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Stahlgruber hatte gutes Jahr

14.09.2017

Im KFZ Wirtschaft-Interview spricht Stahlgruber Österreich-GF HERMANN KOWARZ über das aktuelle Bieterverfahren der deutschen Stahlgruber Otto Gruber GmbH, sein laufendes Geschäftsjahr und das Diesel-Bashing.

Hermann Kowarz, Geschäftsführer von Stahlgruber Österreich, im KFZ Wirtschaft-Interview
DATEN & FAKTEN

STAHLGRUBER STEIGERT LEISTUNG DES LOGISTIKZENTRUMS Vor rund einem Jahr war die siebte Ausbaustufe des Logistikzentrums in Sulzbach-Rosenberg in Betrieb genommen worden. Entstanden sind ein Wareneingangsterminal mit über 17.000 m² Fläche und 19 Wareneingangstoren sowie ein automatisches Kleinteilelager mit 165.000 neuen Lagerplätzen. Erstmalig im Kfz-Teilegroßhandel erfolgt der Wareneingang nahezu komplett automatisiert und ohne Wartezeiten. Im neuen automatischen Kleinteilelager werden Kundenaufträge mit deutlich gesteigerter Schnelligkeit und Präzision für den Versand bereitgestellt. Vor Kurzem wurde nun die achte Ausbaustufe des Logistikzentrums in Angriff genommen. Um die Belieferung der Verkaufshäuser weiter zu optimieren, wird der Versandbereich um ein Bauwerk mit insgesamt 23 Toren erweitert. Der Neubau wird direkt an den Bestand angesetzt, wird ebenfalls zweigeschoßig, erhält normale und Jumborampen und ist durch seine veränderte Breite nun optimal von zwei Seiten nutzbar. Baubeginn war im März 2017, die Inbetriebnahme ist für Dezember 2017 geplant.

KFZ Wirtschaft: Herr Kowarz, kürzlich verlautete, dass die deutsche Stahlgruber Otto Gruber AG in ein Bieterverfahren involviert sein soll.

Hermann Kowarz: Der Vorstand der Stahlgruber Otto Gruber AG hat entschieden, strategische Optionen für das Geschäftsfeld Groß- und Einzelhandel für Kfz-Zubehör, Ersatzteile und Werkstattausrüstung im Laufe dieses Jahres zu prüfen. Die Prüfung erfolgt im Rahmen eines strukturierten Prozesses und schließt auch einen möglichen Verkauf der Stahlgruber GmbH mit ein. Damit soll sichergestellt werden, dass die Stahlgruber GmbH durch die fortschreitende europäische Konsolidierung des Autoteile-Großhandels auch weiterhin strategisch erfolgreich positioniert und entwickelt werden kann.

Was bedeutet das für Stahlgruber Österreich?
Derzeit wird geprüft und sondiert. Für Stahlgruber Österreich kann dies nur von Vorteil sein. Denn entweder passiert gar nichts und es kommt somit auch zu keinerlei Veränderungen. Oder es erfolgt ein Verkauf bzw. eine Fusion, aus der wir gestärkt hervorgehen.

Welche Bilanz ziehen Sie für das bisherige Geschäftsjahr?
Im Allgemeinen ist es ein sehr gutes Jahr, wir sind deutlich über Plan. Wir konstatieren quer durch unser komplettes Programm eine hervorragende Umsatzentwicklung. Vor allem in puncto Werkstatteinrichtung nehmen wir traditionell den Schwung von der AutoZum mit. Dieser Schwung reißt gemeinhin so gegen Juli sukzessive ab. Heuer ist das nicht der Fall.

Ist diese Aussage auch als Bekenntnis zur Auto- Zum zu verstehen?
Ja, in jedem Fall. Wir sehen den Erfolg auch als Bestätigung für unseren Auftritt. Etwa auch, dass wir die richtigen Produkte präsentiert haben. Wir haben bereits wieder dieselbe Standfläche für die AutoZum 2019 reserviert.

