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Konjunkturprognose: Selbst optimistisches Szenario bringt schwere Rezession

25.03.2020

Jetzt liegt die erste Konjunkturprognose inmitten der Corona-Krise auf dem Tisch: Österreichs Wirtschaft werde heuer um 2,5 Prozent schrumpfen und die Arbeitslosigkeit auf über acht Prozent ansteigen. Das haben die Ökonomen des Wifo nun berechnet. Das Problem dabei: Diese Zahlen basieren sogar auf optimistischen Annahmen! 

Die Frühjahrsprognose fand im Live-Stream im Apa-Pressezentrum selbstverständlich ohne Publikum statt.

Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie belasten die weltweite und österreichische Konjunktur derzeit schwer. Wirtschaftsforscher haben jetzt bestätigt, was ohnehin längst erwartet wird: dass nämlich eine Rezession droht. Genaue Prognosen sind freilich schwierig wie selten zuvor. Dies, zumal die diversen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus laufend adaptiert werden, sodass sich die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft beinahe täglich ändern. Zudem gibt es aus der jüngeren Vergangenheit kaum Anhaltspunkte für den Verlauf einer solchen Krise.

"In so einem Umfeld können lediglich Szenarien angenommen werden, auf deren Basis die weitere wirtschaftliche Entwicklung eingeschätzt wird", heißt es aus dem Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung, kurz Wifo. Eine Prognose im herkömmlichen Sinn sei unter den gegebenen Umständen nicht sinnvoll, jede Einschätzung sei naturgemäß mit einer hohen Unsicherheit behaftet. Dennoch haben es die Wirtschaftsforscher versucht. Und das Ergebnis ist ernüchternd.

Normalisierung im Sommer?

Die Experten gehen von einem Szenario aus, in dem die Maßnahmen der Regierung zumindest bis Ende April verlängert, im Laufe des Monats Mai aber allmählich wieder zurückgenommen werden. Dieses Szenario geht davon aus, dass sich die Rahmenbedingungen im Sommer dann wieder normalisieren und die Wirtschaft im 2. Halbjahr wieder ihr Normalniveau erreicht. Auf- und Nachholeffekte, insbesondere in der Industrie, werden sich aufgrund der Störungen in den weltweiten Lieferketten weitgehend erst im kommenden Jahr manifestieren. 

In diesem Szenario ist die österreichische Wirtschaft im 1. Halbjahr in einer schweren Rezession, für die zweite Jahreshälfte ist hingegen von einer Erholung auszugehen. Im Gesamtjahr 2020 wird das BIP freilich immer noch um 2,5% sinken. Weiters heißt es: "Der starke, aber aus heutiger Sicht kurze Einbruch der Konjunktur schlägt sich auch auf dem Arbeitsmarkt nieder. Die Umstellung vieler Unternehmen auf Kurzarbeit dürfte dazu beitragen, dass die Effekte abgemildert werden. Die Arbeitslosenquote wird im Jahresdurchschnitt 2020 dennoch deutlich auf 8,4% steigen." 

Das Dramatisch daran: Diese Einschätzung basiert auf einem aus heutiger Sicht durchaus noch optimistischem Szenario. Das betonen auch die Wifo-Experten: "Das hier dargestellte Szenario ist in dem Sinn als optimistisch einzustufen, als es davon ausgeht, dass die verschiedenen Einschränkungen der Wirtschaft nicht wesentlich länger aufrecht bleiben als dies gegenwärtig geplant ist". Außerdem basiere das Szenario auf der Annahme, dass der schrittweise Erholungsprozess der österreichischen Wirtschaft nicht durch neue externe Schocks beeinträchtigt wird. 

Autor/in:
Hans-Jörg Bruckberger
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