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VW ID.4

Schwache CO2-Bilanz von E-Autos

19.05.2021

Lebenszyklusanalysen von der Wiege bis zum Grab eines Fahrzeugs zeigen, dass mit der Elektrifizierung die CO2-Emissionen nur verschoben werden, wenn der Strom nicht aus erneuerbaren Quellen kommt.

Anlässlich des heurigen Wiener Motorensymposiums fordert Günter Fraidl von AVL List, dass die Defossilisierung bei der Energieerzeugung und nicht beim Antrieb des Fahrzeugs beginnen sollte. Nicht die Antriebspalette bestimme die Energieträger, sondern die Energiequellen und -träger sollen die Antriebspalette bestimmen, so der AVL Senior Vize Präsident für den Geschäftsbereich Pkw. Der geringe Anteil an erneuerbarer Energie weltweit verhindere, dass die steigende Anzahl an lokal emissionsfreien Fahrzeugen in gleichem Ausmaß den globalen CO2-Ausstoß senkt. Weltweit nahm laut Fraidl die Produktion von erneuerbarer Energie 2020 nur um ein Prozent zu. Die Energieproduktion ist weltweit der größte CO2-Erzeuger, zitiert Fraidl Climate Watch.

E-Auto versus Diesel

Laut Analysen des deutschen Autofahrerclubs ADAC erzeugt der VW ID.4, ein reines E-Auto, mittelbar 114 Gramm CO2 pro Kilometer und damit ungefähr so viel wie ein vergleichbares Auto mit Dieselmotor. Die Werte errechnet der ADAC auf Basis des mittleren Stromverbrauchs des ID.4 in der Höhe von 22,8 kWh auf 100 Kilometer und des deutschen Strommixes mit rund 500 Gramm CO2 pro Kilowattstunde. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass der Strom in Deutschland zu einem Gutteil aus Kohlekraftwerken stammt. Die Elektrifizierungsoffensive bringt unseren Nachbarn daher eine viel geringere CO2-Einsparung als erwartet. Eine Meta-Analyse von Frontier Economics im Auftrag der Forschungsvereinigung Verbrennungskraftmaschinen (FVV) in Frankfurt zeigt, dass der tatsächlich erwartbare CO2-Rückgang trotz 10 Millionen batterieelektrischer Pkw bis 2030 in Deutschland nur sechs Prozent beträgt. Österreich steht mit seinem höheren Anteil an nachhaltiger Stromerzeugung besser da: Nach einer Studie von Thomas Bruckmüller und Werner Tober von der TU Wien wird der CO2-Ausstoß bei einem angenommenen Bestandsanteil von 30 Prozent batterieelektrischer Fahrzeuge sowie rund 15 Prozent erneuerbarem Kraftstoffanteil bis 2040 gegenüber 2019 um immerhin 25 Prozent sinken.

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