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Volvo XC90 T8 Twin Engine: Jet Set ohne Reichweite

18.05.2018

Der Volvo XC90 ist ein nordisches Schlachtschiff, ausgestattet mit puren Luxus, bestens verarbeitet, in allen Belangen die pure Dekadenz auf vier Rädern. Nur kommt man damit nicht weit.

Fühlen

Edel, edel und nochmals edel. Kein anderer Begriff meines Wortschatzes trifft es besser. Der XC90 schaut edel aus und fühlt sich auch edel an. Der Glasschaltknauf für das Automatikgetriebe, der Startdrehknopf mit dem geriffelten, polierten Alurand, das feine Leder, die leichten Carbonblenden – alles von allerhöchstem Niveau. Hoch thront man im XC90, die Übersicht ist aber – speziell im Stadtverkehr – begrenzt. Glücklicherweise funktioniert die 360-Grad-Kamera dementsprechend gut, sonst wäre Parken in der Innenstadt die pure Hölle. Bedient wird der große Schwede über ein riesiges, zentrales Touchdisplay, welches leicht zum Fahrer geneigt ist. Hübsch. Die Instrumente sind natürlich volldigital – eh klar. Platz hat man im 7-Sitzer in den ersten beiden Reihen ausreichend. In der dritten Reihe möchte man keine Erwachsenen kutschieren. Kinder halten das noch aus.

Fahren

Es fällt einem schon etwas die Kinnlade runter, wenn man im XC90 T8 mit Plug-in Hybridmotor aufs Gas steigt. Mit leichtem knurren schiebt der 2-Liter-Benzinmotor mit Turbo- und Kompressoraufladung sehr stramm vorwärts. 320 PS. Und die spürt man. Der Elch hat Dampf. Dazu die fein arbeitende 8-Gang-Automativ, die die Gänge ruckfrei hoch und runter schaltet. Toll ist das Fahrwerk. Trotz der gigantischen 22-Zöller schluckt die Dämpfung harte, kurze Stöße ebenso sauber wie lange Bodenwellen. Lässt man den Elch fliegen im Dynamik-Modus, gibt es zwar noch immer gewisse Seitenneigungen, aber die Lenkung vermittelt genug Feedback, um den Nobelbomber zielsicher pilotieren zu können. Eine feine, runde Sache. Nur der Verbrauch, ein Jammer. 11,3 Liter im Schnitt. Dazu der kleine Tank, das hohe Gewicht. Wien – Graz – Wien, ein Volltank. Etwas mehr als 400 Kilometer. Gefühlt lernt man im XC90 jede Tankstelle im Umkreis zweimal kennen. Und die Hybridbatterie ist so schnell leer, dass man nicht weiß, wozu man die überhaupt mitschleppt. Klar, am Papier stehen 2,1 Liter Verbrauch und nur 49 Gramm Kohlendioxid. Aber das ist pures, unverschämtes Geflunker, welches im Alltag unerreichbar ist.

Laden

Sieben Sitze, mindestens 640 Liter Kofferraumvolumen und genug Bein- und Kopffreiheit sind die Stärken des Volvos. Im Rahmen unseres Tests konnten wir sogar ein halbes, zerlegtes Motorrad bei umgelegten Rücksitzen transportieren. Shoppingtouren zum schwedischen Autohaus gehören eigentlich sogar zum Pflichtprogramm als XC90-Fahrer. 

Fazit

Der Nobelelch weiß mit hochwertigem Ambiente und einem potenten Motor zu überzeugen. Dazu gibt es genug Platz um auch als Familie über längere Wochenenden verreisen zu können. Ein Bauchfleck ist die bescheidene Reichweite, sowohl elektrisch als auch im Mix. Sonst ein tolles Auto, aber der Preis ist für Normalverdiener einfach nur absurd hoch und schränkt den Kundenkreis dramatisch ein.

Motor: 
2,0-Liter-Benzinmotor, Plug-in Hybrid, Automatikgetriebe, Allradantrieb
Leistung: 
235 kW / 320 PS, Drehmoment: 400 Nm
Testverbrauch: 
11,3 l / 100 km
Preis: 
Volvo XC90 T8 Twin Engine R-Design 7-Sitzer: 106.336 Euro
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