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Vorreiterrolle

23.04.2012

Nicht nur weil man die erste Fachgruppentagung des heurigen Jahres absolvierte, auch in Sachen Flottenerneuerung nehme man in Salzburg eine Vorreiterrolle ein, betonte Obmann Günter Bauer Anfang März vor seinen Kollegen in der schmucken Pappas-Konzernzentrale. Mit dem aktuellen Leitthema „Bildung schafft Zukunft" will man auch in Zukunft die Nase vorne haben.

„Wir müssen immer das Auge darauf richten, welche Themen zukunftsorientiert sind. Im Sparpaket der Bundesregierung habe ich dazu nicht allzu viel gefunden, weil Strukturreformen nur in wenigen Bereichen angegangen wurden", sparte Salzburgs Obmann Günter Bauer gleich zu Beginn nicht mit Kritik. Anhand einiger indirekter Erfolge, wie z. B. der Förderungen für den Export oder die thermische Gebäudesanierung aber auch die Abschaffung der Kreditvertragsgebühr, bzw. direkter Erfolge wie die Senkung der Kfz-Steuer, der Aufhebung des Sektoralen Fahrverbots oder der Neuregelung der „Lebensmittel-Fahrverbote" verwies er auf Errungenschaften der Kammervertretung, untermauerte aber auch die weiter bestehenden Forderungen, u.a. zur Harmonisierung der Fahrverbote, des Ausnahmetatbestand Ziel und Quellverkehr, Abschaffung des Nacht-60ers, Anpassung der Lenk- und Ruhezeiten im Baustellenverkehr u.v.m. „Trotz unserer enorm wichtigen Rolle werden wir Verkehrsunternehmer immer wieder mit Vorurteilen konfrontiert und müssen als Sündenbock für sämtliche Verkehrs-, Infrastruktur- und Umweltprobleme herhalten", machte Bauer aufmerksam.

Dabei nehme man speziell in Salzburg in Sachen Umweltschutz traditionell eine Vorreiterrolle ein, wie „Hausherr" Pappas Nutzfahrzeug-Chef Fritz Lixl und Mercedes-Benz Österreich Vertriebsleiterin Gabi Schmidhäuser bestätigten: „Fast 40 Prozent des Actros-Bestelleingangs in Salzburg ist bereits Euro 6. Im restlichen Österreich liegt der Schnitt bei 25 Prozent. Das ist aber beides mehr als wir uns erwartet haben." Lixl konnte auch die frohe Botschaft überbringen, dass Euro 6 seit kurzem auch zulassungsfähig sei. „Leider fehlt noch eine eindeutige Differenzierung in der Mautgestaltung", so Lixl. Zu dieser Thematik nahm Beate Appinger-Ziegler von der Asfinag Stellung. Sie erläuterte den anwesenden Unternehmern im Detail die Tarifgestaltung, die ja Ende des Vorjahrs für Unmut in der Branche sorgte. Interessanterweise gab es keine kritischen Meldungen aus dem Publikum. Appinger-Ziegler hob die Interoperabilität des österreichischen Mautsystems hervor, mittlerweile ist es ja möglich mit nur mehr einer Box auch die deutsche Maut abzuwickeln. Für 2013 kündigte sie schließlich die Interoperabilität mit Skandinavien an.

 

Begehrte Location

Alles in allem eine sehr harmonische Fachgruppentagung, die durch einen Zauberkünstler und einen Top-Caterer entsprechend aufgelockert wurde. Vielleicht lag es auch am Veranstaltungsort, der Pappas-Hauptsitz wird im Salzburger Raum als begehrte Eventlocation gehandelt. Konzernchef Alexander Pappas lässt es sich nicht nehmen, selbst über die Vergabe zu entscheiden, schließlich sind die organisatorischen Aufwendungen beträchtlich. 250 Mitarbeiter arbeiten in dem lichtdurchfluteten Mega-Komplex, die Gesamtfläche beläuft sich auf 37.000 Quadratmeter.

 

Aus- und Weiterbildung

 

Eines der am meisten diskutierten Themen der Tagung betraf den drohenden Fahrermangel. „Um die Zukunft der Transportwirtschaft zu sichern ist einer der wesentlichsten Punkte, die Attraktivität des Berufes ,Lkw-Fahrer‘ zu fördern", machte Obmann Bauer aufmerksam. Das betreffe auch die Weiterbildung C95. Bauer: „Bis dato haben erst sehr wenige Fahrer alle Module besucht. Ich bitte Sie die Frist nicht zu übersehen!" Aus- und Weiterbildung entscheide seiner Meinung nach nicht nur über die Zukunft einzelner Branchen sondern auch über die Zukunft „unseres ganzen Landes". „Um im internationalen Vergleich bestehen zu können, ist es daher unumgänglich in Bildung zu investieren!"

In Salzburg stehen derzeit 750 offenen Lehrstellen nur 250 Lehrstellensuchende gegenüber. „Das ist mit Abstand die größte Lehrlingslücke in Österreich", so Bauer. Auch im Bereich der Verkehrswirtschaft spiegle sich dieses Bild wieder. Derzeit werden in Salzburg 177 Lehrlinge in nur 58 Lehrbetrieben der Sparte Transport und Verkehr ausgebildet. „Betrachtet man die Zahl der Beschäftigten der Sparte Transport und Verkehr sind 177 Lehrlinge viel zu wenig", fand der Salzburger Unternehmer klare Worte, „es liegt an uns, sprich an den Betrieben, die Ausbildung zu forcieren. Das würde auch dazu führen, dass sich die Alterstrukturen der Fahrer in unserer Branche wieder verjüngen würden." Bauer selbst hat sich zum Ziel gesetzt, „mich mit diesem Thema im Jahr 2012 intensiv zu beschäftigen!"

 

„Machen Sie mit!"

 

Zusammen mit Fachverbandsobmann Wolfgang Herzer appellierte Fachgruppenobmann Günter Bauer abschließend an seine Kollegen, näher zusammenzurücken statt „jeder gegen jeden" zu arbeiten. Geschlossen würde man mehr Gehör – nicht zuletzt auch bei der Politik – finden, um die Interessen der Branche durchzusetzen. „Wir bemühen uns um eine faire Darstellung der Verkehrswirtschaft in der Öffentlichkeit – machen Sie mit!", so der Appell Herzers. Beide Spitzenvertreter luden abschließend die Salzburger Güterbeförderer zur Teilnahme an der „Friends on the road"-Roadshow ein, die am 21. und 22. September im stark frequentierten Europark Halt macht.

 

Autor/in:
Redaktion Straßengüterverkehr
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