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Coronakrise: Was Unternehmer wissen sollten

17.03.2020

In Krisenzeiten gilt es zusammenzuhalten, Infomation ist wichtiger denn je. Von einem österreichischen Steuerberater ereilte uns ein Schreiben, in dem der die wichtigsten Maßnahmen der Regierung für Unternehmer zusammenfasst. Diese Information wollen wir unseren Lesern natürlich nicht vorenthalten. 

Steuerexperte Leopold Brunner hat die aktuellen Krisenmaßnahmen der Regierung zusammengefasst.

Die Österreichische Bundesregierung hat an diesem Wochenende erste Maßnahmen zur Unterstützung der Unternehmerinnen und Unternehmer angekündigt. Leopold Brunner, Steuerberater und Partner beim Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsunternehmen TPA, hat die aktuellen Maßnahmen der Bundesregierung für Unternehmen in Zusammenhang mit dem Corona-Virus zusammengefasst. Die konkrete Ausgestaltung und die Details sind freilich teilweise noch offen. 

 

1. COVID-19-Krisenbewältigungsfonds

 

Eigener mit bis zu 4 Mrd. EUR dotierter „COVID-19-Krisenbewältigungsfonds“, der ua. für folgende Maßnahmen zu verwenden ist:

- Maßnahmen zur Belebung des Arbeitsmarktes (insbesondere Kurzarbeit)

- Maßnahmen zur Abfederung von Einnahmenausfällen in Folge der Krise

- Maßnahmen zur Konjunkturbelebung.

 

Die Richtlinien für die Abwicklung der Fondsmittel werden mittels Verordnung festgelegt werden.

 

2. Neue Kurzarbeitsregelung

 

Die neue Regelung der Kurzarbeit, die bereits ab heute, 16.3.2020, gelten soll, soll vor allem auch kleinen und mittleren Unternehmen helfen und ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen die Reduzierung der Arbeitszeit bis auf Null. Die Kurzarbeit kann (vorerst) auf maximal 3 Monate befristet abgeschlossen werden.

 

3. Sonderregelungen für Finanzamts-Zahlungen

 

Das Bundesministerium für Finanzen hat nachstehende Maßnahmen für Steuerpflichtige, die konkret auf Grund der COVID-19-Krise von Liquiditätsengpässen betroffen sind, bekanntgegeben und angeordnet, dass sämtliche diesbezüglichen Anträge sofort zu bearbeiten sind.

Dazu zählen zB außergewöhnlich hohe Stornierungen von Hotelreservierungen, Ausfall von Sport- und Kulturveranstaltungen aufgrund behördlicher Verbote, Ausfall oder Beeinträchtigung von Lieferketten oder Ertragseinbußen durch Änderung des Konsumverhaltens.

 

  • Herabsetzung von Einkommen- oder Körperschaftsteuervorauszahlungen für 2020

Steuerpflichtige, die durch das COVID-19-Virus bedingt von einer Ertragseinbuße betroffen sind, können bis 31.10.2020 einen Antrag auf Herabsetzung von Einkommen- oder Körperschaftsteuervorauszahlungen für das Kalenderjahr 2020 auf bis zu Null EURO stellen.

 

  • Nichtfestsetzung von Einkommen- oder Körperschaftsteuervorauszahlungen

Wird der Steuerpflichtige liquiditätsmäßig derart betroffen, dass er die Vorauszahlung in der

festzusetzenden Höhe nicht bezahlen kann, kann er bei seinem Finanzamt anregen, die Einkommensteuer- oder die Körperschaftsteuervorauszahlungen für das Kalenderjahr 2020 zur Gänze nicht festzusetzen oder die Festsetzung auf einen Betrag zu beschränken, der niedriger ist als die voraussichtliche Jahressteuer 2020.

 

  • Abstandnahme von der Festsetzung von Nachforderungszinsen

Das Finanzamt hat von einer Festsetzung von Nachforderungszinsen von Amts wegen Abstand zu nehmen, wenn aus der Herabsetzung oder dem Wegfall der Vorauszahlungen bei der Veranlagung der Einkommen- oder Körperschaftsteuer für 2020 Nachforderungszinsen resultieren würden.

 

  • Stundung und Entrichtung in Raten

Der Steuerpflichtige kann beim Finanzamt beantragen, die Entrichtung einer Abgabe zu stunden oder die Entrichtung in Raten zu gewähren.

 

  • Stundungszinsen

Der Steuerpflichtige kann (zB im Antrag auf Stundung oder Ratenzahlung) anregen, von der Festsetzung der Stundungszinsen abzusehen.

 

  • Säumniszuschläge

Der Steuerpflichtige kann weiters beantragen, einen verhängten Säumniszuschlag herabzusetzen oder nicht festzusetzen. Das Finanzamt hat bei der Erledigung eines derartigen Antrags davon auszugehen, dass kein grobes Verschulden an der Säumnis vorliegt, wenn die konkrete Betroffenheit durch die COVID-19-Krise glaubhaft gemacht wurde.

 

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