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Störgeräusche bei BMW und Toyota

13.09.2021

Drei verschiedene Fahrzeuge des KFZ Wirtschaft-Teams, und doch haben sie etwas gemeinsam: Lästige Störgeräusche, deren Ursachen erst nach mühsamer Detektivarbeit gefunden werden.

Fall 1: Der winselnde Hilux

Chefredakteur Hans-Jörg Bruckberger fährt einen Toyota Hilux, Baujahr 2013 mit 130.000 Kilometern auf dem Tacho. Eines Tages ist bei Schrittgeschwindigkeit ein quietschendes Geräusch zu hören. Es folgt ein Besuch bei Toyota Ulrichshofer in Baden. Der Kfz Techniker tut das Nächstliegende und sprüht den Keilriemen ein. Das Geräusch bleibt, es scheint vom rechten Vorderrad zu kommen. Der Profi meint, es sei sicher nichts Ernstes und rät, es weiter zu beobachten. Einige Wochen später ist es lauter geworden, der Hilux heult und winselt. Ausgerechnet diesem Auto, dem Paradebeispiel für Unverwüstlichkeit, steht das gar nicht gut. Gebaut, um Sandstürmen und Schlammlawinen standzuhalten, jammert er durch die Stadt und kassiert mitleidige Blicke von Passanten. Zurück zu Toyota Ulrichshofer. Werkstattleiter Sedat Geveze fährt auf die Hebebühne, dreht das rechte Vorderrad, es quietscht erbärmlich. Der Meister sagt, dass ihm so etwas noch nie untergekommen sei. Er sprüht die Achsmanschetten mit Silikonspray ein, doch das Quietschen bleibt. Er inspiziert die gesamte Radaufhängung mit seiner Lampe und ruft plötzlich: „Der Simmerring!“ Der Wellendichtring ist völlig ausgetrocknet. Wieder kommt Silikonspray zum Einsatz und tatsächlich: Das Geräusch ist und bleibt weg, der Fall ist gelöst. Und das auch noch kostenlos.

Fall 2: Das bayrische Knistern

Philipp Bednar, ehemaliger KFZ Wirtschaft Redakteur, fährt einen BMW 3er-Touring, Baujahr 2016 mit 75.000 Kilometern auf dem Tacho. Eines Tages macht sich im Türbereich ein Knistern bemerkbar, je kälter die Außentemperatur, umso häufiger. Eine Internetrecherche bringt den ersten Hinweis. Auf einer deutschen BMW-Seite findet sich eine interne Anweisung des Herstellers an die Händlerschaft: Bei Knistergeräuschen soll ein spezielles Teflonklebeband zwischen Türrahmen und Türdichtung Abhilfe schaffen. Eine Anfrage beim österreichischen BMW-Händler des Vertrauens geht leider ins Leere: „Das Problem ist nicht bekannt, es gibt dazu keine Infos oder Reparaturmethoden. Von einem Teflonband wissen wir nichts.“ Nach weiteren Recherchen in Internetforen findet sich ein Praxistipp, der Versuch wird gewagt: Ein mit Wasser verdünnter Waschmaschinen-Weichspüler soll großzügig auf die Türdichtungen aufgetragen und einmassiert werden. Zusätzlich sollen die Türrahmen penibel gereinigt und ebenfalls mit dem Wasser-Weichspüler-Gemisch benetzt werden. Gelesen, getan, und siehe da: Das Knistern und Knarzen ist komplett weg. Seit fast einem Jahr. Die Aufklärung laut Foren: Die Türdichtungen neigen zum Aushärten durch Wasser- und Staubeinwirkung, der Weichspüler macht sie wieder geschmeidig. Übrigens: Spezielle Gummidichtungspflegemittel, die den gleichen Effekt haben sollen, haben nicht gewirkt.

Fall 3: Der Geist mit der Flöte

KFZ Wirtschaft Redakteur Peter Seipel fährt einen BMW 3er Compact aus 1994 mit aktuell 90.000 Kilometern auf dem Tacho. Vor drei Jahren wird das schmucke Coupé mit nur 70.000 Kilometern auf dem Tacho zu einem lächerlich geringen Preis auf Willhaben angeboten. Der Vorbesitzer ist von einem lauten Pfeifen aus dem Motorraum so genervt, dass er den Wagen schnell loswerden möchte. Der Motor läuft rund, die Leistung passt, nur ab etwa 2000 Touren hebt ein schriller Pfeifton an, der erst ab 4000 Touren vom Motorengeräusch überdeckt wird. Ich schließe den Handel ab und suche die Werkstatt von BMW-Spezialist Norbert Kornberger in der Wiener Speisingerstraße auf. Der Fachmann sieht auf den ersten Blick den altersbedingt ramponierten Keilriemen und tauscht diesen mitsamt den ebenfalls vom Zahn der Zeit angenagten Spannrollen aus. Die Investition lohnt sich zwar im Hinblick auf die Motorlebensdauer, doch als ich vom Werkstatthof fahre, ertönt noch auf der Speisingerstraße wieder jenes unerträgliche, das Fahrvergnügen verderbende Pfeifen. Kehrt gemacht und zurück zu Kornberger, doch der Fachmann ist vorerst ratlos. Am nächsten Tag ruft er mich an, der Fall sei gelöst, ich könne das Auto abholen. Mit detektivischem Spürsinn und Ausdauer hat er die simple Ursache gefunden: Das Kunststoffgehäuse des Motorlüfters hatte sich leicht verzogen sodass am Rahmen ein kleiner Spalt entstanden war. „Als würde dort im Luftstrom ein Geist mit einer Flöte sitzen“, zieht Kornberger einen poetischen Vergleich. Mit einem Kabelbinder schließt er den Spalt, und das Pfeifen ist Geschichte. 

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