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Zu zweit gegen den Trend

15.06.2010

Der steirische Transportunternehmer Johannes Matzhold  beschäftigt heute um 60 Prozent mehr ­Mitarbeiter als noch vor einem Jahr. Jetzt will er mit Komplettangeboten im Logistikbereich auch seinen Fuhrpark großzügig ausbauen.

Über zu wenig Frequenz darf sich Johannes Matzhold an seinem Firmenstandort im steirischen Unterfladnitz nicht beklagen. Wo im heurigen Frühjahr Handwerker eifrig damit beschäftigt waren, das vergrößerte Bürogebäude und die nächste Lagerhalle fertig zu stellen, haben auch schon namhafte Manager aus der Automobilindustrie wiederholt das Gespräch mit dem Transportunternehmer gesucht. „Die unveränderte Expansionspolitik unserer Partner aus der Industrie beschert auch uns volle Auftragsbücher“, meint Matzhold und marschiert an einem geparkten Fahrmischer vorbei zu den Toren der aktuell letzten Ausbaustufe seiner Logistikinfrastruktur.

Dabei hört er das Wort „letzte“ im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Vollbetrieb auf dem insgesamt 16.000 Quadratmeter großen Areal eigentlich gar nicht gerne. „Bei der Entwicklung, die wir in den vergangenen zwölf Jahren im Logistikbereich in die Tat umgesetzt haben, steht weiteren Projekten und Ideen auch im Anbetracht der unverändert angespannten Wirtschaftslage nichts im Wege“, sagt der Transporteur. 1999 hat er die erste Betriebsstätte samt Lagerhalle errichtet. Dass von den 800 vorhandenen Quadratmeter anfänglich nur ein Viertel vermietet war, sollte ihm nicht lange Kopfzerbrechen bereiten.

Schneller vermietet, als geplant
„Aus heutiger Sicht hätte ich gleich mit mehreren tausend Quadratmeter starten sollen“, erinnert sich Johannes Matzhold nicht ohne Grund. Dauerte es doch gerade einmal zwei Wochen, bis auch die restlichen 600 Quadratmeter einen Mieter fanden.

Der parallel zum Eigenfuhrpark aufgebaute Logistikbereich hat erst im vergangenen Jahr handfeste Spuren bei der Anzahl der Mitarbeiter hinterlassen. Während andere Firmen dem oft noch mäßigen Geschäftsverlauf Attribut zollen und Personal abbauen, hat Matzhold sein Team binnen 12 Monaten von 26 auf 42 Mann aufgestockt.

Genau die Hälfte davon sind als Chauffeure beschäftigt, die andere Hälfte sind in der Logistik sowie in der Verwaltung tätig. „Obwohl wir unsere Expansion im Logistiksegment vorantreiben, steht für mich der eigene Fuhrpark definitiv außer Diskussion“, unterstreicht der Unternehmer. Nicht umsonst sieht er sich als Transporteur und Logistikdienstleister, „wobei ich das Und gerne besonders hervorhebe.

“ Analog zu den kontinuierlichen Ausbauvorhaben im Logistikbereich will Johannes Matzhold in den nächsten 48 Monaten ebenso seine Flotte entsprechend erweitern. „Durch die stetig steigenden Lagermengen haben wir natürlich einen dementsprechenden Mehrbedarf auf Seiten des Fuhrparks“, erklärt er und denkt laut über eine Aufstockung in der Größenordnung von 50 bis 100 Prozent nach.

Gemeinsame Ideen
Die Tatsache, dass Matzhold-Mitarbeiter auch an den Standorten der Auftraggeber Logistik-Dienstleistungen erledigen, sieht der Geschäftsführer als logischen Schritt einer stufenweise aufgebauten Zusammenarbeit. „Unsere Partner konzentrieren sich immer stärker auf ihr eigentliches Aufgabengebiet.

Was spricht daher dagegen, sich gleich vor Ort um logistische Dinge zu kümmern.“ Den Status eines externen Dienstleisters, der mit Scheuklappen in einem Weltkonzern agiert, hat Johannes Matzhold ohnehin längst abgelegt. Anders könnten beispielsweise Gespräche über gemeinsam zu entwickelnde Ladungsträger kaum zum gewünschten Ergebnis führen.

„Wir haben uns den Namen erarbeitet, dass wir Aufgaben nicht nur stur erledigen, sondern uns bei anstehenden Problemen natürlich auch aktiv einbringen.“

Autor/in:
Redaktion Straßengüterverkehr
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