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Ökologisch und wirtschaftlich gut unterwegs: Der Stralis NP, der verflüssigtes Erdgas als Treibstoff nutzt.

„LNG rechnet sich“

08.04.2019

Der Hörschinger Transporteur Christoph Reder nimmt beim Einsatz von LNG als Treibstoff eine Vorreiter-Rolle ein.

Christoph Reder ist offen für Neues und immer auf der Suche nach Alternativen, die sein Geschäft beflügeln könnten. Von der österreichischen Politik ist er diesbezüglich enttäuscht: Die Mautvergünstigung für Elektro- und Wasserstoff-Lkw sei eine Farce. „Wir sollten nicht von der Zukunft träumen, sondern nutzen, was es aktuell gibt“, findet er im STRAGÜ-Gespräch deutliche Worte und geht mit gutem Beispiel voran: Zu den knapp mehr als 40 Reder-Lkw, die hauptsächlich im Tiefkühl-Lebensmitteltransport in Österreich und Deutschland unterwegs sind, gesellten sich kürzlich zwei Iveco Stralis 460 NP, eine Sattelzugmaschine sowie ein 3-Achs-WAB-Solofahrzeug. „NP“ steht für „Natural Power“ und lässt erkennen, dass es sich um Motoren handelt, die mit verflüssigtem Erdgas betrieben werden. Eine Technologie, die Christoph Reder von Anfang an begeistert hat: Null Partikelausstoß und deutlich leisere Motorgeräusche. Zudem benötigt der Stralis NP keinen Partikelfilter, keinen Katalysator, keine Zutankung von AdBlue und kein serviceintensives EGR-Abgasrückführungssystem. Und: Erdgas ist günstiger als Diesel.

Vier Euro Ersparnis

Mit der NP Sattelzugmaschine wurden gleich im ersten Monat 23.000 Kilometer heruntergespult. Das Fahrzeug pendelt vom Großraum Wien in den Münchner Raum. Dem höheren Anschaffungspreis von rund 45.000 Euro stehen also geringere Betriebskosten gegenüber: Christoph Reder spricht von vier Euro, die er sich mit dem Erdgas-Fahrzeug auf 100 Kilometer netto an Treibstoffkosten erspare. „Das geht sich also rechnerisch aus“, ist er überzeugt. Zumal Erdgas-Fahrzeuge in Deutschland seit Jahresbeginn 2019 bei der Maut bevorzugt werden, um 18,7 Cent fährt man bei unseren Nachbarn pro Kilometer günstiger. Und: Eine der bislang nur zwei LNG-Tankstellen in Österreich liegt mit dem Hafen Ennsdorf auf der Route des Fahrzeugs. Auch wenn es hier noch die eine oder andere Anlaufschwierigkeit zu meistern gilt, ist Christoph Reder über seinen Flotten-Neuzugang höchst erfreut.

Die anfängliche Skepsis unter den Fahrern sei rasch verflogen, Mitte April 2019 ging der zweite Stralis NP bei Reder in den Einsatz: Der 3-Achser mit Wechselbrücke ist für Dachser im Begegnungsverkehr von Oberösterreich nach Nürnberg unterwegs und wird 200.000 Kilometer im Jahr abspulen. Beide Fahrzeuge verfügen über die größtmögliche Tankkonfiguration, mit der 1.500 Kilometer Reichweite möglich sein sollte. Und es ist gut möglich, dass bei Reder schon bald der nächste LNG-Lkw folgt. „Wenn sich diese Technologie rechnet, sehe ich uns in der ökologischen Verantwortung hier zu reagieren“, so Reder abschließend.

Autor/in:
Marco Dittrich
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