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Und täglich grüßt das Murmeltier

16.02.2021

Es vergeht derzeit kaum eine Woche, in der nicht mindestens ein großer Autohersteller eine vermeintlich revolutionäre neue Strategie bekanntgibt. Hinter kreativen Wortkreationen steckt freilich im Grunde genommen immer dasselbe: Die krampfhafte, politisch motivierte Flucht in die Elektromobilität. Wenn das nur gut geht! 

Wer sich mit der Autoindustrie beschäftigt, kommt sich beinahe vor wie der von Bill Murray gespielte Wetteransager im Kultfilm „Und täglich grüßt das Murmeltier“: Man erlebt ein ständiges Déjà-vu. Kaum eine Woche, in der nicht irgendein Autohersteller eine neue Strategie verkündet.

Die Inhalte sind freilich praktisch ident: Man verkündet die Transformation in Richtung E-Mobilität. Sogar die Ziele sind häufig die gleichen: Renault möchte ebenso wie VW im Jahr 2025 in der E-Mobilität eine führende Rolle spielen. Das wäre für Jaguar Land Rover zu hoch gegriffen, aber man will – ebenfalls bis 2025 – immerhin zur rein elektrischen Luxusmarke werden. Ford macht ds Werk in Köln zm Elektro-Zentrum, will ab 2030 nur noch rein elektrische Fahrzeuge im Pkw-Angebot haben, GM will sich bis 2035 vom Verbrennungsmotor verabschieden und bis 2040 Klimaneutralität erlangen. 

Aus Sicht des Umweltschutzes ist das löblich. Wundern darf man sich aber schon. Elektrisch angetriebene Kraftfahrzeuge gab es bekanntlich schon zu Beginn der Entwicklung des Automobils um 1900. Hundert Jahre später, im Juli 2003, wurde Tesla gegründet, was nun auch schon wieder bald 18 Jahre her ist. Aber erst jetzt haben’s die Autoriesen auf einmal eilig.

Dabei geht es offenkundig weniger um den Umweltschutz als vielmehr um die Vermeidung von hohen Strafen durch die EU. Ob das der richtige Antrieb ist für die Entwicklung inspirierter Produkte? Um reüssieren zu können wird jedenfalls mehr nötig sein als knackige Begriffe von Marketing-Experten a la Renaulution (Renault) oder Reimagine (Jaguar). Man darf gespannt sein, was als nächstes kommt. Und hoffen, dass kleinere Zulieferer und Werkstätten nicht überfahren werden.

 

 

Autor/in:
Hans-Jörg Bruckberger
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