Direkt zum Inhalt

Mercedes-Benz E-Vito Kastenwagen

25.02.2020

Das Fahren von Elektrofahrzeugen ist zumeist ein erfreuliches Erlebnis. Das Aufladen hingegen sorgt gelegentlich für unliebsame Überraschungen, so auch beim E-Vito.

FACT-BOX

Motor: Asynchron drehender Induktionsmotor mit 3 Phasen und 6 Polen, 
85 kW/116 PS Peak-Leistung
Max. Drehmoment: 295 Nm 
Eigengewicht: 2185 kg
Nutzlast: 1015 kg    
NEFZ-Verbrauch: 19,93–23,9 kWh/km
Ladeleistung/-zeit: AC 7,4 kW (0–100 %) rund 6 h

Vor- & Nachteile
+ „grünes“ Image
+ gute Verarbeitung
+ bewährte Karosserie
-  lange Ladezeit
-  karge Basisausstattung
-  ungünstig platzierte Ladekomponenten 
 

Als Motorjournalist ohne eigener „Wallbox“ oder Garagenplatz mit Zugang zu einer Steckdose ist man während der Testtage mit einem Elektroauto auf die öffentliche Ladeinfrastruktur angewiesen. Das war auch bei unserem Rendezvous mit dem Mercedes-Benz E-Vito in der Version als Kastenwagen der Fall.

Voll aufgeladen erfreut der batterieelektrische Vito mit allen bekannten Vorzügen der E-Mobilität: volles Drehmoment aus dem Stand, das Fehlen der Geräuschkulisse eines Verbrennungsmotors und nicht zuletzt der lokal emissionsfreie Betrieb. Punkto Verarbeitungsqualität des eher spartanisch eingerichteten Cockpits und Laderaumkapazität braucht sich der E-Vito (Vorderradantrieb, 1015 kg Nutzlast) gegenüber seinen Verbrenner-Pendants gleichfalls nicht zu verstecken. Einzig in Bezug einer gemütlich beheizten Fahrerkabine muss man in der kalten Jahreszeit Abstriche zu Gunsten der Reichweite machen.

Supermarkt-Tour 

Deren sinkende Anzeige verfolgt der Fahrer eines E-Vito durchwegs mit Argusaugen. Reicht die verbleibende Reichweite eh noch bis zur nächsten Lademöglichkeit? In unserem Fall waren diesen mehrere „Smatrics“-Ladestationen auf verschiedenen Supermarkt-Parkplätzen in Brunn am Gebirge, Perchtoldsdorf, Wien-Liesing und Wien-Hietzing. Leider gab es dabei immer wieder „Kommunikationsprobleme“ zwischen dem Auto und den Ladesäulen sowie mehrere Telefonate mit der Service-Hotline. Auch nach einem Neustart der Ladesstation blieb dieses „Handshake“-Problem bestehen. Eine Ladestelle war zudem am Sonntag nicht nutzbar, da sie sich – wenig praxisgerecht – hinter dem Schranken des Supermarkt-Parkplatzes befindet. Außerdem ist in manchen Situationen das Ladekabel zu kurz. Die Rückgabe des Testwagens war dann mit einem „Streicheln“ des Fahrpedals und höchstmöglicher Ausnützung der Rekuperation verbunden, bei der Zielankunft vermeldete die Energieanzeige der Batterie gerade noch fünf Prozent …

Im Realbetrieb

Unternehmer, die den E-Vito gewerblich nutzen wollen, sollten über eine Ladeinfrastruktur auf ihrem Firmengelände verfügen und mit einer täglichen Reichweite von etwa 120 bis 130 Kilometer das Auslangen finden können. Über Nacht würde das Auto im Idealfall an der Wallbox hängen. Dort dauert der – zweiphasige – Ladevorgang dann rund sechs Stunden. Für eine Schnelllademöglichkeit ist der Mercedes nicht vorgesehen. Ohne Förderungen startet der E-Vito Kastenwagen bei einem Nettopreis von 41.990 Euro, auf die Batterie gewährt Mercedes-Benz eine Garantie von zehn Jahren (oder 100.000 km). Da sollte es dann auch keine Schwierigkeiten mit dem Hände schütteln geben. 

Testbericht von Andreas W. Dick

Werbung

Weiterführende Themen

Neue Bezeichnung für die Scania S-Baureihe: Aus S 730 wird 730 S usw.
Aktuelles
04.12.2019

Die Schweden benennen ihre Premium-Baureihe um.

Fritz Lixl verlässt nach 20 Jahren die Pappas-Gruppe und steht nun hauptberuflich dem europäischen Mercedes-Benz Händlerverband FEAC als Präsident vor.
Aktuelles
28.11.2019

Der langjährige Pappas-Chef Fritz Lixl verlässt das Unternehmen und wechselt zum europäischen Mercedes-Benz Händlerverband FEAC.

Aktuelles
26.11.2019

Mercedes suchte das Start-up mit dem innovativsten Transportbedarf – zu gewinnen gab‘s einen Sprinter im Wert von 49.000 Euro.

Volvo FH 500 TC 4x2
LKW-Test
20.11.2019

Mehr Drehmoment für weniger Verbrauch: Testfahrt mit der stärksten Version des neuen D13TC-Motors von Volvo auf der STRAGÜ-Verbrauchsrunde.

Neues Gesicht: Die fehlenden Außenspiegel charakterisieren den neuen Actros.
LKW-Test
12.11.2019

170 Testkilometer in gewohnter Umgebung erbrachten viele interessante Erkenntnisse. Mit dem Actros starten wir in ein neues Kapitel auf unserer Verbrauchsrunde.

Werbung