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Social Media für Unternehmen: Es gibt kein Recht auf ­organische Reichweite!

08.06.2021

Serie, Teil 6:  Experte Gergely Teglasy erklärt, wieso Sie Social Media Geld kosten wird. 

Die Zeiten, bei denen man davon ausging, dass Social Media kostenlos von einem Praktikanten nebenbei betrieben werden kann, sind vorbei. Sie brauchen heute drei Dinge für Social Media: eine Strategie, Zeit und Geld. Die sozialen Netzwerke haben alle Algorithmen (aufmerksame Leser wissen dies), die bestimmen, wer was wann sieht. Zwei maßgebliche Ziele verfolgen die Algorithmen dabei: einerseits den Usern für sie relevante Inhalte zu zeigen und andererseits Sie mit Ihrem Unternehmen als Werbekunden zu gewinnen. Das ist nicht per se verwerflich. Hinter den sozialen Netzwerken stecken gewinnorientierte Unternehmen. Das können Sie nachvollziehen, schließlich verschenken Sie auch nicht Ihre Leistungen oder Produkte.

Die Algorithmen gehen dabei davon aus, dass Unternehmen für die Verbreitung ihrer Inhalte zahlen sollen. Vergleichen Sie es mit Fernsehen: Die sozialen Netzwerke haben das Publikum, die „Zuseher“. Wenn Sie ein Werbevideo für Ihr Unternehmen gedreht haben, können Sie auch nicht zu einem TV-Sender gehen und sagen: „Bitte strahlen Sie das kostenlos aus.“

Nun ist der Vorteil der sozialen Medien, dass ­diese ausschließlich von (Achtung, Buzzwort!) User-Generated-Content leben. Also von Inhalten, die die Benützer erzeugen. Stellen Sie sich einmal Facebook oder ­Instagram ohne Inhalte vor – es wäre leer und damit sofort tot. Von diesem Umstand profitieren Sie auch als Unternehmen, denn ein Teil Ihrer Follower sieht auf jeden Fall Ihre Posts. Doch eben nicht alle. Der Algorithmus zeigt Ihr Posting einem Teil ihrer Fans und schaut mal, wie es ankommt. Dabei hängt „wie es ankommt“ von vielen Faktoren ab (dazu bald mehr), maßgeblich aber davon, wer Ihre Follower und wie die Inhalte sind. 

Nur wenig geht viral

Es kann sein, dass Ihre Posts gut ankommen und an viele Follower ausgeliefert werden (sogar viral gehen). Die Regel ist das allerdings nicht, meist müssen Sie dafür zahlen. Vereinfacht gesagt: Je größer das Unternehmen (= je mehr Follower), desto weniger sehen die Inhalte, wenn nicht dafür bezahlt wird.

Sie sehen: Es gibt kein Recht auf organische Reichweite. Aber die Möglichkeit, Werbeanzeigen zu schalten.

 

Der Autor:

Mag. Gergely Teglasy / TG unterrichtet an der Universität Wien, der FH Wien und der FH Burgenland. Er ist Gewinner des Innovationsawards, berät internationale Organisationen und Unternehmen zur ihrer digitalen Kommunikationsstrategie und schrieb „Zwirbler,“ den 1. Facebook-Roman der Welt.

Autor/in:
Mag. Gergely Teglasy
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