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Versteckter Fehler im System

13.02.2020

Ein 10 Jahre alter FORD KUGA ärgert seinen Besitzer eines Tages mit Startproblemen. Als er dann während einer längeren Fahrt plötzlich ins Notprogramm fällt, ist ein Werkstattbesuch unvermeidlich.

Das Kombiinstrument wird von einem eigenen Steuergerät kontrolliert
Der Sicherungskasten im Fußraum des Beifahrers scheidet als Fehlerquelle aus.

Der Ford Kuga gehört einem nahe bei Graz lebenden Steirer und ist diesem zehn Jahre lang ein treuer Begleiter. Eines Tages jedoch will der 140 PS starke 2,0 Liter Dieselmotor des SUV partout nicht anspringen, am Instrumentenboard leuchten die Motorkontrolllampe und die AWD-Leuchte auf, außerdem bleibt die Wegfahrsperre aktiviert. Erst nach einer rund zehnminütigen Pause lässt sich der Kuga, der bereits rund 130.000 Kilometer auf dem Buckel hat, schließlich zum Start bewegen. Die lästige Prozedur wiederholt sich auch in den folgenden Tagen, und auf einer längeren Fahrt verschärft sich die Problematik, indem der Antrieb auf Notprogramm umschaltet. Ein Termin bei KFZTechnik Narnhofer in Seiersberg wird vereinbart, der SUV schafft es gerade noch aus eigener Kraft in die freie Werkstätt e. Firmenchef Rupert Narnhofer nimmt sich des Falls persönlich an und muss feststellen, dass die Fehlersuche in einen Diagnosekrimi ausartet.

„Mit diesem Fall haben wir lange gekämpft , aber schließlich doch gewonnen.“ RUPERT NARNHOFER, KFZ TECHNIKER

▶ Der Kuga wird an das Diagnosegerät angeschlossen. Mehrere Fehler werden angezeigt, darunter Wegfahrsperre, AWD, CAN Bus Motorsteuerung und CAN Bus Instrumentierung.

▶ Der Kfz Techniker löscht alle Fehler aus dem System und unternimmt eine Probefahrt. Der Kuga funktioniert zwar einwandfrei, doch bei der anschließenden Kontrolluntersuchung sind wieder sämtliche zuvor gelöschte Fehler im System gespeichert.

▶ Narnhofer vermutet einen Defekt in der Verkabelung und überprüft sämtliche Stromleitungen des Kabelbaums zum Motorsteuergerät auf Brüche oder Scheuerstellen – ohne Ergebnis.

▶ Der Sicherungskasten im rechten Fußraum wird ausgebaut und auf Wassereintritt und Oxidation geprüft – jedoch ist alles in Ordnung.

▶ Auch die Verkabelung von Sicherungskasten zum Instrumenten-Steuergerät besteht die Sichtprüfung – der Fehler hat sich off enbar gut versteckt.

▶ Nun werden schwerere Geschütze aufgefahren und ein Oszilloskop für die Fehlersuche verwendet. Dabei stellt sich heraus, dass aus der Instrumententafel fehlerhaft e Stromsignale kommen.

▶ Die Instrumententafel wird getauscht, und auf einmal sind alle Fehler verschwunden, der Kuga startet und läuft wieder einwandfrei. Rupert Narnhofer abschließend: „Da haben wir lange gekämpft , aber schließlich doch gewonnen.“

Autor/in:
Peter Seipel
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