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Alle Jahre wieder

21.11.2017

Die Gestaltung der Mauttarife sorgt wieder einmal für Aufregung in der Transportbranche. Um bis zu 5,5 Prozent wollte man seitens des Gesetz­gebers die Euro 6-Beträge ab 1. Jänner 2018 erhöhen. Na klar, die von den österreichischen Transporteuren brav modernisierte Flotte hat eine Größenordnung im Bestand erreicht, die die Maut-Gesamteinnahmen des Staates – besonders die mehreren hundert Millionen an Asfinag-Dividenden – gefährdet.

Nur zur Erinnerung: Als man die Lkw-Mauteinhebung im Jahr 2004 startete, lag das Einnahmenziel bei jährlich 600 Millionen Euro. Heute, 13 Jahre später, liegt man bei fast 1,3 Milliarden Euro (!) an Einnahmen – also mehr als doppelt so viel …

UNÖKOLOGISCH

Auch wenn die Mautkosten bedingungslos an Auftraggeber weiter zu verrechnen sind, ist es nicht nachvollziehbar – schon gar nicht aus ökologischer Sicht – die Euro 6-Tarife derart zu erhöhen. Auch zukünftig nicht, denn das Mauttarif-Theater wird uns auch im Herbst 2018 wieder beschäftigen. Bis dahin wird man sich wohl auf eine Steigerung bei Euro 6-Fahrzeugen auf 1,7 Prozent einpendeln (die Mauttarif-Verordnung ist derzeit in Begutachtung; siehe Bericht auf Seite 9). Nicht zuletzt dank intensiver Bemühungen Ihrer Interessenvertretung übrigens. Unseren STRAGÜ-email-Newsletter-Beziehern ist das allerdings noch immer zu viel, wie sich am Ergebnis der jüngsten Umfrage zeigt: Dass speziell Euro 6-Lkw teurer werden, sei nicht in Ordnung, meinen 93 Prozent der Teilnehmer!

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Ich empfehle Ihnen, sich für den Newsletter-Bezug auf unserer Homepage www.strague.at anzumelden. Lediglich Name und email-Adresse sind dafür erforderlich. Den STRAGÜ-Newsletter erhalten Sie dann einmal im Monat – exakt zwischen der Erscheinung der monatlichen Printausgaben – zugeschickt. Ebenfalls empfehle ich Ihnen das neue „Fahrerhandbuch“ als Instrument der Fahrerunterweisung. In der letzten Ausgabe wurde allen konzessionierten Unternehmungen – als ­Service Ihrer Fachgruppen – bereits ein Ansichtsexemplar mit dem STRAGÜ mitgeschickt. 

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Bestellen Sie für jeden Ihrer Lenker ein eigenes Exemplar des von der LogCom und dem Österreichischen Wirtschaftsverlag im handlichen Klein­format erstellten 84 Seiten starken Werks, das umfassend, aber leicht verständlich, zu den Sozialvorschriften sowie Lenk- und Ruhezeiten für Lkw-Lenker informiert. Nutzen Sie dazu das Bestellformular auf Seite 29, oder ordern Sie Ihre Exemplare direkt im Internet unter www.shop.logcom.at. LogCom-Mitglieder kommen übrigens in den Genuss für das Handbuch nur EUR 5,– statt EUR 10,– zu zahlen! 

VORWAHL-PFUSCH

Nach der Wahl ist bekanntlich vor der Wahl, und man darf gespannt sein, wer neuer Verkehrsminister wird und welchen Zugang er zum Güterbeförderungsgewerbe bzw. dem Lkw haben wird. Vor der Wahl ist vor der Wahl, dachten sich die Fraktionen rot und blau und glichen in einer Hauruck-Aktion drei Tage vor der Wahl (!) die Rechte der Arbeiter an jene der Angestellten an. Bisher galten für Arbeiter, also auch Lkw-Lenker, Kündigungs­fristen zwischen einer und vier Wochen, künftig gelten hier jene der Angestellten, die sich zwischen sechs Wochen und fünf Monaten bewegen. Die erste große, tolle Tat der neuen Regierung sollte es also sein, diesen Vorwahl-Pfusch zu reparieren. Und vielleicht auch gleich an einer nachhaltigen Lösung zu basteln, die uns derartige Wahlzuckerln in Zukunft erspart.

Autor/in:
Marco Dittrich
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