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Licht und Schatten am Automarkt

18.04.2021

Die weltweit tätige Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsorganisation EY analysiert den europäischen Neuwagenhandel und zeigt Chancen und Risiken auf. 

Der EU-Neuwagenmarkt verzeichnete im März 2021 mit einem Plus von 87 Prozent ein enormes Wachstum – allerdings nur im Vergleich zum extrem schwachen Vorjahresmonat. Der Februar stand ganz im Zeichen der europaweiten Lockdowns. Verglichen mit dem Vorkrisenjahr 2019 ergibt sich ein immer noch beträchtlicher Rückgang der Neuzulassungen um 16 Prozent. Man ist also unter dem stand vor zwei Jahren. „Die erhoffte Erholung auf dem EU-Neuwagenmarkt lässt weiter auf sich warten“, sagt Gerhard Schwartz, Leiter Industrial Products bei EY Österreich. „Es gibt zaghafte Erholungstendenzen aber keine Trendwende, der Neuwagenabsatz liegt nämlich weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau.“

Unter Niveau 2019

Im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichneten alle großen europäischen Märkte hohe Wachstumszahlen – in Italien versechsfachte sich der Absatz sogar. In Österreich legte der Neuwagenmarkt um 177 Prozent zu. Der Vergleich zu März 2019 ergibt aber für alle großen Märkte Rückgänge im zweistelligen Prozentbereich. Vorerst werde die Lage kritisch bleiben. Erst zur Jahresmitte dürfte es wieder aufwärts gehen: „Die große Hoffnung ist nach wie vor, dass die Impfkampagne ab Mitte des Jahres zu einer Normalisierung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens führen wird. Zu hoffen ist, dass der enorme Nachholbedarf auch eine kräftig steigende Nachfrage nach Neuwagen mit sich bringen wird. Dann dürften auch wieder Absatzzahlen wie vor der Krise erreicht werden“, sagt Schwarz. Unklar sei allerdings, zu welchen nachhaltigen strukturellen Schäden die Pandemie geführt habe und wie die neue Normalität in einer Nach-Corona-Zeit aussehen werde. „Mittelfristige Wirtschaftsprognosen sind derzeit mit enormen Unsicherheiten behaftet. Das gilt auch für Prognosen in Bezug auf den Neuwagenmarkt.“ 

Wachstumstreiber Elektro

Während der Absatz traditioneller Verbrenner in den fünf größten Märkten Westeuropas (Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien) im März gegenüber dem extrem schwachen Vorjahresmonat nur um 36 Prozent stieg, schnellten die Neuzulassungen elektrifizierter Neuwagen (Elektro und Plug-in-Hybrid) um 221 Prozent in die Höhe, ihr Marktanteil hat sich von 8,1 auf 15,3 Prozent fast verdoppelt. Knapp jeder siebte Neuwagen war im März also ein Elektroauto oder ein Plug-in-Hybrid. In Deutschland sogar jeder vierte. Der kombinierte Marktanteil reiner Verbrenner (Benzin und Diesel) schrumpfte hingegen in den Top-5-Märkten von 83,1 auf 66,8 Prozent. In Österreich reduzierte sich der Anteil von Benzin- und Dieselautos ebenfalls deutlich von 80,6 Prozent im März 2020 auf 65 Prozent im März 2021. Damit liegt Österreich sogar schon etwas unter den kombinierten Werten der Top-5-Autoabsatzmärkte in Westeuropa.

Österreich wird zum Stromerland

Im Vergleich zum Vorjahresmonat (März 2020) ergibt sich in den Top-5-Märkten bei Elektroautos ein Absatzwachstum von 164 Prozent, nachdem es im Februar nur bei 43 Prozent gelegen hatte. Österreich konnte bei den Elektroautos ein im Vergleich zu den Top-5-Märkten überdurchschnittlich hohes Wachstum von 354 Prozent erzielen. Bei Plug-in-Hybriden stieg die Wachstumsrate (jeweils im Vergleich zum Vorjahresmonat) von 146 Prozent im Februar auf 308 Prozent im März. Auch hier liegt Österreich deutlich über dem Mittel der Top-5-Automärkte mit einem Plus von 504 Prozent. „Gerade Plug-in-Hybride sind extrem beliebt, in der Fahrzeugklasse ist die Wachstumsdynamik doppelt so stark wie bei reinen Elektroautos.“ Er rechnet damit, dass das Elektro-Segment auch in den kommenden Monaten weiter stark wachsen wird: „Das Wachstum bei Elektroautos und Plug-in-Hybriden ist bemerkenswert – dafür sorgen neben erheblichen staatlichen Unterstützungsmaßnahmen auch die immer attraktiveren Modelle. Auch für das laufende Jahr sind zahlreiche neue Elektroautos und Plug-in-Hybride angekündigt. Das Kundeninteresse ist und bleibt sehr groß.“

 

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