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Nutzfahrzeuge des VW-Konzerns waren wie alle anderen auch im Zuge der Corona-Krise weniger gefragt.

Großer Krisen-Kehraus bei Traton

03.08.2020

Schwierige Zeiten für den neuen Chef: Erst Mitte Juli hatte Matthias Gründler das Steuer bei Traton übernommen, kurz darauf musste er schon rote Zahlen präsentieren. Die VW-Truck-Tochter muss restrukturiert werden.

Die Traton Group hat in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 in Folge des erwarteten Marktrückgangs in Europa und den deutlichen Auswirkungen der weltweiten COVID-19-Pandemie Rückgänge bei Absatz, Umsatz und Ergebnis verzeichnet. Der Absatz der drei Marken Scania, MAN und Volkswagen Caminhões e Ônibus schrumpfte von Jänner bis Juni um 37 % auf 77.700 Fahrzeuge. Dabei war der Rückgang bei den Lkw (inklusive des Vans MAN TGE) mit 38 % auf 70.500 Fahrzeuge deutlicher als das Absatzminus von 29 % bei den Bussen auf 7.200 Fahrzeuge. Das erste Halbjahr 2019 war allerdings von Vorzieheffekten aufgrund der Einführung des digitalen Tachographen sowie eines möglichen No-Deal-Brexit geprägt, sodass die Vorjahresvergleichsbasis dadurch außergewöhnlich stark ist.

„Wir hatten für den europäischen Markt ohnehin einen Nachfragerückgang erwartet, dieser fiel aufgrund der COVID-19-Pandemie allerdings deutlicher aus und betraf auch andere Regionen", sagt Traton-CEO Matthias Gründler. Der Chef schürt aber auch  durchaus Hoffnung für die Branche, sieht er doch inzwischen immerhin Anzeichen einer Erholung: „Da sich unser Geschäft nach dem starken Einbruch im April langsam stabilisiert, rechnen wir für das laufende Quartal mit einer schrittweisen Erholung der Verkäufe, sofern die Zahl der Neuinfektionen nicht erneut ansteigt." Nachsatz: „Gemeinsam mit unserem erfahrenen Team werden wir in den kommenden Wochen die Weichen für die weitere Stabilisierung des operativen Geschäfts und die Fortführung unserer Global-Champion-Strategie stellen." 

Operative Verluste

Der Umsatz der Traton Group sank im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahresniveau um 26 % auf 10,1 Milliarden Euro. Das Operative Ergebnis lag bei minus 220 Millionen Euro.  Vor einem Jahr schrieb diie VW-Tochter noch einen Gewinn von einer Milliarde Euro. Für den Rest des Jahres sieht Gründler zwar etwas bessere Geschäfte, einen Verlust könne er aber nicht ausschließen. 

Der Auftragseingang ging im Halbjahr um 27 % auf 87.400 Bestellungen zurück. Der Absatzrückgang im Lkw-Geschäft der drei Marken Scania, MAN und Volkswagen Caminhões e Ônibus fiel in Europa mit einem Minus von 46 % am deutlichsten aus. Im Bus-Geschäft war Südamerika mit einem Minus von 31 % der schwächste Absatzmarkt. 

Prompt wird im Konzern an der Kostenschraube gedreht: Scania, das immerhin noch profitabel arbeitet, kündigte bereits an, weltweit rund 5000 Stellen zu streichen. Bei MAN stehen in Anbetracht gröberer Probleme womöglich noch gröbere Einsparungen im Raum. 

 

 

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