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Der Auflieger-Sir und das Image

27.02.2017

Es war im Frühjahr 2011: Ein gewisser Hannes Nachtelberger besuchte LogCom-Präsident Niki Glisic in dessen Büro. Neben dem Alltagsgeschäft ging es dem damaligen Schwarzmüller-Vertriebsleiter aber diesmal um mehr:

Schon lange geisterte in seinem Kopf die Idee einer Roadshow zur Imageverbesserung des Transportgewerbes herum, „wir können selbst das Equipment stellen, die Auflieger gestalten wir zu einer Bühne und einer Art Cafehaus und die Lkw-Industrie holen wir auch ins Boot – damit touren wir durch ganz Österreich“, so das grob umrissene Konzept Nachtelbergers, mit dem er bei Niki Glisic auf offene Ohren stieß. Doch der ließ ihn auch gleich wissen, dass die LogCom ein derartiges Vorhaben kaum umsetzen könne. „Das geht nur im Fachverband, und selbst dann nur wenn alle zehn Fachgruppen voll und ganz dahinter stehen“, bekam Nachtelberger damals von Glisic zu hören. Zu dieser Zeit war man im Fachverband mit der Performance der Werbe- und PR-Arbeit zwar durchaus zufrieden, aber doch nicht zu 100 Prozent glücklich. Kritische Stimmen vermissten vor allem die Regionalität der Radio-, Fernseh- und Printkampagne. Glisic trug die Idee schließlich in die verantwortlichen Gremien des Fachverbandes, auch den damaligen Obmann Herzer galt es erst zu überzeugen, auch der wusste um den Aufwand einer derartigen Road­show und dass dies nur mit 100prozentiger Unterstützung aller Bundesländer machbar sei. 

FARBENFROHER AUFTRITT

Der erste offizielle Anlauf dann im September 2011: Hannes Nachtelberger lud die Funktionäre des Fachverbands zur Abhaltung ihrer Ausschusssitzung ins eben erst frisch eingeweihte Schwarzmüller-Verwaltungsgebäude in Hanzing und nutzte die Gunst der Stunde, um sein Konzept vorzustellen. Der eigentliche Clou gelang Glisic und Nachtelberger aber am Vorabend der Sitzung. Am Hauptplatz von Schärding – dort wo die Ausschussmitglieder nächtigten und zum Abendessen verweilten – ließen sie einen gelben „Friends on the Road“-Zug auffahren. Mitten in den farbenfrohen, barocken Bürgerhäusern sorgte der Zug natürlich für Aufsehen – nicht nur bei den Funktionären. „Da konnten sich die Kollegen vorstellen, dass das was in Schärding am Hauptplatz geht, in Linz, Wien oder Dornbirn genauso möglich ist“, erinnert sich Glisic an den genialen Schachzug. Schon im Dezember konnte der STRAGÜ titeln: „2012 gehen die Friends on the road!“ 

LKW-BESCHRIFTUNG

Nach zahlreichen derartigen Roadshow-Events und unzähligen meinungsbildenden Maßnahmen baut die Interessenvertretung fünf Jahre später vor allem auf das ureigenste Werbemittel des Transportgewerbes: den Lkw! Werden daher auch Sie Mitglied bei LogCom, beschriften Sie Ihre(n) Lkw mit der so wichtigen Botschaft „Der Lkw bringt, was Sie täglich brauchen“ und tragen Sie so zu einem besseren Image des österreichischen Güterbeförderungsgewerbes bei. Ganz nebenbei gibt es für neue Mitglieder bzw. bestehende, die neue Mitglieder werben, einen attraktiven Preis zu gewinnen.

Einer, der die letzten 37 Jahre sein Ohr immer sehr nah am heimischen Güterbeförderungsgewerbe hatte, ist Hannes Nachtelberger. Er wusste wo den Unternehmen der Schuh drückt und zog seine Schlüsse daraus. Nicht zuletzt deswegen war er von einer dringend notwendigen Imagekorrektur überzeugt. Ende Jänner verabschiedete sich der „Auflieger-Sir“ in den wohlverdienten Ruhestand (siehe Seite 46). Sein berufliches Erbe soll all jenen in Erinnerung bleiben, die noch immer weiter dahinwurschteln wollen und so auch in Zukunft von der Politik ignoriert werden. 

Autor/in:
Marco Dittrich
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