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Sonnleitner: "Zwei blaue Augen, aber kein Bauchschuss"

18.03.2020

Max Sonnleitner, GF der gleichnamigen Autohäuser in OÖ, trifft eine erste Einschätzung, welche Folgen die Coronakrise haben wird und wie er gerade den Betrieb auslastet.

Lehrling Eva (r.) mit Sonnleitner-Geschäftsführer Max Sonnleitner.

Am Telefon versprüht Max Sonnleitner, der gemeinsam mit seinem Bruder Wolfgang die gleichnamigen Autohäuser in OÖ führt, Restoptimismus: "Seit Montag fahren wir auf halbmast. Wir erledigen Internes, kümmern uns um die Abarbeitung liegen gebliebener Sachen, Rückstände und kümmern uns um unseren Online-Auftritt. Aber klar, irgendwann sind wir damit fertig." 

Wie schaut die Auslastung in der Werkstatt und der Spengler- und Lackiererei aus? "In den Werkstätten fahren wir Sparbetrieb, wir haben ca. 30 bis 50 Prozent der Mannschaft im Einsatz." Das Problem: Ab kommender Woche kommen keine Versicherungssachverständigen mehr ins Haus, damit müssen Spengel- und Lackierarbeiten warten. "Versicherungsarbeiten brauchen Freigaben, die wir so aber nicht bekommen." In den Werkstätten wird abgearbeitet was da ist, aber der Nachschub fehlt. "Mit der aktuellen Mannschaft kommen wir gut aus. Leider kommt nicht viel nach. Außer Flotten- oder Ärzteautos. Da muss es dann - gerade jetzt - richtig flott gehen. Das klassische Endkundengeschäft ist überschaubar. Wer eine Panne hat, kommt, aber es reicht nicht, um die Werkstätten stärker zu besetzten", sagt Max Sonnleitner.

Der Renault-, Nissan- und Dacia-Händler rechnet aber mit einer dezenten Entspannung in naher Zukunft: "Mein ganz persönliche Meinung ist, dass die Zügel spätestens mit der ersten Osterwoche gelockert werden. Nächste Woche rechne ich nicht mit dramatischen Neuerungen, danach denke ich an eine leichte Entspannung." Bis dahin sind die Mitarbeiter angewiesen Zeitguthaben, Überstunden und Urlaube aufzubrauchen. Kurzarbeit ist derzeit kein Thema. "Sollte die jetzige Situation aber über die nächsten drei, vier oder fünf Wochen hinaus gehen, dann müssen wir natürlich ganz klar über Kurzarbeit sprechen."

Sonnleitner glaubt, dass die Folgen für die Kfz-Branche spürbar werden. "Wir werden uns zwei blaue Augen holen, aber keinen schmerzhaften Bauchschuss. Autoreparaturen, die jetzt nicht gemacht werden, werden nachgeholt. Da trifft es die Gastronomie bedeutend schlimmer: Wer jetzt kein Schnitzel isst, isst in ein paar Wochen nicht fünf. Dieser Umsatz ist weg. In der Kfz-Branche wird es mehr ein Verschieben sein." 

Autor/in:
Philipp Bednar
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