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3 Fragen an ...

10.04.2019

... Hermine Resch, Geschäftsführerin Herbert Temmel GmbH, Gleisdorf.

Sie haben sich einmal als Marcel Hirscher der Elektromobilität bezeichnet – wie war das gemeint?

Wie der Marcel Hirscher auf der Schipiste bin ich bei der Elektrifizierung des Lkw-Fuhrparks den anderen um eine Nasenlänge voraus. Ich habe die ersten beiden Elektro-Lkw Österreichs im Einsatz gehabt und stelle demnächst den Prototypen eines umgebauten E-Lkw vor, dessen Basis ein alter Diesel-Lkw ist.

Ist der Elektroantrieb im Verteilerverkehr bereits heute eine wirtschaftliche Alternative zum Diesel?

Auf jeden Fall. Der Diesel-Lkw verbraucht ja im Stop&Go-Verkehr viel mehr Sprit als auf der Landstraße und hat dadurch viel höhere Unterhaltskosten als ein Strom-Lkw. Auch aus Umweltschutzmotiven bin ich der Ansicht, dass alle Fahrzeuge im urbanen Raum elektrifiziert werden sollten.

Wird der Umstieg auf die Elektromobilität Ihrer Ansicht nach ausreichend gefördert?

Das aktuelle Förderpaket für die Anschaffung oder den Umbau von Elektrofahrzeugen ist äußerst großzügig bemessen. Von 1. Jänner 2019 bis 31. Dezember 2020 werden 30 Prozent der Kosten bis zur Höhe von 50.000 Euro gefördert – das ist sensationell und gehört ausgenützt!

 

Große Elektro-Pläne in der Steiermark

Das Transporunternehmen Herbert Temmel GmbH betreibt in Gleisdorf seit Mitte 2017 zwei Elektrotrucks. Gemeinsam mit dem Fördertechnikunternehmen BT-Anlagenbau und Lkw-Bauer Framo ließen die Steirer zwei MAN-Sattelzugmaschinen auf Elektroantrieb umbauen. Im Unterschied zum eTruck sind die 18-Tonner mit einer Rekuperationseinheit ausgestattet und kommen daher mit einer kleineren Batterie auf annähernd die gleiche Reichweite von rund 100 Kilometern. „Die Fahrzeuge bewähren sich seit nun fast zwei Jahren bestens im Verteilerverkehr in Graz und Umgebung“, sagt Temmel-Geschäftsführerin Hermine Resch. 

Die Framo-Lkw werden während der rund 45 Minuten dauernden Ladevorgänge an die Stromtankstellen angehängt, die sowohl in der Temmel-Zentrale als auch bei manchen Kunden zur Verfügung stehen. So bleibt die Batterie immer ausreichend aufgeladen, jedes Wochenende wird sie zudem mittels „Balancing“-Programm einer Frischzellenkur unterzogen. „Unser Plan ist, noch weitere unserer alten Diesel-Lkw auf Elektroantrieb umzurüsten“, erklärt Hermine Resch. „Würden wir sie einfach ausmustern, würden sie irgendwo im Ausland weiter die Umwelt verstinken – das wollen wir nicht.“

Autor/in:
Peter Seipel

Peter Seipel, geboren in Wien, startete seine Karriere als Journalist und Fotoreporter 1986 in der Motorredaktion des KURIER. Von 1989 bis 1998 war er Redakteur des Monatsmagazins WIENER, danach freier Journalist, unter anderem tätig für die Magazine profil, trend, brandeins und technology review. Seit 2009 ist er Redakteur beim Österreichischen Wirtschaftsverlag.

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