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Gerhard Hametner, Hans Peter Lenz (ÖVK), Peter Gutzmer (Schaeffler), Rolf Bulander (Bosch), John Fuerst (Delphi), Masanori Sugiyama (Toyota) (v.l.).

Wiener Motorensymposium 2015

10.06.2015

Zum 36. Internationalen Wiener Motorensymposium kamen 1000 Experten aus aller Welt und präsentierten in der Hofburg die neuesten Konzepte für verbrauchs- und abgasärmere Motoren.

Neben der 48-Volt-Hybridisierung wurden weitere interessante Strategien vorgestellt, um Verbrauch und Emissionen des Verbrennungsmotors zu
senken.

Hier eine Auswahl:
▶ Peter Gutzmer, Technologievorstand des deutschen Zulieferers Schaeffler AG, zeigte in seinem Vortrag drei Wege in die nächste Antriebszukunft auf: Die Optimierung des Verbrennungsmotors, die 48 Volt und die Hoch-Volt Hybridisierung. Außerdem ermöglicht das elektrische Fahren den Einsatz von Getrieben mit geringerer Gangzahl, wodurch sich Kosten beim Antriebsstrang einsparen lassen, so Gutzmer.

▶ Rolf Bulander, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH und Vorsitzender des Geschäftsbereichs Mobility Solutions, stellte neben dem Mild-Hybrid neue Strategien wie die Erhöhung des Drucks bei der Benzineinspritzung auf 350 bar oder die Einspritzung eines Benzin-/Wassergemisches bei Ottomotoren vor.

▶ John Fuerst, Vice President Engineering Powertrain Systems des Zulieferkonzerns Delphi, präsentierte unter anderem den neuen Benzindirekteinspritzer mit Kompressionszündung GDCI, der Verbrauchsvorteile eines Dieselmotors und geringe NOx- und Ruß-Emissionen verspricht. Produktionsreif könne ein derartiges Aggregat in der nächsten Dekade werden, so Fuerst.
▶ Masanori Sugiyama, leitender Motorenentwickler bei Toyota, stellte die vom Konzern selbst entwickelten Kerntechnologien für die Antriebsvielfalt der Zukunft vor. Dazu gehören Motoren und Getriebe ebenso wie elektronische Bauteile, Elektromotoren, Wechselrichter und Batterien für Hybrid-Elektrofahrzeuge. Außerdem kommt im Herbst 2015 der mit Wasserstoff betriebene Toyota Mirai auch in Europa und den USA auf den Markt.

▶ José Avila, Leiter der Division Powertrain bei Continental, präsentierte erfolgreiche Strategien zur Stickoxid-Minimierung beim Dieselmotor. Continental erreicht dies unter anderem durch die motornahe Platzierung eines kompakten Katalysators, der sich dadurch schneller aufheizt und früher aktiv wird. Denselben Zweck erfüllt der elektrisch heizbare Katalysator (e-Kat), der in Hybridfahrzeugen die Katalysatorstruktur auf Temperatur bringt, wenn der Verbrennungsmotor im Interesse der Kraftstoffersparnis längere Zeit abgeschaltet war.

▶ VW Entwicklungsvorstand Heinz-Jakob Neußer prophezeite in seinem Vortrag: „Hocheffiziente TDI und TSI/TFSI-Motoren - am besten in Verbindung mit dem Doppelkupplungsgetriebe DSG - bleiben auf absehbare Zeit unverzichtbar.“ Der neue Hochdrehzahldiesel des Konzerns wartet mit hocheffizienten Brennverfahren, innovativem Thermomanagement, maximaler Aufladung dank E-Booster sowie neuen Werkstoffen und Beschichtungen auf und erreicht eine Leistung von deutlich über 100 kW pro Liter Hubraum. Der ebenfalls neue High-Performance 3-Zylinder-TSI holt per Monoscroll-Turbolader und E-Booster aus nur einem Liter Hubraum stattliche 272 PS und 270 Nm Drehmoment. „Ein schönes Beispiel, wie viel Potenzial noch im Verbrenner steckt“, so Neußer.

Friedrich Eichler, Leiter Aggregate-Entwicklung bei Volkswagen, stellte zudem den neuen 6.0 l Zwölfzylindermotor W12 TSI vor, der in den Premiummodellen von VW, Audi und Bentley eingesetzt wird. „Mit schaltbarer Ölpumpe, integriertem Thermomanagement, dualer Kraftstoffzumessung mit Hochdruck-Direkt- und Niederdruck-Saugrohreinspritzung, Twin-Scroll-Biturboaufladung sowie Einzel-Zylinderbankabschaltung und zwei Steuergeräten lässt sich dieser Motor je nach Bedarf wie vier verschiedene Aggregate betreiben“, erklärte Eichler.

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