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Beim Platooning reagiert der hintere Lastwagen direkt und ohne aktives Eingreifen des Fahrers. Der Fahrer behält jedoch immer die Hände am Steuer.

Platooning im Alltagstest

06.03.2018

Mit den kürzlich an DB Schenker übergebenen MAN-Pilotfahrzeugen soll die Technologie jetzt an die realen Alltagsbedingungen der Logistik angepasst werden

„Dass Platooning technisch funktioniert, haben wir in verschiedenen Vorgängerprojekten wie 2016 in der European Truck Platooning Challenge bereits bewiesen“, sagt MAN-Entwicklungsvorstand Frederik Zohm, „die Anpassung dieser Technologie an die realen Alltagsbedingungen der Logistik ist die Herausforderung, die wir jetzt angehen!“ Im Rahmen der im Mai 2017 vereinbarten Kooperation (wir berichteten) werden Lkw-Kolonnen im Regelbetrieb von DB Schenker über mehrere Monate im realen Straßenverkehr auf der deutschen Autobahn A9 zwischen München und Nürnberg getestet.

Zum ersten Mal werden dabei keine Testfahrer, sondern Berufskraftfahrer von DB Schenker am Steuer sitzen. Deren Erfahrungen, Einschätzungen und Bewertungen von Platooning stehen im Fokus der Arbeit der Hochschule Fresenius, die als dritter Kooperationspartner die wissenschaftliche Begleitung der Testfahrten übernimmt. „Wir möchten herausfinden, welche Auswirkungen die neue Technologie auf die Fahrer hat. Die Schwerpunkte der Studie liegen auf der neurophysiologischen und psychosozialen Ebene“, erläutert Prof. Christian T. Haas von der Hochschule Fresenius.

Ab April sind bereits vereinzelte Fahrten (noch ohne Ladung) des Platoons auf der A9 vorgesehen. Nach Abschluss der intensiven Schulungsphase erfolgen wöchentliche und anschließend tägliche Testfahrten. Diese werden im Laufe des Jahres 2018 zu Linienfahrten mit realen Ladungen ausgebaut. Bis zu dreimal täglich werden dann die Platoons zwischen den DB Schenker-Logistikzentren in München und Nürnberg eingesetzt.

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