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ROLA ausgebremst?

17.12.2010

Der rigorose Sparkurs der ÖBB im Güterverkehr ruft auch die Transporteure auf den Plan. Sie befürchten nach der flächendeckenden Schließung von Güterverladestellen eine nach unten revidierte Angebotsanpassung der Züge der Rollenden Landstraße (ROLA).

„Nachdem sich die ÖBB mit großen Schritten aus der Fläche zurückzieht, befürchten wir auch bei dem mit der ROLA abgewickelten Transitverkehr durch Österreich einschneidende Veränderungen“, sagt Franz Penner, Obmann der Sparte Transport und Verkehr in der NÖ Wirtschaftskammer, im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

Auf der für Niederösterreichs Straßeninfrastruktur relevanten Verbindung von Wels nach Szeged in Ungarn hat der Betreiber der ROLA-Züge, die ÖKOMBI GmbH, in den ersten elf Monaten des heurigen Jahres 28.185 Lkw befördert. Das ist ein Zuwachs von 14,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In absoluten Zahlen sollen heuer insgesamt an die 345.000 Lkw auf der Schiene durch Österreich rollen. Dies wäre ein Plus von vier Prozent gegenüber 2009.

 

Um die Fahrt mit den ROLA-Zügen für die zumeist ausländischen Transportunternehmer attraktiv zu machen, subventioniert der Staat die Ticket-Preise. Ohne diese finanziellen Zuschüsse könnten die Fahrkarten nicht zu marktüblichen Preisen angeboten werden. „Sollte sich daran etwas ändern und der Schiene dadurch Verkehrsströme verloren gehen, haben wir auf Österreichs Straßen das ganze Jahr über Zustände wie beim schlimmsten Schneechaos“, warnt Penner.

 

In Niederösterreich gebe es bereits jetzt einige Straßenverbindungen, die von ausländischen Mautflüchtlingen regelrecht überrollt werden. Als Paradebeispiel nennt der Spartenobmann den Verlauf der Horner Straße (B4) und die Waldviertler Straße (B2). „Die überwiegende Mehrzahl der ausländischen Lkw nutzt diesen Weg, um so billig wie möglich nach Deutschland zu kommen. Die Fahrt über unser hochrangiges Straßennetz ist für diese Zielgruppe aus Kostengründen tabu“, weiß Franz Penner.

Statt im eigenen Land den übertriebenen Sparstift anzusetzen, sollten die ÖBB lieber bei ihren Auslandsengagements das Tempo drosseln. „Nach meinen Informationen betreiben die ÖBB in Rumänien mittlerweile eine Flotte von Hunderten Lkw. Die sind von den Sparmaßnahmen natürlich nicht betroffen.“

Autor/in:
Redaktion Straßengüterverkehr
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