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Königlicher Durst?

01.10.2013

Deutlich windschlüpfriger ist er geworden, auch wenn sein altes Kleid ihn weitgehendst in die Euro 6-Ära begleitete. Mit bewährten Tugenden punktet der Scania allemal auch im Umfeld seiner durchgestylten Mitbewerber. Und wie verhält es sich beim Verbrauch? Wir testen den Streamline G 450. 

Handelt es sich also um einen Schluckspecht im königlichen Kleid oder doch – wie von seinen Erbauern angedacht – um einen Sparefroh? Jüngste Verbesserungen sollen ja laut Hersteller bis zu acht Prozent Kraftstoffeinsparung bringen. Nun, welche Faktoren zeigen sich dafür verantwortlich? Beim Anblick des Fahrerhauses der G- und R- Serie fallen gleich die neu gestalteten Ecken und die Dachlinie auf, die durch die überarbeitete Sonnenblende windschlüpfriger geworden ist, was sich nicht nur auf den Kraftstoffverbrauch positiv auswirken soll, sondern auch für ein sportliches Erscheinungsbild sorgt. 
Zur Ausstattung des Testfahrzeugs zählen ein Opticruise-Getriebe, das durch sein neues Economy-Fahrprogramm drastische Einsparungen ermöglichen soll, ohne dabei an Reisegeschwindigkeit zu verlieren. Optimierte Ölstände im Getriebe sollen den Wirkungsgrad erhöhen und die Reibung verringern. Was sofort auffällt sind die neuen Premiumsitze, die sich zwar nicht auf den Treibstoffverbrauch auswirken, aber zweifellos für mehr Komfort sorgen. Die Teststrecke führt uns wie gewohnt auf 173 Kilometer rund um Wien. Auf das Wetter haben wir natürlich keinen Einfluss, aber mit 15 Grad Lufttemperatur, Sonnenschein und Windstille haben wir optimale Bedingungen. Vor dem Start füllen wir die Betriebsstoffe (Diesel und Adblue) auf, um knapp drei Stunden später herauszufinden, ob etwas dran ist, an den gewagten Versprechungen. 
Denn ein Einsparungspotenzial von acht Prozent bedeutet für einen Unternehmer mit durchschnittlicher Auslastung pro Fahrzeug mehrere Tausend Euro plus am Konto. Mit knapp 20.000 Kilometern am Tacho ist unser Testfahrzeug bereits ausreichend eingefahren, um die Werte nicht zu verfälschen. Der Motor bietet 12,7 Liter Hubraum und 450 PS – selbstverständlich wählen wir bei Fahrtantritt den Economy-Modus. An der Platzierung der Bedienelemente hat sich nichts geändert, alles ist gut sichtbar und ablesbar. Der durch GPS gestützte Tempomat erfüllt seine Funktion tadellos, wobei wir jedoch die Position am unteren Rand des Lenkrads etwas unglücklich gewählt finden, weil man zur Bedienung eine Hand vom Lenkrad nehmen muss. 
Im Farbdisplay kann man jederzeit das eingestellte Tempo, die Geschwindigkeit für das Gefälle und die aktuell gefahrene Geschwindigkeit ablesen. Freunden von Zahlen und Fakten wird das gefallen. 

Die Verbrauchsergebnisse 
Wir starten mit einer Treibstofftemperatur von 19,5°C. Das ist deshalb von Bedeutung, weil man nicht außer Acht lassen sollte, dass sich Dieselkraftstoff bei ­Erwärmung ausdehnt – diese Tatsache reduziert den Platz zum Nachtanken, wodurch die Verbrauchswerte verfälscht werden. Schlaue Köpfe haben aber eine Formel berechnet, durch die man diese Differenz rechnerisch ausgleichen kann.
Am Ende unserer Runde stellen wir fest, dass wir mit 73 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit einen guten Wert erzielen konnten, den wir trotz der auf der Tangente herrschenden Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h nur durch das geringe Verkehrsaufkommen schafften. 
Die Fakten: Auf unserer Runde haben wir 51,7 Liter verbraucht, das entspricht einem Verbrauch von 29,96 Litern auf 100 Kilometern – so die Angabe laut Kombiinstrument. Nachgetankt haben wir knapp 46 Liter, das ergibt eine Differenz von ca. 5,7 Liter im Vergleich zur Anzeige. 
Wenn wir noch den Korrekturfaktor für den auf 25 Grad erwärmten Diesel berücksichtigen, so kommen wir auf einen tatsächlichen Verbrauch von ziemlich ­exakt 28 Litern auf 100 Kilometern – ein ordentliches Ergebnis! 
Die Kombination aller oben genannten Maßnahmen dürfte sich also ­bewähren

Verbrauchstabelle Scania DC13 124 450

Testroute: Großram (A1) » St. Pölten (S33) » Krems (S5) » Stockerau (A22) » Wien (A23) » Brunn/Geb. (A21) » Großram (A1)

Wegstrecke (km): 172,7    

Fahrtdauer (h): 2:16:13    

Verbrauch (l) Diesel/AdBlue: 48,28/1,8 

Ø-Geschw. (km/h): 73,0    

Ø-Verbrauch (l/100 km) Diesel/AdBlue: 27,96/1,04

 

Testroute: 
Großram (A1) » St. Pölten (S33) » Krems (S5) » Stockerau (A22) » Wien (A23) » Brunn/Geb. (A21) » Großram (A1)
Wegstrecke (km): 
172,7
Fahrtdauer (h): 
2:16:13
Verbrauch (l): 
Diesel/AdBlue: 48,28/1,8
Ø-Geschw. (km/h): 
73,0
Ø-Verbrauch: 
(l/100 km) Diesel/AdBlue: 27,96/1,04
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