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Güterschiff in der Schleusenanlage beim Kraftwerk Altenwörth

Alles fließt: Entwarnung für die Wasserstraße Donau

25.03.2020

Die Wasserstraße Donau steht für den Gütertransport zur Verfügung. Mit dieser Kernaussage wandten sich Staatssekretär Magnus Brunner und viadonau-Geschäftsführer Hans-Peter Hasenbichler an die Öffentlichkeit.

In Krisenzeiten sind durchgängige Lieferketten für Waren von entscheidender Bedeutung. Güter des täglichen Bedarfs, landwirtschaftliche und industrielle Rohstoffe sowie andere Basisprodukte müssen sicher und planbar ins Land geliefert werden können. Die Donauschifffahrt bietet hier, so die Botschaft, freie Kapazitäten und kann – mit geringem personellem Aufwand und meist fernab von dicht besiedelten Gebieten – dazu beitragen, dass die aktuellen Staus im grenzüberschreitenden Lkw-Verkehr reduziert werden können.

„Dank eines umfangreichen Maßnahmenpakets konnte viadonau vom ersten Tag der Krise an sicherstellen, dass die Unternehmenstätigkeit uneingeschränkt fortgeführt werden kann. Der überwiegende Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verrichtet derzeit Telearbeit, ebenso ist gewährleistet, dass sicherheitsrelevante Erhaltungsarbeiten an Donau, March und Thaya auch weiterhin durchgeführt werden können“, sagt viadonau-Geschäftsführer Hasenbichler.

Bioethanol für Desinfektionsmittel

Aufgrund der Fähigkeit, große Mengen in einer Schiffseinheit zu transportieren, sei das Binnenschiff besonders für die Versorgung von Österreich mit trockenen und flüssigen Massengütern geeignet. So können beispielsweise Basisrohstoffe für die Nahrungsmittelindustrie wie Getreide und Ölsaaten, Futtermittel für die Viehzucht sowie Düngemittel für die Landwirtschaft effizient per Binnenschiff transportiert werden. Auch Mineralölprodukte wie Benzin, Diesel und Rohöl sowie Rohstoffe für die industrielle Produktion werden über die Donau geliefert.

Ein aktuelles Beispiel: Der Nahrungsmittel- und Industriegüterkonzern Agrana stellt das am Standort Pischelsdorf im Bezirk Tulln produzierte Bioethanol, das üblicherweise zu Benzin beigemischt wird, seit Kurzem auch für die Herstellung von Desinfektionsmitteln bereit. Beliefert werden mit dem hochprozentigen Alkohol Großabnehmer der weiterverarbeitenden Desinfektionsmittelindustrie, welche in der Folge Apotheken oder Spitäler versorgen können. Bis zu 40 Prozent der Rohstoffe für den Agrana-Standort in Pischelsdorf werden per Binnenschiff angeliefert.

Staatssekretär Brunner betont, wie wichtig auch Kooperation auf europäischer Ebene ist: Alle Mitgliedsstaaten müssten ihre Kräfte bündeln, um essentielle Transportströme aufrecht zu erhalten und Unterbrechungen von Lieferketten für wichtige Versorgungsgüter zu vermeiden. „Die Donau wird aktuell ihrer Funktion als logistische und gleichzeitig nachhaltige Versorgungsader mehr als gerecht und ist damit ein verlässlicher Partner, auch in Krisenzeiten.“

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