesen Gründen ist die VIN-Abfrage bezogen auf die Lackart in den Kalkulationssystemen als ein unverbindlicher Service anzusehen. Diese Voreinstellung muss vom Lackierfachmann vor Ort überprüft, angepasst, lackherstellerspezifisch umgesetzt und nach Aufwand berechnet werden.
 

Autor/in:
Hans-Jörg Bruckberger
Werbung

Weiterführende Themen

Experte Franz Ofer appelliert an Kfz-Betriebe beim IFL mitzumachen und falsche Zeitangaben zu melden.
Aktuelles
01.10.2020

Unkorrekte Zeitangaben in den Kalkulationssystemen sind ein Ärgernis, das nicht sein muss. Die Interessengemeinschaft für Fahrzeugtechnik und Lackierung (IFL) bietet eine Plattform, in der jeder ...

BIM und Präsident des AIRC Erik Papinski
Aktuelles
20.11.2019

Die Bundesinnung der Fahrzeugtechnik, die IFL und die KFZ Wirtschaft ­informieren: wie wir Fehler und Mängel in den Arbeitszeiten abstellen. Teil zwei der zwölfteiligen Serie.

Aktuelles
16.05.2019

Die Automechanika veranstaltet den ersten internationalen Lack & Karosserie Wettbewerb der Messegeschichte.

Klaus Sonnberger, Manager Accessories Refinish Systems Axalta, zeigt die neue Audurra Lackierzubehör-Serie.
Aktuelles
16.01.2019

Axalta ist ein Überraschungsaussteller auf der heurigen AutoZum und präsentiert mit "Audurra" sein erste Lackierzubehör-Sortiment.

Die neue SATAjet 5500 X-Lackierpistole
Aktuelles
27.09.2018

Sata präsentiert auf der Automechanika eine neue Premium-Lackierpistole mit X-Düsensystem.

Werbung