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Die Lage für die Branche ist bedrohlich.

„Es ist an Dramatik nicht zu überbieten“

12.03.2020

Branchenvertreter Alarm: Die Auswirkungen der Corona-Pandemie stürzen Busunternehmer in eine schwere Krise.

„Bis zu 80 Prozent unserer rund 740 Busse stehen still,“ erklärte der Geschäftsführer der Fachgruppe Verkehr, Peter Lackner, auf einer im Anschluss an ein Krisengespräch der steirischen Busunternehmer in der Wirtschaftskammer eigens einberufenen Pressekonferenz.

Lackner rechnet derzeit mit einem täglichen Umsatzentgang von rund 40.000 Euro, monatlich rund elf Millionen Euro, für die rund 175 steirischen Busunternehmen. Die Situation sei „mehr als besorgniserregend“, so der Interessenvertreter. Unternehmen, die es seit Jahrzehnten gibt, seien entsprechend verzweifelt ob der Situation, die Reaktion vonseiten der Fahrgäste sei alarmierend. Kleine Firmen würden oft gar zu hundert Prozent still stehen. Es gebe aber erste Zusagen von AMS, Landes- und Bundesebene für Hilfeleistungen. Diese erscheinen auch notwendig: „Die Firmen haben nicht riesige Rücklagen, zwei bis drei Monate ohne Aufträge gehen an die Existenz“, sagt Lackner.

Pure Verzweiflung

Martin Horvath, der Spartenobmann der Berufsgruppe in der Wirtschaftskammer, sieht die Situation ähnlich. Bei den Busunternehmern herrsche pure Verzweiflung ob der Auswirkungen der Corona-Pandemie. „Wir schaffen das nicht, wir brauchen dringend Hilfe, ansonsten ist die Branche kaputt", erklärte Horvath im Gespräch mit der Apa. Reisebusse würden still stehen, die ersten Unternehmen hätten bereits Insolvenz angemeldet, andere hätten Busse abgemeldet.

Weiteres Ungemach droht nun durch die vorübergehende Schließung von Schulen, Universitäten und Fachhochschulen. Sollten diese nun auch noch den Linienverkehr zum Erliegen bringen, dann würden die Auswirkungen noch dramatischer werden. „Es ist an Dramatik nicht zu überbieten“, betont Horvath. Die Haftungsübernahmen von Seiten des Bundes seien bestenfalls ein Tropfen auf dem heißen Stein - und würden schon gar nicht reichen, wenn die Krise länger andauert. „Unsere Unternehmen bekommen bereits Absagen für Schulausflüge im Juni“, sagt Horvath. Die Busunternehmen bräuchten nun rasch die Zusage, dass ihre Schäden abgedeckt werden. 

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