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Günter Blümel (li.) und Alex Guillaume Ellinger beim Arbeitsplatz für Vermessung und Kalibrierung der Firma Autopark Wien.

Wien ist anders: Schützenhilfe bei der Kalibrierung

11.05.2021

Mit den Fahrerassistenzsystemen steigt die Anforderung an Werkstätten in Sachen Kalibrierung. Die Landesinnung Wien hat jetzt eine innovative Lösung gefunden: Zwei Vorzeigebetriebe in Sachen Vermessung und Kalibrierung stellen ihre Infrastruktur ihren Branchenkollegen zur Verfügung.

Die Landesinnung Wien der Fahrzeugtechnik, Berufsgruppe Karosseriebautechniker, Karosserielackierer und Wagner, präsentiert eine unkonventionelle Lösung für Vermessung und Kalibrierung nach Reparaturen: Fachbetriebe mit der neuesten Ausrüstung bieten Branchenkollegen schnelle Termine für sachgemäße Erledigung der erforderlichen Arbeiten.

Fahrerassistenzsysteme sind kein vorübergehender Trend, einige sind bereits in Neuwagen verpflichtend und es werden immer mehr. In Europa müssen ab 2022 für neu typisierte Autos und ab 2024 für alle Neuwagen folgende Systeme zur Serienausstattung gehören: der automatische Notbremsassistent, der Spurhalteassistent, der intelligente Geschwindigkeitsassistent, der Müdigkeitsassistent und die Notbremswarnung.

Herausforderung für freie Werkstätten

Die Sensoren der Fahrerassistenzsysteme sind in der Verkleidung und in Teilen des Fahrzeugs eingebaut, die bei einem Zusammenstoß oft betroffen sind. Das können Stoßfänger, Windschutzscheiben, Reifen oder Seitenspiegel sein. Sind diese Teile betroffen, muss das Fahrzeug nach der Reparatur bzw. dem Teiletausch vermessen und sachgemäß kalibriert werden. Hier beginnt für viele Werkstätten die Herausforderung, da die Kalibrierung nach strengen Auflagen durchgeführt werden soll, damit das System im Fall einer Gefahr frühzeitig und korrekt reagiert.

„Die Anforderungen an die Werkstatt für sachgemäße Kalibrierung sind enorm. Viele freie Werkstätten können allein auf Grund von Platzmangel keine entsprechenden Arbeitsplätze für Vermessung und Kalibrierung schaffen. Dabei wird es für alle über kurz oder lang notwendig sein, dafür eine Lösung parat zu haben“, sagt Günter Blümel, Landesinnungsmeister Stv. und Vorsitzender der Berufsgruppe Karosseriebautechniker, Karosserielackierer und Wagner in Wien.

Eine der Lösungen ist die Kalibrierung des reparierten Fahrzeuges bei Hersteller- bzw. Importeursbetrieben, doch hier muss man längere Wartezeiten auf Termine und die Markenabhängigkeit in Kauf nehmen.

Die Idee für eine neue Lösung hatten Blümel und Bundesinnungsmeister Stv. Manfred Kubik. Die Landesinnung Wien initiierte die Möglichkeit der Vermessung und Kalibrierung bei Kollegen, die über neueste Technik und Erfahrung verfügen. „Der größte Vorteil dieser unkonventionellen Lösung sind schnelle Termine zwischendurch für Kollegen“, so Blümel. „In den meisten Betrieben ist ja folgende Situation alltäglich: Der Kunde möchte nicht lange warten und der Termin für die Kalibrierung muss rasch verfügbar sein.“

Günter Blümel und Manfred Kubik haben die Idee für Branchenkollegen der gesamten Fahrzeugtechnik entwickelt, sowohl für Karosseriebautechniker und Karosserielackierer als auch für Fahrzeugtechniker. Die Preise für die technische Dienstleistung können die Kooperationspartner im persönlichen Gespräch vereinbaren.

Vorerst zwei Betriebe

In Wien stehen vorerst zwei Betriebe für Zusammenarbeit bereit: Autopark Wien – Alex Guillaume Ellinger GmbH & Co KG in Wien Donaustadt (https://www.autopark.wien) und A. u. H. Lederer Gesellschaft m.b.H. in Wien Landstraße (https://www.autorep-lederer.at). Beide verfügen über professionell eingerichtete Arbeitsplätze für Vermessung und Kalibrierung sowie speziell geschulte Mitarbeiter. Die benötigten Arbeiten werden entsprechend den Herstellervorgaben durchgeführt und dokumentiert.

So kann die Werkstatt ihren Kunden zusätzlich zur Rechnung einen Nachweis über die erfolgte Kalibrierung aushändigen. „Wiener Fachbetriebe, die über dasselbe Know-how sowie die entsprechende Ausstattung für Kalibrierung verfügen und an Kooperationen interessiert sind, können sich bei der Landesinnung der Fahrzeugtechnik melden“, so Blümel. Die in Wien entwickelte Idee soll allen Vertretern der österreichischen Autobranche dienen, damit die Werkstätten einander unterstützen, um technische Herausforderungen gemeinsam zu meistern.

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