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Umbruch mit Chancen

19.12.2018

Die automotive Branche kämpft mit EINSCHNEIDENDEN VERÄNDERUNGEN. Kein Stein bleibt auf dem anderen. Wir alle fürchten uns davor, die sogenannte Komfortzone zu verlassen. Wir genieren uns nicht wegen unserer Ängste, sondern nehmen die Herausforderungen in Angriff.

Die größten Heuchler sind wir Journalisten. Fortwährend geben wir Ratschläge und Tipps, wie Betriebe Veränderungen nicht als Bedrohung, sondern als Chance betrachten sollen. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit, Krise als Chance, auf zu neuen Ufern et cetera, so lesen sich unsere Geschichten, Appelle und Plädoyers. Dabei, Hand aufs Herz, genau so wie Sie, werte Inhaberin und geschätzter Inhaber eines Kfz-Betriebs, fürchten auch wir Journalisten Veränderungen. Auch wir haben es uns in unserem täglichen Arbeitsablauf bequem gemacht. Auch wir machen das gern, was wir kennen und was wir können. Ob Kfz-Betriebsinhaber, Journalist oder jeder X-Beliebige, jeder würde es sich am liebsten auf bekanntem und bewährtem Terrain gemütlich machen. Der Unterschied ist nur, dass es der eine zugibt und der andere nicht.

BRANCHENVERANSTALTUNGEN

De facto bei jeder einzelnen Veranstaltung, Schulung und Weiterbildung in unserer Kfz-Branche werden wir damit konfrontiert: Kein Stein würde auf dem anderen bleiben, alles sei neu zu denken und vor allem neu zu machen. Die automotive Branche hat sich in den letzten zehn Jahren deutlich mehr verändert als in den drei Jahrzehnten davor. Und sie wird sich in Zukunft nochmals drastisch verändern, ob wir das wollen oder nicht. Es wird zu Marktbereinigungen kommen, das Bessere wird der Feind des Guten sein. Die Kunden werden immer noch anspruchsvoller und unverschämter werden. Jene, die in die Werkstatt oder ins Autohaus kommen, vergleichen Preise im Internet, ordern online, kalkulieren knallhart und wollen als Kunden hofiert werden. In unserer Rolle als Kunden tun wir das freilich auch. Wir gehen zu „Saturn“, lassen uns beraten (Stichwort: Beratungsdiebstahl; kennt man auch aus dem Autohaus) und bestellen dasselbe Produkt sodann billiger im Internet. Ob der kleine, feine Lackierbetrieb ums Eck oder das große Autohaus neben dem Einkaufszentrum weiterbesteht oder nicht, ist Endkonsumenten egal, wenn es um ihr eigenes Geld geht. Ich will damit sagen, dass wir aufhören müssen, auf die „bösen“ und „rücksichtslosen“ Autohaus- und Werkstattkunden zu schimpfen. Dort, wo wir selbst Kunden sind, agieren wir zumeist nicht wesentlich anders.

DIGITALISIERUNG

Zurück zu den einschneidenden Veränderungen in unserer Branche. Es ist vor allem die Digitalisierung, die unsere ganze Kraft erfordert. Indessen ist fast jedem klar, das er digital fit sein muss. Mit einer miesen Website ist man definitiv im Abseits. Der Internetauftritt ist zum einen die Visitenkarte des Unternehmens und zumeist auch der Erstkontakt zum Endverbraucher. Ein noch so gut geführtes Autohaus ist heutzutage ohne vortrefflichem Internetauftritt schlicht nicht existent. Die Zeit ist vorbei, da Auto- Interessierte in den Schauraum kommen, um zu schauen, was es Neues gibt. Der Besuch im Autohaus ist der krönende Abschluss des gesamten Procederes. Alles Wesentliche hat sich vorher abgespielt. Oder anders gesagt: Wenn ich den Kunden im Haus habe, habe ich zuvor schon vieles richtig gemacht, dann muss ich nur noch den Deal unter Dach und Fach bringen. Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein schönes, entspanntes Weihnachtsfest. Wir sehen einander Anfang 2019. Ich freue mich darauf.

„In unserer Rolle als Kunden sind wir ebenso unerbittlich wie Autohauskunden.“ WOLFGANG BAUER, CHEFREDAKTEUR

Autor/in:
Wolfgang Bauer
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