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Gernot Eissner (GF), Lukas Hackl und René Schmircher (v.l.) von AutohausLukas Hackl tüftelt am liebsten an Elektroproblemen herum.Gernot Eissner (GF), Lukas Hackl und René Schmircher (v.l.) von AutohausLukas Hackl tüftelt am liebsten an Elektroproblemen herum.

Wir sind Europameister

11.06.2014

Der 19-jährige Niederösterreicher Lukas Hackl ist „Europameister" der Kfz-Technik-lehrlinge und damit der beste Beweis, dass das duale Ausbildungssystem in Österreich funktioniert

Lukas Hackl ist sicher kein gewöhnlicher Lehrling. Der stämmige Bursche mag im ersten Moment schüchtern wirken, spricht man ihn jedoch auf seinem Beruf an, beginnen seine Augen zu leuchten und ein verschmitztes Lächeln lässt die Mundwinkel nach oben wandern: „Für mich war bereits in der Hauptschule klar, dass ich Mechaniker werde." Schon sein Vater war als Mechaniker tätig und dürfte seinem Sohn genau die richtige Portion Talent in die Wiege gelegt haben. Aber war es wirklich Talent, dass Lukas Hackl beim diesjährigen Car Mechanic Junior Wettbewerb in Mazedonien den Sieg unter 14 internationalen Teilnehmern einbrachte? Nein, ganz sicher nicht. Es war der Ehrgeiz des jungen Mannes: „Ich werde auf jeden Fall den Meister machen", so Hackl. Ein eigener Betrieb ist vorerst nicht geplant. Und irgendwie überrascht die Antwort gar nicht, denn Lukas Hackl wirkt nicht wie ein Träumer, sondern sehr bodenständig und bedacht.

Talent und Ehrgeiz

Lukas Hackl werkt tatkräftig in der Werkstatt vom Autohaus Eissner in Hollabrunn. Sein Ausbilder, Kfz-Technik-Meister und Service-Leiter René Schmircher weiß ihn zu schätzen: „Jemanden wie Lukas haben wir bisher noch nie gehabt. Er hat sich mit 20 anderen für einen Lehrplatz bei uns beworben. Bereits bei den Schnuppertagen hat er uns überzeugt." So sollte es dann auch kommen: Bereits während der Probetage hat er gemeinsam mit Diagnose-Fachmann Andreas Koy einen VW Polo Gti-Motor zusammengeschraubt. Prädikat: Naturtalent. Ob Lukas seine Berufswahl bereut hat? „Nein, überhaupt nicht. Mir taugt meine Arbeit sehr."

Theorie und Praxis

Worin sich Lukas Hackl von vielen anderen Lehrlingen unterscheidet? „Lukas ist ein Anpacker, der auch in seiner Freizeit an der Problemlösung kiefelt und seinen Job zu Hundert Prozent ausübt", so Schmircher. Angesprochen, ob er die Berufsschule oder die Praxis lieber mag, gab es eine überraschende Antwort: „Ich bin freiwillig ins Internat der Berufsschule Eggenburg gegangen, obwohl ich nur sieben Kilometer entfernt wohne. Das Gemeinschaftsgefühl in der Gruppe mit den Kollegen hat mir einfach getaugt." Außerdem sieht der junge Europameister das Schulsystem als wichtigen Eckpfeiler seiner Ausbildung an. „Es braucht eine Basis, auf der man aufbauen kann. Da tun sich einige Kollegen schwer, die in der Werkstatt tolle Praktiker sind, in der Klasse aber zu kämpfen haben." Ob sein Chef René Schmircher einen Zusammenhang zwischen guten Schulnoten und anständigen Leistungen in der Werkstatt erkennen kann? „Nein, eigentlich nicht. Es gibt Burschen, die sind in ihrer Lehrzeit eher durchschnittlich. Aber danach blühen sie auf und geben richtig Gas." Lukas Hackl tat sich in der Schule leicht, „aber ich habe mich auch am Abend und in meiner Freizeit mit der Thematik beschäftigt und dazugelernt. Ich glaube, anders geht es heute gar nicht."

Mächtig stolz

Gernot Eissner, Inhaber des gleichnamigen Autohauses, ist sichtlich stolz: „Lukas ist ein Musterbeispiel eines Lehrlings. Bereits bei der Lehrlingschallenge von Volkswagen und Audi 2013 hat er den zweiten Gesamtplatz belegt – österreichweit – und das, obwohl er erst im dritten Lehrjahr war." Ob Lukas selbst auch stolz sei: „Ja, aber ich glaube, die anderen freuen sich fast mehr", lächelt der Niederösterreicher die Lobeshymnen etwas beiseite. Und zum Abschluss? „Möchte ich ein dickes Dankeschön an meinen Schulungsleiter Rudolf Rosenmayer von Porsche Wien Liesing richten. Wir haben bis heute einen guten Kontakt, und wenn ich mal nicht weiterkomme, kann ich ihn jederzeit anrufen."

Autor/in:
Philipp Bednar
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