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Bosch-Techniker Werner Ebner warnt vor Fehlern beim Reinigen eines Partikelfilters.

Stahlgruber informiert über Einspritztechnik

11.04.2019

Autobedarf- und Zubehörspezialist STAHLGRUBER lud in sein Verkaufshaus in Ried im Innkreis zum spannenden Werkstattabend mit dem Thema „Diesel/Benzineinspritzung und Abgastechnik“.

Die Kfz-Techniker aus dem Innviertel lauschten gespannt dem Vortrag über die neueste Einspritztechnik.

Bosch-Techniker Werner Ebner begrüßte am Stahlgruber-Werkstattabend im Innviertel rund 20 Teilnehmer, die nach Dienstschluss aus den Werkstätten und Autohäusern der Umgebung gekommen waren, um sich zu den Themen Einspritztechnologie und Abgasnachbehandlung weiterzubilden. Der Themenbogen spannte sich vom marktbeherrschenden Common-Rail-Dieselsystem über die inner- und außermotorische Schadstoffreduzierung bis zu den verschiedenen Varianten der Benzineinspritzung. Für die Werkstattbesitzer unter den Teilnehmern besonders interessant: Welche Geschäftspotenziale bringt die technische Weiterentwicklung der Verbrennungsmotoren mit sich, und welche Fehler gilt es unbedingt zu vermeiden?

DAS FILTERPROBLEM

„Ich bin ein Fan korrekt funktionierender Partikelfilter“, schickt Werner Ebner seinem Vortrag voraus und begründet dies mit Studienergebnissen, nach denen die ultrafeinen Partikel im Abgas von Dieselund Benzinaggregaten mit Direkteinspritzung eine bedeutende Gefahr für die Gesundheit darstellen. „Die Partikel sind so winzig, dass sie die Zellwände durchdringen können – niemand von uns will diesen Dreck in seinen Zellen haben“, betont er. Immer wieder sind die Werkstätten mit defekten Partikelfiltern konfrontiert, die sich nicht mehr durch hochtouriges Fahren freibrennen lassen und eigentlich ausgetauscht gehören. „Das Problem ist, dass die wenigsten Autobesitzer die Gebrauchsanleitung ihres Fahrzeugs lesen und das Aufleuchten der DPF-Lampe ignorieren“, so Ebner. Die Folge: Nach weiteren Kilometern Fahrt leuchtet als Folge des verstopften Filters auch die Motorkontrolllampe auf, was einen Werkstattbesuch unvermeidlich macht. „Der Austausch eines DPF ist leider sehr teuer, sodass die Werkstatt gerne nach Alternativen sucht, um den Kunden nicht zu verärgern“, spricht der Bosch-Techniker aus Erfahrung und zeigt die häufigsten Fehler auf, die dabei gemacht werden: Wer den DPF ausbaut und anschließend in einem Ofen ausbrennt oder mit dem Kärcher durchputzt, riskiert eine Beschädigung der feinen Lamellen. Fazit: Nach dem Wiedereinbau ist zwar die Kontrolllampe erloschen, doch auch die Filterwirkung ist dahin, sodass die Partikel ungehindert in die Umgebung abgegeben werden. Auch das Löschen des Fehlereintrags und die fälschliche Angabe einer Filtererneuerung via Diagnosegerät haben den gleichen Effekt. „Es gibt spezielle Spülgeräte für die schonende Filterreinigung – das ist die einzige Alternative zu einem Austausch des DPF“, schließt Werner Ebner das interessante Kapitel.

GESPART KOMMT TEUER

Im Zuge der verschärften Emissionsbestimmungen werden auch die Dieselinjektoren und Einspritzpumpen laufend weiterentwickelt. „Die neuesten Pumpen leisten einen Druck von bis zu 2.700 bar, und die Piezo-Injektoren sind mit Drucksensoren ausgerüstet, was ihre Funktion optimiert und ihre Haltbarkeit verlängert“, erklärt Ebner. Bosch hat diese Technologie für eine höhere Motorleistung bei niedrigerem Verbrauch entwickelt, nun müssen sich die Hersteller entscheiden, ob sie diese relativ teure Variante einbauen oder doch lieber mehr Aufwand in die Abgasreinigung stecken. Das Handling der Hochdruckpumpen in der Werkstatt bedarf jedenfalls besonderer Sorgfalt und des richtigen Know-hows. „Die meisten Hochdruckpumpen vom Typ CP4 haben eine sehr genau definierte Einbaulage und sind nicht mit einer Kolbenführung ausgestattet, weil der Hersteller die dafür kalkulierten 1,50 Euro pro Bauteil einsparen wollte“, verrät der Bosch-Techniker ein pikantes Detail. Das Problem für den Kfz-Techniker, der darüber nicht Bescheid weiß: Führt er nach einem Filterwechsel im Einspritzsystem keine Entlüftung mittels Spülung durch, pumpt der Kolben nach dem Start erst einmal Luft und reibt sich fest. „Die Späne verteilen sich dann im gesamten System, die Folge ist unter Umständen ein Totalschaden“, warnt Ebner. Nur die Einspritzpumpen mancher BMW- und Audi- Modelle ab Baujahr 2018 sind mit einer Kolbenführung ausgestattet, bei anderen oder älteren Fahrzeugen ist eine Nachrüstung leider nicht möglich.

POTENZIALE ERKENNEN

Die neuen Technologien zur Abgasreinigung werden immer komplexer, sodass auch die Anzahl an Verschleißteilen zunimmt. Werner Ebner führt neben den erwähnten Filtern auch die Abgassensoren bei Benzinern und Dieseln an. Außerdem erhöht sich der Diagnoseaufwand im Zuge von Wartung und Reparatur deutlich. Immer mehr Komponenten müssen angelernt, Adaptionswerte rückgesetzt werden. Bei der Benzineinspritzung sind die Direkteinspritzventile gerade groß in Mode und bringen der Werkstatt wachsende Ersatzteilumsätze. Zwischen 2010 und 2015 haben sich die Stückzahlen im Aftermarket immerhin versechsfacht – Tendenz weiter stark steigend.

Autor/in:
Peter Seipel
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