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Welche Werbung wirklich wirkt

19.12.2018

Neue Medien und Vertriebskanäle stellen den klassischen Autohandel vor große Herausforderungen. Doch wer seine MARKETING- UND VERKAUFSSTRATEGIEN an die Bedürfnisse der Kunden anpasst, wird Besucherfrequenz und Umsatz steigern. Wie’s geht, verraten Experten in unserer Topstory.

Marktplatz Internet – von der eigenen Web - site über diverse Online-Platt formen bis zur Repräsentanz in sozialen Medien spannt sich der Bogen an möglichen Werbefl ächen, die man als Autohändler heute rasch und bequem bespielen kann. Dabei besteht jedoch die Gefahr, sich zu verzett eln, alles ein bisschen und nichts richtig zu machen und dabei auch noch sein traditionelles Business – die Kundenberatung im hauseigenen Schauraum und die Kundenbetreuung in der Werkstätt e – zu vernachlässigen. So zeigt eine aktuelle Studie der FH Kufstein, dass zwar jeder zweite Autohaus-Betreiber seine digitale Kompetenz als „eher hoch“ und jeder siebente sogar als „sehr hoch“ einschätzt. Gleichzeitig geben jedoch zwei von drei Befragten zu, „keine Digitalisierungsstrategie“ zu haben. Das mit Abstand am häufi gsten genutzte Instrument sei die Website, doch die in den Kreisen potenzieller Kunden beliebten sozialen Medien würden bisher noch gar nicht oder äußerst wenig genutzt. Studienleiter Mario Situm: „Die Studie zeigt auch, dass sich bereits 75 Prozent der Kunden über ein Produkt zuerst im Internet und nicht im Autohaus informieren – da herrscht dringender Handlungsbedarf.“

ALLES UNTER EINEM HUT

Einer, der alle Tasten der Marketingklaviatur souverän beherrscht, ist Michael Mayr, Geschäft sführer und Inhaber des Mehrmarkenbetriebs Autopark GmbH, der in Innsbruck und an vier weiteren Standorten in Tirol beheimatet ist. Er nützt für die Akquise von Neukunden sowie für die Kundenbindung die eigene Homepage, externe Gebrauchtwagen- Portale, die regionale Online-Tageszeitung und die sozialen Medien Facebook und Instagram. „Interne Beiträge, Mitarbeiterberichte und Informationen über Neu- und Umbauten kommen gut an, dafür erhalten wir ein sehr starkes Feedback auf unserer Facebook-Seite“, so Mayr. Die Neu- und Gebrauchtwagen- Angebote der Autopark GmbH werden auf allen Online-Platt formen ausgespielt. Auf die Frage, ob es vonseiten der Hersteller Vorgaben für Marketingmaßnahmen gebe, antwortet Mayr: „Ja, ein gewisses Marketingbudget muss für Online- Marketing verwendet werden.“ So wird der Autopark- Auft ritt im Internet und in den Social Media sowohl von externen Agenturen als auch von internen Mitarbeitern betreut. „Unsere monatlichen Statistiken über die Zugriff e, Interaktionen und Likes zeigen eine deutlich steigende Resonanz“, zeigt sich Mayr zufrieden und zieht daraus die Konsequenz: „Im nächsten Jahr werden wir unsere Online-Marketingmaßnahmen noch verstärken.“

NUR NICHT VERZETTELN

Im Betrieb Autowelt Linz ist man ebenfalls im digitalen Zeitalter angekommen. Matt hias Krieger, Leiter IT/Marketing, erklärt die Bedeutung von Facebook: „Wir sind bereits seit 2015 aktiv, haben zum 20-jährigen Firmenjubiläum begonnen. Grundsätzlich sind wir mit unseren Aktivitäten zufrieden.“ Kollegin Kathrin Krenosz, Marketing und Werbung, ergänzt: „Wir posten derzeit drei- bis fünfmal die Woche und haben 1.340 Abonnenten. Unsere Auswertungen zeigen, dass vor allem authentische Posts über das Unternehmen und unsere Aktivitäten gut ankommen.“ Beide betonen jedoch, dass man Social Media nicht halbherzig machen sollte, denn „sonst funktioniert es nicht“. Darum hat die Autowelt Linz auch professionelle Hilfe von einer Online-Agentur. Damit reduziert sich laut Krieger der interne Aufwand auf vier Wochenstunden, inklusive monatlichem Medienplan. Einen Plan brauche es, denn „man kann sich schnell in Facebook mit all seinen Auswertungstools verlieren“, so Krenosz. Nur auf Onlinewerbung möchte man bei der Autowelt Linz nicht setzen. Zwar würde man für das nächste Jahr etwas mehr Ressourcen Richtung Online umschichten, aber wie Matt hias Krieger betont: „Es braucht auch Print- und Radiowerbung, um unsere gesamte Zielgruppe zu erreichen.“ Und daran werde sich auch in den kommenden Jahren nicht viel ändern. Angesprochen, ob man via Social Media konkrete Verkäufe oder dergleichen beziff ern könne, betont das Marketing-Duo, dass es „schwierig ist festzustellen, über welche Maßnahme der Kunde zu uns ins Geschäft gekommen ist. Aber ja, wir können den positiven Eff ekt erkennen, sonst würden wir nächstes Jahr den Onlinebereich, inklusive Homepage und gut funktionierendem Newslett er, nicht weiter ausbauen.“

Autor:
Peter Seipel und Philipp Bednar

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