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Elektro-Tagebuch

15.10.2018

Wir öffnen ein ­Elektro-Tagebuch und verfolgen hautnah, wie sich diese von allen Seiten ach so herbei­gesehnte Mobilitätsform im Güterbeförderungs­gewerbe bewährt!

Es war der angekündigte Showdown, was alternative Antriebsformen und Digitalisierung betrifft: Mit 435 Weltpremieren und 282.000 Quadratmeter Fläche setzte die 67. Auflage der Nutzfahrzeug-Weltleitmesse IAA neue Maßstäbe. Trotz Tagen mit Hitze, Sturm und Regen ist die Zahl der Besucher gegenüber 2016 noch einmal leicht gestiegen. Eine Viertel Million Fachbesucher ist also äußerst interessiert an den neuen Technologien, die auf das Transportgewerbe zukommen. „Wir haben eine Branche im Aufbruch erlebt, die sich den Herausforderungen offensiv stellt“, jubilierte der Veranstalter, VDA-Präsident Bernhard Mattes, nicht zu unrecht. Er ortet Pioniergeist, neues Denken und eine enorme Dynamik – wir haben die Highlights für Sie eingefangen!

EUROPÄISCHES PILOTPROJEKT
Doch alles, was auf so einer Messe gezeigt wird, muss sich auch erst einmal auf der Straße bewähren. Unseren Recherchen zufolge, ist es übrigens noch nicht einmal klar, ob der Actros ohne Rückspiegel überhaupt den gesetzlichen Anforderungen in Österreich genügt. Aber das kann nur eine geringfügige legistische Korrektur erfordern. Spannender wird’s schon bei der Elektromobilität: Da hat MAN jetzt als erster Hersteller neun Verteiler-Lkw an österreichische Unternehmen übergeben, die sich nun im echten Praxis­einsatz bewähren müssen. Unter all den „Big Playern“ wie Rewe, Stiegl, Quehenberger & Co. findet sich auch ein klassisches, mittelständisches, familiär geführtes Transport­unternehmen aus Ostösterreich wieder: Der Kühlgut-Spezialist WLS Hochwarter aus der Nähe von Parndorf an der A4 betreibt einen der 26-Tonner für Metro und ist damit im Großraum der Shopping City Süd, südlich von Wien, unterwegs. Ein europäisches Pilotprojekt direkt vor der Haustür der STRAGÜ-Redaktion. Da liegt es nahe, dass wir uns diesem Fahrzeug auf die Fersen heften und ab jetzt die Erfahrungen dieses Unternehmers mit dem Elektrogefährt hautnah mitverfolgen. Das Elektro-Tagebuch eines typi­schen STRAGÜ-Lesers also – herrlich! Seien Sie gespannt auf die Erfahrungen in der täglichen Transportpraxis mit der von allen ach so herbeigesehnten Zukunftsantriebsform! 

REMPELEI AN DER RAMPE
Bleiben wir bei der Zukunft – und auch gleich beim Lebensmittelhandel: Die „Expressrampe“ von Lidl erhitzt die Gemüter. Die Supermarktkette bietet in ihren Logistikzentren ein Zusatzservice an, gegen 40 bis 100 Euro „Aufpreis“ garantiert man Transportunternehmen, dass deren Lkw „vorgereiht“ wird. Eine Art „Business Class“ bei der Entladung also. Und man bietet auch – gegen Aufpreis – Entladungen außerhalb der üblichen Wareneingangszeiten an. 
Ist das dreist oder vielleicht gar ein Vorbild? Warum dreht die Transportwirtschaft nicht einfach den Spieß um und bietet den besonders kreativen Verladern besonders ausgeklügelte Lieferketten-Services an? Gegen Aufpreis versteht sich! Lidl baut übrigens gerade im niederösterreichischen Großebersdorf ein neues Logistikzentrum – eines der größten innerhalb der Gruppe – das 2021 fertiggestellt sein soll … 

DAVID GEGEN GOLIATH
Man muss sich als Güterbeförderer schließlich nicht alles gefallen lassen: Das hat ein kleiner Kärntner Transportunternehmer in einem kuriosen Rechtsstreit vor dem Bezirks­gericht für Handelssachen Wien bewiesen. Er hat die Asfinag auf Rückzahlung der auf rechtswidrige Weise eingehobenen Maut geklagt und gewonnen. Wie, lesen Sie hier. „Manchmal muss David gegen Goliath antreten“, sagt STRAGÜ-Rechtsexperte Dominik Schärmer. Wie recht er doch hat!

 

STRAGÜ 10/18
Autor/in:
Marco Dittrich
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