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An der Logistik-Weltspitze

16.08.2018

Wenn wir es schon im Sport kaum sind – in der Logistik sind wir es: An der Weltspitze! Denn der aktuelle Logistik-Performance-Index (LPI) der Weltbank reiht Österreich auf Platz 4 hinter Deutschland, Schweden und Belgien. Ein toller Erfolg!

TENDENZ STEIGEND

Alle zwei Jahre analysiert die Weltbank die logistische Leistungsfähigkeit von mehr als 160 Ländern. Nach 2007 belegt Österreich 2018 erstmals wieder einen Top-Five-Rang im international viel beachteten Ranking. Zuletzt war Österreich auf dem siebenten und 2014 nur auf dem 22. Rang gelegen. Insgesamt finden sich aktuell acht europäische Länder unter den Top-Ten. 
Der Index misst verschiedene logistisch relevante Kriterien, die in sechs Dimensionen zusammengefasst werden. Diese sind Effizienz des Zoll-Prozesses (Dauer, Einfachheit und Formalitäten), Qualität von handels- und transportbezogener Infrastruktur (Häfen, Straße, Schiene, IT), Möglichkeit von wettbewerbsfähigen Transporten, Kompetenz und Quali­tät von Logistik-Services, Möglichkeit von „track and trace“ und die Pünktlichkeit von Lieferungen.

GEMEINSAMER DIALOG

Doch woher kommt unser Aufstieg? WKO-Bundesspartenobmann Alexander Klacska macht ihn vor allem am gemeinsamen Dialog fest. Konkret spricht er den in Kooperation mit Interessensvertretungen initiierten Arbeitsausschuss Logistik im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) an. Dabei wurden 116 Maßnahmen zur Attraktivierung des heimischen Logistikstandortes benannt (der STRAGÜ berichtete). 
„Die Branche hat Probleme und mögliche Lösungen intensiv gemeinsam diskutiert. Viele Maßnahmen wurden bereits angegangen und weitere werden noch folgen“, verspricht Klacska. Als wichtigen Erfolgsfaktor sieht der Spartenobmann auch die Ernennung eines Logistikbeauftragten im BMVIT im Jahr 2014 an. Und vor allem der kürzlich vorgestellte gemeinsame Auftritt unter der Dachmarke „Austrian Logistics“ helfe, die Leistungen der heimischen Logistik besser sichtbar zu machen. Da kann man nur hoffen, dass bei all den hochtrabenden Logistik-Themen, jene des Güterbeförderungsgewerbes nicht auf der Strecke bleiben …

SCHONZEIT VORBEI

Derzeit transportieren wir zwar eh wie die Weltmeister, aber halt nicht unter österreichischer Flagge. Das könnte sich aber bald wieder ändern, so mancher Ausflagger könnte zum „Rückflagger“ werden, denn die Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfer machen Ernst: Strafverfahren nach dem LSD-BG nehmen de facto wöchentlich zu – die Gangart der Behörde wird härter, die Schonzeit scheint vorbei. STRAGÜ-Rechtsexperte Dominik ­Schärmer berichtet von ersten Fällen, bei denen die Differenzbeträge zur Unterentlohnung eingefordert werden. Und: Die Gebietskrankenkassen informieren in diesem Zusammenhang gar die Lkw-Fahrer, dass sie die Ansprüche bei Gericht geltend machen können. Mehr dazu in den Ausführungen des Branchenanwalts auf Seite 16. 

IAA WIRFT ERSTE SCHATTEN

Von 20. bis 27. September wird Hannover wieder einmal zum Nutzfahrzeug-Mekka: Die Aussteller der 67. IAA wollen Digitalisierung, Vernetzung, automatisiertes und alternativ angetriebenes Fahren vorantreiben. Am Stand von Iveco beispielsweise wird man kein Diesel-Fahrzeug mehr sehen. Man darf sich also auf eine spannende 67. Auflage der Weltmesse freuen – in der September-Ausgabe berichten wir rechtzeitig vor der Veranstaltung über die Neuheiten! 

 

--- Derzeit transportieren wir zwar wie die Welt­meister, aber halt nicht unter österreichischer Flagge. ---

 

Autor/in:
Marco Dittrich
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