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Für Werkstattmeister Stephan Selucky (r.) kam der Sieg seines Lehrlings Christoph Berger nicht unerwartet.

Wiens bester Jung-Mechaniker

21.07.2014

Der 19jährige Christoph Berger setzte sich gegen 26 Teilnehmer durch und gewann den Wiener Landeslehrlingswettbewerb der Kfz Techniker. Auch seinem Lehrbetrieb Porsche Wien-Liesing gebührt ein Anteil am Erfolg.

Werkstattmeister Stephan Selucky ist die Freude über den Sieg seines Schützlings anzusehen: „Ich war beim Wettbewerb dabei und hab‘ schon am Punktestand gesehen, dass der Christoph ganz vorne liegt“, sagt er. Vom ersten Platz waren dann doch beide überrascht, weil man sich ja nicht zu früh freuen oder gar etwas verschreien will. Christoph Bergers  Punkteabstand zum Zweitplatzierten fiel jedenfalls recht deutlich aus, da er die Aufgaben bei allen neun Prüfungsstationen ordentlich lösen konnte. Keine Selbstverständlichkeit für den jungen Porsche-Mechaniker, der sein Geschick und Know-how auch beim Hinterradwechsel an einem Motorrad oder bei der Prüfung einer Lkw-Druckluftbremse unter Beweis stellen musste. „Ein angehender Kfz-Techniker muss sich grundsätzlich bei allen Fahrzeugen auskennen, die Spezialisierung kommt dann ohnehin im Beruf dazu“, sagt Markus Fuchs, Direktor für Kfz-Technik an der Wiener Siegfried Marcus Berufsschule. Auch er bescheinigt seinem Vorzugsschüler Christoph Berger großes Talent: „Der Bursch hat immer lauter Einser und wäre eigentlich schon reif für die Gesellenprüfung, obwohl er erst im dritten Lehrjahr ist.“

Strenge Aufnahmsprüfung

Zurück zu Porsche Wien-Liesing in die Porsche-Werkstatt, wo Christoph Berger und zwei weitere Lehrlinge gerade ihre Ausbildung absolvieren. Auf den Hebebühnen schweben wahre Prachtstücke aus der Zuffenhausener Sportwagenschmiede, wie zum Beispiel ein giftgrüner GT3 oder ein schokoladebrauner 928er. Die Traumwerkstatt jedes Kfz-Technik-Lehrlings also, in die es den jungen Christoph allerdings nur durch Zufall verschlagen hat. Denn aussuchen kann man sich die Marke nicht, wenn man sich bei Porsche Wien Liesing für eine Lehrstelle bewirbt. „Das Aufnahmeverfahren ist aufwändiger, als ich gedacht habe“, erzählt Berger und berichtet von einem Computertest, bei dem erst einmal der Wissensstand zur Automobiltechnik abgefragt wird. Wird dieser bestanden, gibt es eine dreitägige Schnupperlehre, bei der man sein Geschick im Umgang mit Werkzeugen unter Beweis stellen muss. Danach steht ein ausführliches Vorstellungsgespräch auf dem Programm und anschließend noch ein Praxistest mit Reifenwechsel und Bauteilbestimmung. Sind alle Hürden erfolgreich gemeistert, wird man als Lehrling aufgenommen und einer Marke zugeteilt. In Liesing stehen Volkswagen, Audi, Seat, Skoda oder eben Porsche zur Wahl, und Christoph wurde für würdig befunden, an den Premium-Sportwagen zu arbeiten.  

Motivation ist gefragt

„Im ersten Jahr werden unsere Lehrlinge einem Gesellen zugeteilt‚ im zweiten Jahr arbeiten sie bereits weitgehend selbstständig, und im dritten Jahr schließlich produktiv“, erklärt Stephan Selucky, der seit 2006 als Meister bei Porsche Wien-Liesing beschäftigt ist.  Produktiv arbeiten heißt, dass am Beginn jeder Arbeit ein Zeitstempel gesetzt wird und die Uhr beim Reparatur- oder Servicejob mitläuft. Christoph Berger lässt sich davon keineswegs aus der Ruhe bringen und hält die vorgegebenen Zeiten problemlos ein. „Bisher war ich mit allen meinen Lehrlingen sehr zufrieden“, sagt Stephan Selucky. „Leider gibt es aber immer mehr Bewerber, denen die richtige Motivation für den Beruf fehlt“, spricht der Werkstattmeister aus Erfahrung. Er ist dankbar für das strenge Aufnahmeverfahren bei Porsche Wien-Liesing. „Das schafft nur, wer wirklich Kfz-Techniker werden will.“  

„Der Einstieg ins Berufsleben stellt ein große Herausforderung dar und beginnt bereits hier der Wettbewerb unter den Besten. Bestehen kann nur, wer dem Leistungsdruck und den immer größer werdenden Anforderungen an Wissen und Können standhält. Eine gute und fundierte Lehrlings- und Fachkräfteausbildung garantiert die beste Qualifikation und ist ein wichtiger Schritt in die eigene erfolgreiche Zukunft.“ Michaela Rockenbauer, Marketingleiterin Castrol

Autor/in:
Peter Seipel
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