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Wie man Staus minimiert

21.04.2018

Für viel Diskussionsstoff hat die Berichterstattung in unserem „baufahrzeuge SPEZIAL“ in der letzten Ausgabe gesorgt. Den 5-Achs-Kipper mit bis zu 40 Tonnen Gesamtgewicht wünschen sich offensichtlich mehr Unternehmer als Alternative zur gängigen Sattelkombination, als wir dachten. So auch der Tenor der gut besuchten MAWEV-Show (siehe Bericht auf Seite 34), wo sogar ein derartiges Fahrzeug am Meiller-Stand zu sehen war. Und: Drei von vier Teilnehmer an unserer aktuellen online-Umfrage sind für die gesetzliche Legitimierung dieser neuen Fahrzeugklasse. Nur jeder fünfte Teilnehmer sieht die Gefahr, dass die Auftraggeber aus der Bauwirtschaft mehr davon profitieren könnten, als die Güterbeförderer selbst.

IN DER FAHRER-ROLLE

Jene, die gerne als erste bei derartigen Tonnageerhöhungen aufschreien, sind freilich die Straßenbetreiber: Österreichs größter ist da entspannt: Asfinag-Vorstandsdirektor Klaus Schierhackl sieht in den möglicherweise bis zu 40 Tonnen schweren 5-Achs-Kippern keine höhere Belastung für die von ihm verwalteten Straßen. Schließlich seien die Achs­lasten maßgeblich – und die würden sich nicht erhöhen. Schierhackl ist übrigens in dieser Ausgabe Protagonist unserer „Alltagsgeschichten“, traditionell in der Heftmitte zu finden! Warum? Ganz einfach: Er hat sich in der Karwoche für drei Tage hinter das Steuer eines Sattelzugs gesetzt, um ganz persönliche Eindrücke aus Fahrersicht bei einer Runde über „seine“ Autobahnen zu bekommen. Ich nahm dabei auf seiner ersten Etappe am Beifahrersitz Platz und konnte ihn zu jenen Themen befragen, die den STRAGÜ-Lesern unter den Nägeln brennen. U.a. zum Nacht-60er, den er am Steuer übrigens als „schlimm“ bezeichnet. Er äußert sich aber auch zur Parkplatznot oder der Forderung zum Abstellen von Aufliegern bzw. Anhängern auf Asfinag-Rastplätzen. Das gesamte Interview finden Sie ab Seite 24. 

In weitere heiße Themen des Güterbeförderungsgewerbes kommt Bewegung: So ist die Tiroler Exekutive an den letzten Wochenenden in Sachen „Verbringung der regelmäßigen wöchentlichen Ruhezeit (45 Stunden)“ in der Lkw-Kabine in die Offensive gegangen und hat an stark frequentierten Rastplätzen mehrsprachige Informationsblätter an Lkw-Lenker verteilt, um mitzuteilen, dass Verstöße mit mindestens 300 Euro belegt werden.

MINDESTLOHNGESETZ UNZULÄSSIG?

Eine andere Fahrer-Causa gestaltet sich offensichtlich rechtlich unschlüssig: Denn in Deutschland haben Gerichte kürzlich entschieden, dass Kontrollen nach dem Mindestlohngesetz (MiLoG) unzulässig seien (Details siehe Seite 11). Der „Anwendungsexzess des MiLoG“ halte einer gerichtlichen Prüfung nicht stand, jubiliert der involvierte Anwalt. 

Doch Vorsicht: Der Fachverband Güterbeförderung warnt davor, das MiLoG zu ignorieren. Denn die deutsche Generalzolldirektion lasse sich nach Recherchen des deutschen Verbands DSLV von diesem (Einzel-)Urteil nicht beirren und will die Prüftätigkeit in gewohntem Umfang fortsetzen. Es sei dazu eine höchstrichterliche Entscheidung abzuwarten. 

AUTOFAHRER ABSICHTLICH GENERVT

Und dann gibt es noch eine andere Causa, die nicht unerwähnt bleiben darf: Das Interview des gern als „Verkehrsexperten“ titulierten Hermann Knoflacher (STRAGÜ-Lesern wohl nur allzu gut bekannt) im deutschen „Spiegel“. Da gibt der 77jährige zu, dass man Autofahrer in den 1970er und 80er-Jahren „absichtlich genervt“ habe. „Wir haben Straßen verengt und systematisch Stau erzeugt“, so seine Aussage im Spiegel. Ein Armutszeugnis, dass gewählte Volksvertreter dies zugelassen haben!

Autor/in:
Marco Dittrich
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