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Nah dran an der Zukunft

18.02.2013

Der Güternahverkehr ist die Basis für die heimische Transportbranche. Über 85 Prozent aller Transporte erfolgen im Nahverkehr unter 100 Kilometern. Eine engagierte Gruppe von Unternehmern folgte daher der Einladung der Fachgruppe Oberösterreich zum „Branchenforum GüterNAHverkehr".

Der neue Fachgruppenobmann

Franz Danninger informierte die Teilnehmer über die Schwerpunkte der Interessensvertretungsarbeit sowie Veranstaltungen der Fachgruppe. In einem von Spartengeschäftsführer Christian Strasser moderierten Workshop analysierten die Experten aus der Unternehmenspraxis kritisch die Ist-Situation im GüterNAHverkehr und erarbeiteten in Gruppengesprächen Strategien und Lösungsansätze, wie sich die Nahverkehrsbranche ihren Herausforderungen erfolgreich stellen kann.

 

Zahlungsmoral wird schlechter

Die Ist-Situation im Baustellenverkehr wurde von der Expertengruppe so zusammengefasst: Starre, in der Praxis für Transporteure oft schwer realisierbare Regelungen im Lenkzeitenrecht bei gleichzeitig übertriebenen Kontrollen führen zu einem immer stärkeren Lenkermangel. Der wirtschaftliche Druck, dass die Preisentwicklung bei weitem nicht mit der Kostenentwicklung Schritt hält, wird zusätzlich dadurch verschärft, dass viele öffentliche Ausschreibungen erst sehr spät erfolgen und die generelle Zahlungsmoral der Auftraggeber immer schlechter wird.

Lösungsansätze durch Initiativen der Fachgruppe wünschen die Experten für den Baustellenverkehr in Richtung Flexibilisierung der Arbeitszeit (Jahresarbeitszeit), mehr Augenmaß der Exekutive bei der Beurteilung sogenannter „technischer Mängel" (Mängelkatalog) und eine Beseitigung der Mehrfachbestrafungen (Lenker, Unternehmer, usw. Initiativen zur Attraktivierung des Lenkerberufs, Ausbildungsförderungen, sowie eine Beseitigung der sinnlosen Auflösungsabgabe auch bei vorliegenden Wiedereinstellungszusagen seien ebenfalls dringend notwendig.

 

Narrenfreiheit

Im Bereich System-/ Verteiler-/ Kran-/ Siloverkehre berichten die Experten aus der Praxis neben erheblichem Druck aus der Verladerschaft, der eine sinnvolle an der Kostenentwicklung orientierte Preisgestaltung sehr schwer macht, ebenfalls von strengen, teilweise unverhältnismäßigen Kontrollen und Auswirkungen der hohen Steuerbelastung. Andererseits werden bei den Themen Kabotage sowie unbefugte Gewerbeausübung Kontrollen wiederum vermisst – hier herrsche teilweise Narrenfreiheit für die „unsaubere Konkurrenz". Bei den Zielen sollte der Fokus auf die gesetzlichen Realisierungen einer Auftraggeberhaftung gegeben sein. Die weitere Forcierung der Image- und Öffentlichkeitsarbeit der Branche sowie verstärkte Bewusstseinsbildung auch in Richtung Synergien durch Netzwerke in den eigenen Reihen der Branche sollte den Blick in die Zukunft prägen.

 

Problemfeld Winterdienst

Die im Winterdienst tätigen Nahverkehrsfrächter sehen Handlungsbedarf in Richtung einer gemeinsamen Überarbeitung des Verkehrdienstvertrages mit dem Land Oberösterreich als Straßenerhalter sowie eine Beseitigung der gesetzlichen Besserstellungen für Fahrzeuge des öffentlichen Straßendienstes.

Transporteure müssen für den Winterdienst, Fahrzeuge, Geräte und Personal bereithalten, werden dann aber oft nur zur Abdeckung von Spitzen herangezogen. Dazu müssen die Rahmenbedingen der Abgeltung (Stundensatz, Bereitschaft) künftig fair und Index-gebunden angepasst werden.

 

Klarer Auftrag

Die OÖ-Fachgruppe will nun die Ergebnisse des Workshops im Rahmen ihrer nächsten Ausschusssitzung genau erörtern und eine Planung von Initiativen durchführen. Über den Stand der Umsetzung wird dann im Rahmen von Regionalversammlungen, Branchenforen und anderen Veranstaltungen der Fachgruppe laufend berichtet. Diese von den Nahverkehrsunternehmern gemeinsam erarbeiteten wertvollen Ergebnisse sind eine wichtige Grundlage sowie ein klarer Auftrag für die Arbeit der Fachgruppe, skizzieren Danninger und Strasser die weitere Vorgangsweise der Fachgruppe Oberösterreich.

Autor/in:
Redaktion Straßengüterverkehr
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