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Die Teamwertung ist nicht genug

20.04.2011

Der Newcomer im Truck Racing hat Lunte gerochen. Nach dem Sieg der Teamwertung im ­vergangenen Jahr will das Renault Trucks – MKR Technology-Team mit einem dritten Race-Truck ­heuer auch bei der Fahrerwertung kräftig mitmischen.

Das gallische Dorf des 21. Jahrhunderts liegt nicht mehr in Frankreich, sondern irgendwo in der Tschechischen Republik. Nach dem auch von objektiven Beobachtern der Truck Racing-Szene als fulminant bezeichneten Start des tschechischen Renault Trucks – MKR Technology-Teams trimmt Teamchef Mario Kress seine Mannen weiter auf Erfolgskurs. Mit dem jungen tschechischen Fahrer Adam Lacko will er den erst im Herbst 2009 geformten Rennstall einmal mehr auf den Gewinn der Europameisterschaft 2011 einschwören. „Wir haben in unserer ersten Saison mit dem Gewinn der Teamwertung gleich ein kräftiges Lebenszeichen von uns gegeben. Das Ziel für heuer ergibt sich für mich dadurch von selbst“, meint Kress bei der offiziellen Auftaktpressekonferenz im Autodrom Most. Neben dem erst 27-jährigen Lacko, er legte seine ersten Meter in einem Renntruck vor mittlerweile 10 Jahren zurück, hat der Deutsche mit Markus Bösiger und Markus Östreich auch zwei alte Hasen des Truck Racings in den Cockpits seiner drei Race-Trucks sitzen. Markus Östreich hat seine bereits im Jahr 2006 an den Nagel gehängte Karriere als Renntruck-Pilot extra für Mario Kress wieder belebt. „Obwohl ich doch schon auf einige Jahre im Motorsport zurückblicken kann, habe ich noch nie mit einem Teamchef wie Mario zusammengearbeitet“, lobt Östreich den Führungsstil des MKR Technology-Teamgründers.

Rasante Imagepolitur
Für Renault Trucks ist das Engagement im Truck Race-Sport selbst nach dem Rückzug der meisten europäischen Hersteller ein äußerst wichtiges Marketinginstrument. „Mit diesem Auftritt haben wir die Chance, das europaweit viel zu angekratzte Image des Lkw auf breiter Basis wieder aufzupolieren“, sagt Renault Trucks-Boss Stefano Chmielewski. Welches Budget er pro Jahr für die Motorsportaktivitäten bereithält, wollte er den versammelten Journalisten nicht verraten. „Absolute Zahlen werden sie von mir nicht hören. Wir investieren ungefähr ein Drittel des Budgets, das uns ein Messeauftritt auf der IAA Nutzfahrzeuge kosten würde.“ ­Unbestätigten Vermutungen zufolge liegen in der Renault Trucks-Kriegskasse pro IAA Nutzfahrzeuge-Auftritt zwischen 7 und 8 Millionen Euro bereit. Die Leistung des selbst an Wochenenden mit maximal 32 Mitarbeitern durchaus überschaubaren Renault Trucks – MKR Technology-Teams veranlasste Chmielewski sogar zu einem kleinen Seitenhieb auf die eigenen Reihen. „Ab und zu ist es nicht schlecht, wenn wir unseren personell deutlich größer aufgestellten Entwicklungsabteilungen zeigen, welche technischen Meisterleistungen diese kleine Gruppe bis jetzt realisiert hat.“

Feintuning in vielen Details

In die neue Saison startet das Renault Trucks – MKR Technology-Team mit drei in vielen Punkten überarbeiteten Renn-Trucks. „Auch wenn unser Motor im vergangenen Jahr zum besten Motor der Disziplin gekürt wurde, wollen wir uns auf diesen Lorbeeren keinesfalls ausruhen“, verrät der technische Leiter von Renault Trucks Racing, Gérard Pétraz. Tatkräftige Unterstützung holt man sich dabei auch vom Sponsor Meritor. „Durch den Einsatz von neuen Bremsen ist es uns gelungen, das Gewicht des Lkw um weitere 40 Kilogramm zu optimieren“, erklärt Markus Bösiger. Von übermäßiger Schaltarbeit bleiben die drei Piloten der Renault Premium Course-„Sattelzugmaschinen“ trotz verbautem 16-Gang-Getriebe übrigens die ganze Saison über verschont. „Normalerweise starten wir in der Achten. Damit bleiben nach oben hin nicht mehr viele Möglichkeiten“, so Bösiger. Wenigstens mit den Eckdaten der Renn-Lkw ließe sich auch im normalen Straßenverkehr einiges Anfangen. Mit rund 5,3 Tonnen sind sie um gut 2 Tonnen leichter als jede konventionelle Sattelzugmaschine. Der Renault DXi 13 Racing Motor leistet satte 1.140 PS. Das würde beim 40-Tonner für ein ­Leistungsgewicht von unschlagbaren
28,5 PS je Tonne reichen. 

Zeitplan: Rückkehr nach England

Knapp zehn Jahre nach dem letzten Auftritt in England kehrt das Truck Racing in der heurigen Saison gleich zu Beginn am 23. und 24. April wieder nach Donington zurück. Die zehn Rennen der Saison 2011 im Überblick:

23. und 24. April     Donington/England
21. und 22. Mai    Misano/Italien
4. und 5. Juni     Albacete/Spanien
18. und 19. Juni    Nogaro/Frankreich
9. und 10. Juli    Nürburgring/Deutschland
30. und 31. Juli    Smolensk/Russland
27. und 28. August     Most/Tschechien
17. und 18. September     Zolder/Belgien
1. und 2. Oktober     Jarama/Spanien
8. und 9. Oktober     Le Mans/Frankreich

Autor/in:
Redaktion Straßengüterverkehr
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