Wie beurteilen Sie zurzeit generell die Marktlage?
Ich kann nicht sagen, wie es dem Wettbewerb geht. Aber ich nehme doch an, dass wir nicht so der Außenseiter sind – und daher denke ich, dass, wenn es uns gutgeht, anderen auch gutgehen wird.

Ist das aktuelle Diesel-Bashing ein Phänomen, das Sie beunruhigt, oder sehen Sie es gelassen?
Ich sehe das gelassen, denn die individuelle Mobilität lässt sich nicht verbieten. Im Allgemeinen wächst der Fahrzeugbestand ja kontinuierlich. Und ob die Autos mit Benzin oder mit Diesel betrieben werden, ist für unser Geschäft de facto egal.

Eine generell autofeindliche Stimmung vonseiten der Politik fürchten Sie nicht?
Die Menschen brauchen das Auto und wollen und müssen mobil sein – ganz egal, was die Politiker sagen und machen.

Sie haben immer wieder betont: „Wir wollen jeden Tag immer noch besser werden“. Wo sehen Sie noch mögliche Potenziale?
Aufgrund unseres fortwährenden Wachstums machen wir immer mehr an Menge. Mit steter Umsatzsteigerung geht ständige Leistungssteigerung einher. Priorität hat immer die Leistung.

Anfang des Jahres lagen Sie bei 200 Zustellfahrzeugen.
Seit Juni sind es exakt 209. Alljährlich kommen bei uns im Schnitt zehn Fahrzeuge dazu.

Sie wollten heuer deutlich wachsen. Wird das gelingen?
Nach aktuellem Stand wird es gelingen. Heuer werden wir die 130-Millionen-Umsatzgrenze überschreiten.

Wie entwickelt sich das Stahlgruber-Werkstättenkonzept „Meisterhaft“?
Mit Ende Juni 2017 lagen wir bei 204 Partnern. Eine sehr schöne Entwicklung – vor allem bei den „Meisterhaft“-Partnern gab es eine überproportionale Umsatzentwicklung.

Gibt es in puncto „Meisterhaft“-Partnern ein quantitatives Ziel?
Diesbezüglich gibt es keinerlei Druck. Weil wir flächendeckend sind, muss einfach die Qualität passen. Wenn in der Nähe bereits ein „Meisterhaft“- Partner ist, dann geht das auch nur in Absprache mit diesem.

Es gibt also einen Gebietsschutz?
Ich muss zugeben, dass ich mich getäuscht habe. Ich dachte oft, dass wir flächendeckend sind und einfach nicht mehr Platz haben. Mittlerweile haben wir aber über 200 Partner, und wir sehen, dass immer noch welche Platz haben. Wann das Ende sein wird, wissen wir deshalb noch nicht. Es wird mir ja noch immer vorgehalten, dass ich seinerzeit beim siebten Verkaufshaus gesagt habe, dass wir flächendeckend sind. Aber es ist wie bei James Bond: „Sag niemals nie“.

Sie haben stets von der Wichtigkeit von Schulungen gesprochen. Ist der Bedarf steigend oder rückläufig?
Der Bedarf steigt ständig. Die Kunden haben realisiert, dass sie sich weiterbilden müssen.

Wie tragen Sie dem Zeitproblem Ihrer Kunden Rechnung?
Mit unseren Abendschulungen versuchen wir es unseren Kunden so angenehm und effizient wie möglich zu machen. Das geht in einem vernünftigen Zeitrahmen.

Die Innung – und nicht zuletzt wir als „KFZ Wirtschaft“ – sind stets bemüht, das Image der Lehre zu heben. Hat die Lehre das Image, das sie verdient?
Gefühlsmäßig fruchtet all dieses Engagement schon. Wie wir wissen, nimmt die Akademiker-Arbeitslosigkeit zu. Es dringt langsam ins Bewusstsein, dass Akademiker nicht zwangsläufig einen Job bekommen. Gleichzeitig wird klar, dass Facharbeiter Zukunft haben. Zudem gibt es ja seit Langem einen Facharbeitermangel.

„Mit steter Umsatzsteigerung geht ständige Leistungssteigerung einher.“ HERMANN KOWARZ

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