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Selbstständige Autos gefragt

08.09.2015

Nach einer Studie der Boston Consulting Group steigt die Nachfrage nach autonomen Fahrzeugen in den nächsten fünf bis zehn Jahren deutlich an. Jeder zweite Konsument will ein Auto kaufen, das zumindest teilweise selbstständig fahren kann.

Antonella Mei-Pochtler und Nikolaus Lang sind Senior Partner und Automobil-Experten bei der Boston  Consulting Group.

Kaum eine Branche wird so auf Trab gehalten wie die Automobilindustrie“, stellt Antonella Mei-Pochtler fest. „Neben Ökologisierung und Elektrifizierung stehen Autonomisierung und Asiatisierung auf dem Plan“, präzisiert die Seniorpartnerin beim Beratungsunternehmen Boston Consulting Group, kurz BCG. In Wien präsentierte sie die Ergebnisse einer neuen BCG-Studie mit dem Titel „Back to the Future: The Road to Autonomous Driving“. Befragt wurden 1.500 Konsumenten in den USA zu ihrem Fahrverhalten und ihren Wünschen bezüglich autonom fahrender Autos. Zudem wurden mehr als 100 Industrieexperten in die Studie involviert.

Vision autonomes Fahren 
Faktum ist: Bereits für 2017 werden die ersten Automobilhersteller teilweise autonome Fahrzeuge mit Autobahn- und Stau-Autopiloten auf den Markt bringen. Stadt-Autopiloten soll es ab 2022 geben, die vollständig autonome Fahrtechnologie wird voraussichtlich ab 2025 verfügbar sein. „Für 2035 erwarten wir, dass rund 25 Prozent der Fahrzeuge autonom sein werden, was massive Implikationen auf Autos, Verkehr und Infrastruktur haben wird“, sagt Nikolaus Lang, Senior Partner und Experte für Automotive Technology bei BCG in Deutschland und Österreich. Jeder zweite Teilnehmer an der BCG-Studie gab an, er sei an Autopilot-Funktionen stark interessiert und wolle wahrscheinlich in den kommenden fünf bis zehn Jahren ein Auto kaufen, das teilweise oder vollständig autonom fahren kann. Ein Fünftel der Konsumenten wären außerdem bereit, einen Aufpreis bis zu 5.000 US-Dollar für Autopilot-Funktionen zu bezahlen.

Innovationsschub für Industrie
Die breite Einführung der Autopilot-Technologie verspricht große wirtschaftliche Vorteile und wird – das zeigen die BCG-Analysen – zu einem Innovationsschub in der gesamten Automobil- und Zulieferbranche führen. Die anfänglichen Kosten für sensorbasierte autonome Fahrfunktionen werden bei den Autoherstellern mit etwa 1.500 bis 7.000 US-Dollar pro Fahrzeug zu Buche schlagen. In den ersten zehn Jahren nach Markteinführung werden diese Kosten aber deutlich um vier bis zehn Prozent pro Jahr zurückgehen. Bis 2025 erwarten die Autoren der Studie ein Marktvolumen von etwa 42 Milliarden US-Dollar für Autopilot-Funktionen, 2035 sollen es 77 Milliarden US-Dollar sein. „Fahrzeuge werden sich zukünftig stark durch intelligente Software unterscheiden und können individuell auf den Konsumenten zugeschnitten werden“, erklärt Nikolaus Lang.  Außerdem wird das autonome Fahren den wachsenden Trend zum sogenannten Car- und Ridesharing beschleunigen und dadurch die Zahl der Kraftfahrzeuge weltweit insbesondere in den Städten deutlich reduzieren. Simulationen in New York City und Shanghai zeigen, dass öffentliche Transportmittel wie Busse, U-Bahnen und Taxis künftig Konkurrenz durch selbstfahrende „Robo-Taxis“ erhalten werden, die Personen bis

Autor/in:
Peter Seipel
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