Direkt zum Inhalt

Social Media für Unternehmen: Im Dutzend billiger

03.05.2021

Serie, Teil 4: Sollte ich Follower für meine Social-Media-Kanäle kaufen? Experte Gergely Teglasy erklärt, warum das keine so gute Idee ist.

ir wissen ja, wie wir Menschen ticken. Auf den ersten Blick zählt die Größe. Wenn einem Unternehmen (bzw. einer Marke oder Person) viele andere folgen, zieht uns das fast magisch an. Laut zahlreichen Studien der letzten Jahre haben etliche – auch ­große – Unternehmen wie auch bekannte Persönlichkeiten bis zu 50 % Fake-Follower. Das heißt: Jeder ­zweite Abonnent ist kein echter Interessent. Nicht nur deshalb ist die Follower-Anzahl in der Social-Media-Welt heute keine anerkannte (alleinige) Messgröße mehr.
Aber es ist ein wenig wie bei der Theke im Supermarkt: „Dürfen es ein paar Deka mehr sein?“ Und da gibt es verlockende Angebote, schon für 25 Dollar gibt es 500 Follower. Ein Schnäppchen. Auf den ersten Blick. Denn diese Follower sind vielleicht gar keine echten Menschen, sondern ­sogenannte Bots, also automatisierte kleine Programme, die das machen, wozu sie programmiert wurden, nämlich Ihrem Unternehmen zu folgen. Oder es sind sehr schlecht bezahlte Arbeitskräfte in Klickfarmen auf den Philippinen, die im Sekundentakt einfach auf „Folgen“ klicken. Ohne überhaupt auf das Profil zu sehen.
Beides bringt Ihnen … richtig: genau gar nichts. Denn weder der Bot noch der philippinische Billig­arbeiter wird je ein Kunde von Ihnen. Beide werden nicht bei Ihnen einkaufen oder Ihre Leistungen in Anspruch nehmen. Niemals.

Follower zu kaufen hat sogar mehr Nach- als Vorteile:
● Wenn jemand Ihr Profil und Ihre Follower ansieht, sind diese in den meisten Fällen auf den ersten Blick als Fake-Follower zu erkennen.
● Ihre Beiträge bekommen keine Reaktionen (Engagement in der Fachsprache), denn die Bots oder Fake-Follower scheren sich genau nichts um Ihre mühsam erstellten Posts.
● Potenzielle Kunden und Geschäftspartner könnten Ihr Profil blockieren.
● Das soziale Netzwerk könnte Sie sperren, weil es Fake-Follower bei Ihnen erkennt.
● Der Algorithmus straft Sie ab und zeigt Ihre Posts nicht Ihren realen Followern (dazu demnächst mehr).

Ja, zugegeben: Langsames, organisches Wachstum ist viel mühsamer, als Follower zu kaufen. Es ist aber auch gewinnbringender und langfristig nützlicher. Denn Ihre Follower sind nicht 
morgen ­wieder weg. 

 

Der Autor:

Mag. Gergely Teglasy / TG unterrichtet an der Universität Wien, der FH Wien und der FH Burgenland. Er ist Gewinner des Innovationsawards, berät internationale Organisationen und Unternehmen zur ihrer digitalen Kommunikationsstrategie und schrieb „Zwirbler,“ den 1. Facebook-Roman der Welt.

Autor/in:
Mag. Gergely Teglasy
Werbung
Werbung