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70-jährige Revolution

26.07.2016

Der STRAGÜ ist 70! Dieses für eine Fachzeitschrift nicht alltägliche Jubiläum feiern wir mit einem ausführlichen Sonderteil. Neben zahlreichen historischen Geschichten (wie z.B. der „Wurst im Tank“, Seite 52) spannen wir auch einen Bogen in die Zukunft: Auf der IAA im Herbst wird sich alles um autonomes, vernetztes und elektrisches Fahren drehen.

Die Spitzenmanager der Lkw-Industrie sehen die Branche gar vor einer Revolution – wir haben die einschneidenden Trends ab Seite 32 zusammengetragen. Doch wie schnell werden Lkw tatsächlich elektrisch fahren, ohne den Fahrer auskommen und sich selbstständig (vorbeugend) in der Werkstatt anmelden? Bis es soweit ist, wird noch viel mehr Treibstoff in die Einspritzdüsen geschossen, als viele prophezeien – das ist jedenfalls meine Meinung. Dass ein selbstfahrender Tesla gerade eben einen weißen Auflieger mit dem Himmel verwechselt hat und den Fahrer ungebremst in selbigen beförderte, ist ein tragische Geschichte und zeigt die nach wie vor bestehenden Grenzen der vielerorts bereits hochgelobten Technologien auf. Und eines zeigt sich auch: Speziell die Fahrzeughersteller der „New Economy“ (Tesla, Google etc.) gehen sorglos mit diesen Technologien um. Was allerdings einen bewussten (marketingtechnischen) Hintergrund hat, will man doch der Erste und führend sein. 

Bei den Skandinaviern ist Sicherheit bekanntlich seit jeher oberste Prämisse – Scania und Volvo zeigten kürzlich, wie sie sich das autonome Fahren vorstellen. Und zwar eher in vom Fließverkehr abgegrenzten Bereichen wie beispielsweise Minen. Auf Seite 34 und in einem Filmbeitrag auf www.strague.at sehen sie in teils beeindruckenden Bildern, wie das funktionieren kann.  Beim zweiten Mega-Trend, dem elektrischen Fahren, stoßen Nutzfahrzeuge, speziell im Fernverkehr, aufgrund der nutzlasthemmenden, schweren Batterien bislang an ihre natürlichen Grenzen – auch wenn es immer wieder Vorstöße in diese Richtung, wie zum Beispiel die erste jetzt eröffnete Oberleitungsautobahn in Schweden, gibt (siehe Seite 32). Die Batterieentwicklung macht zwar Fortschritte, doch werden alternativen Treibstoffen wie Gas kurzfristig eher – jetzt sogar im Fernverkehr – Chancen eingeräumt. Iveco hat hier einen Vorstoß gewagt. Und bei den Schmierstoffen macht es Shell bereits vor – über die revolutionären Vorzüge der „gas-to-liquid“-Technologie.

Vor 70 Jahren waren jene Transportunternehmer am erfolgreichsten, die die Fahrtüchtigkeit ihrer Lkw gewährleisten konnten. In einigen wenigen Jahren werden nur mehr jene erfolgreich sein, die das Management und die Überwachung der Datenströme gewährleisten können. „Das globale Datenvolumen wird im Jahr 2020 die 50-fache Menge aller Sandkörner der Welt betragen“, versuchte der mächtige VW Lkw-Chef Andreas Renschler kürzlich auf einer IAA-Vorpressekonferenz anhand eines treffenden Vergleichs die Entwicklung in diesem Bereich zu verdeutlichen, nicht ohne darauf zu verweisen, dass vor zehn Jahren „noch fünf Mal mehr Sandkörner als Bytes vorhanden waren“. 

Der STRAGÜ war stets treuer Begleiter des heimischen Transportgewerbes, und unsere Leser und Inserenten danken es mit ihrer Treue. Dafür möchte ich mich zum 70-jährigen Jubiläum bedanken. Gemeinsam mit Ihnen stärken wir weiter das monatlich erscheinende, führende Magazin der Branche. Zum Beispiel mit einer neuen Serie, zu finden auf Seite 74! Und wenn Sie beim Sandkörnerzählen eher an Ihre Margen, denn an Datenströme erinnert werden, so sei Ihnen gesagt: Jede neue Technologie bietet vor allem Chancen, sich vom Billig-Wettbewerb abzuheben. Auf in erfolgreiche, weitere gemeinsame 70 Jahre! 

Autor/in:
Marco Dittrich
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