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„Wir bieten ein Premiumprodukt. Das kostet ein bisschen mehr, aber dafür passen Qualität und  Service.“

„Wir sind klein, fein & schlagkräftig“

10.04.2014

Im KFZ Wirtschaft-Interview erklärt Klaus Neumayer, Christ Österreich Verkaufsleiter, in welchen Marktsegmenten er Potenziale sieht und weshalb der Teamcharakter so wichtig ist.

KFZ Wirtschaft: Herr Neumayer, Sie sind seit einem halben Jahr Verkaufsleiter von Christ Österreich. In welcher Phase haben Sie die Position übernommen und was haben Sie sich konkret vorgenommen?
Klaus Neumayer: Bei Christ Österreich hat jeder für sich gearbeitet. Der Teamcharakter war viel zu wenig ausgeprägt. Ich habe mir vorgenommen, das rigoros zu ändern, und ich habe es bereits geändert. Die Service-Techniker sprechen regelmäßig alles mit mir ab. Ich weiß über alles Bescheid. Mein Team besteht aus sieben Personen, und jetzt ist es wirklich ein Team. Wir sind klein, fein und schlagkräftig.

Können Sie ein Beispiel nennen?
Ein Service-Techniker betreut eine Station. Wenn also ein Kunde mit seiner Waschanlage ein Problem hat, hat er seinen Service-Techniker, der ihn ständig betreut. Das ist mir wichtig. Wir sind keine Massenhersteller und machen auch nicht den untersten Preis. Wir bieten ein Premium-Produkt.
Das kostet ein bisschen mehr, dafür passt das Preis-Leistungsverhältnis vortrefflich. Die Firma Christ stellt 85 Prozent der Teile selbst her. Wir haben allein in der Forschung 25 Personen, die sich ausschließlich mit Innovationen beschäftigen. Auch hier kommt der Qualitätscharakter deutlich zum Vorschein.

In welchem Segment sehen Sie das größte Potenzial für Waschanlagen?
Bei Mineralölkonzernen. OMV, BP sind für uns wesentlich, da werden wir viel Kraft investieren, um Fuß zu fassen. Bei Jet sind wir außerdem ständiger Lieferant. Wir gehen weg vom Einzelkämpfer-Prinzip, ein Unternehmen wie die OMV braucht ein Team. Die großen Konzerne betreue ich persönlich, gemeinsam mit meinem Team.

Wie groß ist das Potenzial für Waschanlagen bei Autohäusern? Gibt es noch welche, die keine haben? Oder ist es ein reiner Verdrängungswettbewerb?
Im Segment Autohaus ist es zu 100 Prozent Verdrängung. Beim Autohaus gehört das gewaschene Auto zum guten Ruf dazu. Das Autohaus wäscht entweder 80 oder 100 Autos pro Tag oder zehn. Dazwischen gibt es meist nichts. Ein Autohaus, das viel wäscht, braucht alle fünf bis sechs Jahre eine neue Anlage. Bei einem Autohaus, das wenig wäscht, muss die Anschaffung einer Anlage sehr günstig sein. Die hält dann mitunter auch 15 bis 20 Jahre. Aber auch in diesem Fall ist es wichtig, dass die Qualität passt. Wir  bieten dann die Sirius an. Da stimmt das Preis-Leistungsverhältnis. Diese Anlage ist sozusagen nicht für den Endverbraucher bestimmt, sondern ist gewissermaßen das Zuckerl, sprich: der Werkstattkunde erhält seinen Wagen optimal gereinigt.

Gibt‘s noch Autohäuser, die das reparierte Auto nicht gewaschen übergeben?
Das glaube ich nicht. Die lassen anderswo waschen. Jedes kleine, mittlere oder große Autohaus übergibt das Auto gewaschen.

Die Werkstattrechnung zu bezahlen ist ja nicht gerade ein Lustkauf. Bringt das blitzsaubere Auto einen Aha-Effekt?
Wenn wir das Auto von der Werkstatt nach der Reparatur entgegennehmen und 500 oder 1000 Euro zahlen, hat sich im Grunde ja nichts getan. Der Kunde betrachtet ein sauberes Auto auch als ein optimal gewartetes Auto.

Sie haben Ende des Vorjahres von einer Internet-Plattform gesprochen, die Sie lancieren wollen.
Die Plattform ist im Entstehen. Ich muss zugeben, dass ich den Aufwand etwas unterschätzt habe. Frühestens Ende des Jahres sollte sie stehen.

Was soll diese Plattform leisten?
Primär soll es ein Kommunikationsmedium sein für Leute, die Waschanlagen betreiben bzw. servicieren. Für einen professionellen Meinungsaustausch. Da geht‘s auch um Transparenz. Wir wollen damit auch zeigen, dass wir uns für unser Produkt nicht zu genieren brauchen.

Wie viele Ihrer Waschanlagen-Kunden kaufen auch die Chemie von Christ?
Das steckt bei uns noch ein bisschen in den Kinderschuhen. Die Strukturen schaffen wir gerade. Wir machen Marktstudien, die ermitteln sollen, welches Potenzial wir haben, inwieweit sich der Vertrieb rechnet, was wir erwirtschaften können et cetera. Derzeit vertreiben wir mit dem Service die Waschchemie. Es gibt noch keinen reinen Chemievertrieb, wie etwa in Deutschland. Im Grunde verlangen es unsere Kunden, weil sie alles aus einer Hand wollen. Darauf werden wir jedenfalls reagieren.

Autor/in:
Wolfgang Bauer
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