Direkt zum Inhalt

Reife Leistung

23.11.2015
MAN

In seiner derzeit höchsten Leistungsstufe punktet das Münchner Fernverkehrs-Flaggschiff mit reichlich Drehmoment und einem ausgewogenen Gesamtpaket.

Guter Sitzkomfort auch auf längeren Strecken.
Display und Armaturen im Cockpit verzichten auf modische Spielereien.

Verzicht ist bei den Testautos der Lkw-Hersteller nur selten die oberste Devise. Selbstbewusst zeigt man da in den Kapiteln Leistung, Komfort und Sicherheit in geballter Form das volle Potenzial der jeweiligen Marke. Der von uns getestete MAN TGX 18.560 macht da keine Ausnahme: Auch die attraktive rote Sattelzugmaschine mit dem ruhmreichen Löwen im Kühlergrill verwöhnt mit einer opulenten Konfiguration. Wir haben uns einen TGX mit der aktuell kräftigsten Variante des D38-Motors für den klassischen Fernverkehrseinsatz und einer nahezu vollständig angekreuzten Ausstattungsliste auf der STRAGÜ-Testrunde näher angeschaut. 

Power-Truck

Im Vorjahr konnten wir uns bei der Präsentation des D38-Motors auf beeindruckend steilen Autobahnabschnitten in Andalusien vom Potenzial des 15,3-l-Sechszylinder-Triebwerks überzeugen. Punkto Steigung und Gefälle können da aber auch einige Abschnitte auf der Wiener Außenring Autobahn A21 im Rahmen unserer Testroute gut mithalten. Nicht umsonst gehören die beiden Teilstücke bei Steinhäusl und Gießhübl mit maximal 5,2 Prozent zu den steilsten Abschnitten des österreichischen Autobahnnetzes. 
Dabei profitiert der rote Power-Truck von seinem enormen Drehmoment-Angebot bereits bei vergleichsweise niedrigen Drehzahlen. So ist das maximale Drehmoment von 2700 Nm zwischen 930 und 1400 Umdrehungen abrufbar. Auch mit voll ausgeladenem Auflieger ist der MAN daher jederzeit zügig unterwegs und wirkt dank der Kraftreserven des modernen Aggregats niemals angestrengt oder überfordert.

Schalten lassen

Sehr gut mit dem D38-Motor harmoniert die MAN TipMatic (12 Vorwärtsgänge) mit Intarder. Praktische Funktionalitäten des Getriebes sind unter anderem der Neigungssensor (berücksichtigt die topografischen Gegebenheiten bei der Wahl des richtigen Anfahrgangs) und das „Active Driveline Damping“ das Schwingungen im Antriebsstrang unterdrückt und ein besonders feinfühliges Anfahren ermöglicht. Die maximale Leistung der Dauerbremse wird mit 340 kW bei 2400 U/min angegeben.
Die niederösterreichischen Abschnitte unserer Route (siehe Grafik) waren dank der Verwendung der Assistenzsysteme Adaptive Cruise Control (gewählte Einstellung 85 km/h, minus 5 km/h und plus 6 km/h) und GPS-Tempomat eine recht entspannte Angelegenheit. Die Arbeit der elektronischen Assistenten war durchwegs plausibel und nachvollziehbar. Obwohl der aktuelle Spurhalteassistent (Lane Guard System, LGS) durch die neueste Kameratechnologie eine höhere Präzision der Spurerkennung und ein Minimum an unberechtigten Warnungen ermöglichen soll, wird dieser doch etwas nervige elektronische Helfer vom STRAGÜ-Tester zumeist schnell deaktiviert. Die Tätigkeit des neuen Notbremsassistenten EBA haben wir auf öffentlichen Straßen naturgemäß nicht ausprobiert, ein Video dazu findet sich aber auf youtube unter dem Suchbegriff „MAN EBA“. Optimal waren einmal mehr die äußeren Bedingungen auf unserer Testrunde: Bei flüssigem Verkehrsaufkommen und bestem Wetter erzielten wir mit dem TGX 18.560 eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 76,88 km/h – auf den Wiener Autobahnabschnitten der STRAGÜ-Testrunde gilt ja für Lkw über 7,5 Tonnen bekanntlich eine Beschränkung auf 60 km/h – und einen durchschnittlichen Dieselverbrauch von 27,76 Liter auf 100 km. Beim AdBlue-Durst zeigte sich der MAN mit nur 0,39 l/100 km sehr zurückhaltend. Ein Verzicht auf die Bestückung des Testautos mit Sonnenblende und Lufthörnern hätte übrigens durch die bessere Aerodynamik einen noch besseren Wert beim Kraftstoffkonsum ermöglicht …

Fazit

Das Flaggschiff der TGX-Baureihe ist ein durchwegs souveräner und kompetenter Lkw. In der Summe ihrer Eigenschaften vermittelt die kräftig motorisierte und komplett ausgestattete Sattelzugmaschine einen äußerst ausgereiften Eindruck. awd  

Werbung

Weiterführende Themen

Mit dem TGE steigt MAN ins Transportergeschäft ein.
Aktuelles
05.09.2016

Mit dem auf dem VW Crafter basierenden TGE besetzt MAN nun auch das Transporter-Feld.

Löwe auf schwarzem Hintergrund: Eines der vielen IAA-Detailadaptionen an der TG-Baureihe.
Aktuelles
01.08.2016

Zur IAA in Hannover spendiert MAN seinen TG-Baureihen optische Aufwertungen beim Design und im Innenraum sowie Detailverbesserungen bei den Motorisierungen.

Update des Flaggschiffs: zum Modelljahr 2016 wird der TGX D38 noch interessanter.
Aktuelles
07.01.2016

MAN hat die Modellgeneration 2016 seines Flaggschiffs TGX D38 im Detail aufgewertet: U.a. gibt’s drei Style-Pakete und neue Sicherheitsfeatures.

Fotomontage: So – oder so ähnlich – könnte der kleinste MAN auf Basis des VW Crafter aussehen.
Aktuelles
03.11.2015

Die Gerüchteküche brodelte bereits – jetzt ist die Katze aus dem Sack: MAN nimmt ein VW Crafter Derivat unter dem Namen TGE in sein Lkw-Programm auf. 

MAN schreitet bei seinen Restrukturierungen voran und sieht ein verbessertes Marktumfeld in Westeuropa.
Aktuelles
03.11.2015

MAN sieht eine spürbare Erholung des europäischen Nutzfahrzeugmarkts: Die Aufträge sind in den ersten drei Quartalen um neun Prozent gestiegen. 

Werbung