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Start-Stopp-Systeme funktionieren mit leistungsstarken Starter-Generatoren (o.) Batteriespezialist Banner hat spezielle Start-Stopp-Modelle im Programm sowie ein handliches Servicegerät

Start-Stopp in der Werkstatt

08.04.2014

Der Spritspareffekt beträgt bis zu acht Prozent – kein Wunder daher, dass immer mehr Fahrzeugmodelle mit Start-Stopp-Systemen ausgestattet werden. Die Werkstätten rüsten sich für den erhöhten Wartungs- und Reparaturaufwand mit Ersatzteilen und Diagnosegeräten.

Mit der Verbreitung der Start-Stopp-Technologie geht eine Evolution der Stromversorgung im Fahrzeug einher, denn herkömmliche Bleiakkumulatoren sind mit dem oftmaligen Abstellen und Neustarten des Motors im Stadtverkehr schlicht überfordert. Bei Start-Stopp-Fahrzeugen kommen daher neue Batterietechnologien wie AGM (Absorbent Glass Mat) und EFB (Enhanced Flooded Batteries) zum Einsatz. Alle großen Batteriehersteller haben bereits Start-Stopp-Akkus im Programm, im großen Vergleichstest von ADAC und Stiftung Warentest vor eineinhalb Jahren haben sich diese durchwegs als zuverlässig erwiesen. Fazit: Alle AGM- und EFB-Produkte schnitten im Test mit den Noten „sehr gut“ oder „gut“ ab. Geprüft wurden die AGM-Batterien JCI/Varta Plus E39, Banner Running Bull und Exide Micro Hybrid EK 700 sowie die EFB-Batterien Moll 82070, JCI/Varta E45, Banner Running Bull EFB und Exide Hybrid ECM EL 700. Batteriehersteller Bosch war im ADAC-Test mit seiner Nassbatterie Silver S4 vertreten, die von den Testern ebenfalls sehr positiv bewertet wurde. Mit den Modellen S5 (EFB) und S6 (AGM) hat Bosch allerdings auch spezielle Start-Stopp-Batterien im Programm. Wichtig für die Werkstatt: Für Autos mit Start-Stopp-Systemen kommen nur Tauschbatterien in Frage, die mit der gleichen Technologie wie die Originalbatterie arbeiten und annähernd die gleichen Einbaumaße sowie die gleiche Nennkapazität haben.

Kein Tausch ohne Reset
Alte Batterie abklemmen, herausnehmen, neue Batterie einsetzen und anschließen – so einfach geht’s heute nicht mehr. Denn Start-Stopp-Fahrzeuge sind mit Batteriemanagementsystemen ausgestattet, die mittels Diagnosegerät über den Batterieaustausch informiert werden müssen. Die Batterie ist eng in die Bordelektronik eingebunden, um batterieabhängige CO2- und Komfortfunktionen zu unterstützen. Entsprechend aufwendig ist die Diagnose, Speicherrücksetzung und die Neuanmeldung der Batterie in der Fahrzeugelektronik. Weitere Herausforderungen sind die unterschiedlichen Einbaupositionen im Fahrzeug und die Auswahl der exakt passenden Austauschbatterie.  Speziell für diesen Zweck hat Batteriehersteller Johnson Controls sein Varta Start-Stopp Service Programms VSSP entwickelt, das derzeit in der aktualisierten Version 2.1 erhältlich ist. Das Fahrzeug wird entweder automatisch über OBD-Kabel oder manuell über die Fahrzeug-Identifizierungsnummer identifiziert, danach kann die Batterie ohne direkten Zugriff getestet und das Start-Stopp- bzw. Batteriemanagementsystem einer genauen Diagnose unterzogen werden. Dank der neu aktualisierten Produktzuordnung empfiehlt das Gerät die exakt passgenaue Austauschbatterie für jedes Fahrzeug. Das erweiterte VSSP 2.1 funktioniert auch offline und ist daher für den flexiblen Einsatz in jeder Werkstatt geeignet. Mit optimierter Menüführung, schneller Navigation sowie einer bebilderten Austausch-Anleitung sind komplexe Batteriewechsel benutzerfreundlich durchführbar.
Auch Banner, der oberösterreichische Hersteller von Qualitätsbatterien für Start-Stopp-Fahrzeuge, bietet ein eigens entwickeltes Service-Gerät an, das den Batteriewechsel bei modernen Fahrzeugen mit integrierten Batteriemanagement-Systemen ermöglicht, ohne dass die Werkstätte in eine umfassende Diagnose-Station investieren muss. Das handliche Gerät wird an die EOBD-Schnittstelle angeschlossen und erkennt, ob der Batteriewechsel mit einer speziellen Operation verbunden ist. Daraufhin werden herstellerspezifische Fehlercodes in Verbindung mit der Fahrzeugbatterie ausgelesen und alle vorhandenen Fehlercodes gelöscht. Ein integrierter Produktfinder gibt Auskunft über die passende Ersatzbatterie. Das Banner Battery Service Tool deckt die wesentlichen Fahrzeuge auf den Straßen Europas ab, der Schwerpunkt wurde bei der Programmierung auf die deutschen Marken Audi, BMW, Mercedes und VW gelegt.

Einfache Diagnose
Natürlich haben sich auch die großen Diagnosegeräte-Hersteller auf das Thema Start-Stopp-Systeme eingestellt und die entsprechenden Funktionen in ihre Software integriert. So zeigt beispielsweise der mega macs von Hella Gutmann die Batterie-Parameter Temperatur, Spannung, Lade- und Entladeströme sowie den Lade- und Gesamtzustand der Batterie an. Im Hilfetext sind die vom Hersteller freigegebenen Ersatzbatterien angeführt. Nach dem Einbau folgt der Kfz-Techniker den Anweisungen des mega macs im Menü Diagnose > Codierung > Batterieregistrierung und trägt die Seriennummer der neuen Batterie ein. Somit wird die neue Batterie im Steuergerät angemeldet und die gespeicherten Parameter der alten Batterie werden zurückgesetzt - das Start-Stopp-System funktioniert wieder einwandfrei. Auch die Geräte aus der KTS-Reihe von Bosch beherrschen diesen Vorgang, die zugehörige Diagnosesoftware Bosch Esitronic deckt alle relevanten Start/Stopp-Fahrzeuge ab und bietet zudem technische Informationen wie Service- und Reparaturanweisungen, Systeminformationen sowie Ersatzteilkataloge.

Autor/in:
Peter Seipel
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