Direkt zum Inhalt
Der österreichische Paketmarkt wächst laut einer Studie um neun Prozent – die Einnahmen pro Sendung fallen jedoch.

Paket-Boom hält an

06.11.2017

Der europäische Markt für internationale Kurier-, Express- und Paketdienste ist 2016 deutlich gewachsen.

„Mittlerweile werden jährlich 720 Millionen Sendungen verschickt, bis 2019 erwarten wir sogar 908 Millionen. Die Erholung der europäischen Wirtschaft und die Tendenz zu E-Commerce füllen die Auftragsbücher“, so Ferry Salehi von der Unternehmensberatung A.T. Kearney, der den Markt untersucht hat. Die Europäer verschicken immer häufiger international – in Österreich beispielsweise neun Prozent mehr als im Vorjahr. Vor allem osteuropäische Länder holen auf: Polen, Rumänien und Tschechien erreichen mit einem Plus von 31, 19, bzw. 14 Prozent Spitzenwerte. Doch auch die fünf größten Märkte (Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien, Niederlande) sind weiterhin auf Wachstumskurs und freuen sich über Zunahmen von 10 bis 15 Prozent. Damit transportieren sie fünfmal mehr Sendungen als die restlichen acht untersuchten Länder zusammen.

Damit diese Entwicklung weitergeht, sollten Unternehmen derzeitige Trends im Blick behalten, so der Studienautor: Das Geschäft mit Privatkunden wächst dank der Beliebtheit von Online-Shopping stärker als B2B. Jedoch machen den Unternehmen sinkende Einnahmen pro Sendung zu schaffen (-5% für Standard-Sendungen, -2% für Express-Sendungen). „Immer mehr leichte Pakete, fallende Kraftstoffpreise und der Trend zu Transporten innerhalb Europas drücken die Einnahmen pro einzelner Sendung nach unten“, so A.T. Kearney Transportexperte Jan Matuska. Er sieht vor allem drei Herausforderungen auf die Branche zukommen:

  • Last Mile Logistik: Mit der neuen Bedeutung von Online-Shopping werden innovative Konzepte für die letzten Meter der Lieferung bis zur Haustür immer wichtiger. Kosten pro Stopp müssten durch höhere Frequenzen gesenkt sowie profitablere Lösungen für E-Commerce-Sendungen gefunden werden. Ein neuer „State-of-the-Art“ für die letzten Meter soll Neukunden anziehen.
  • Kostenmanagement: Viele Kunden seien nicht bereit höhere Grundpreise für Dienstleistungen zu bezahlen. Europäische KEP-Unternehmen müssen sich daher mittelfristig darauf einstellen, Zuschläge zu erheben – wie beispielsweise zu Hochphasen wie Weihnachten.
  • Neue Produkte und Services werden zum Alleinstellungsmerkmal: Mit zunehmender Kommodifizierung von Transportprozessen werden zusätzliche Angebote wie Versicherung oder Zollzahlungen zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Neben neuen Services sind auch maßgeschneiderte E-Commerce-Produkte mit Einheitspreisen von zentraler Bedeutung.
Werbung
Werbung