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Rallye-Weiz-Sieger Simon Wagner hat im Skoda Fabia Rally2 sowohl im Trockenen als auch im Regen kaum Fehler gemacht.

Wagner-Festspiele im Regen von Weiz

19.08.2021

Bei seinem ersten Allrad-Start in Weiz holte der Oberösterreicher Simon Wagner den Sieg im zweiten Rallye-StaatsmeisterschaftsIauf.  

Premieren-Charakter hatte die heurige Ausgabe der Rallye Weiz. Nachdem der oststeirische Motorsportklassiker im letzten Jahr wegen Corona nicht zur Austragung kommen konnte, erfolgte diesmal ein glamouröses Wiedersehen. Unter  Einhaltung sämtlicher gesundheitsbehördlicher Covid-Vorgaben war erstmals nach fast eineinhalb Jahren wieder einmal ein Staatsmeisterschaftslauf mit Publikum möglich. Und dieses nahm die Möglichkeit ebenso dankbar wie aber auch verantwortungsbewusst wahr. Zum anderen sorgte die Rallye Weiz 2021 mit einer Weltpremiere auch für internationales Aufsehen. Rekord-Staatsmeister Raimund Baumschlager suchte erstmals mit einem voll elektrisch angetriebenen Boliden gegen die herkömmlichen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor den sportlichen Vergleich über eine volle Rallyedistanz. 

Veranstalter war wieder der Rallye Club Steiermark mit seinem gesamten Funktionärsstab. Neben der österreichischen Meisterschaft kamen auch wie schon 2019 die FIA European Historic Rally Championship (EHRC), also die offizielle Europameisterschaft für Historische Fahrzeuge, sowie die European Rally Trophy (ERT) zur Austragung. 

Wechselhafte Bedingungen

Nicht neu, aber wieder umso erfolgreicher war die von der „Jungen Stadt Weiz“ organisierte Opening Party in der Europa-Allee mitten in der City. Zahlreiche Motorsportfans nutzten dabei mit großer Begeisterung die Gelegenheit, mit den Rallye-Assen zu plaudern, deren Autos aus nächster Nähe zu bewundern, Autogramme zu sammeln, Selfies fürs private Fotoarchiv zu schießen oder einfach nur wieder einmal Rallye-Feeling von der ersten Minute an zu genießen. „Das war neuerlich ein unglaubliches Bekenntnis der hiesigen Bevölkerung zur Rallye Weiz“, freute sich OK-Boss Mario Klammer über den riesigen Zuspruch.

Bei schon traditionell wechselhaften Bedingungen (Freitag Sonne, Samstag Regen) wurde dem Fanansturm auf die Wertungsprüfungen dann Rallyesport der Extraklasse geboten. Mario Klammer: „Ich möchte mich bei den vielen Fans bedanken, dass sie die Rallye Weiz erstens neuerlich zu einem echten Fest gemacht haben und sich zweitens wirklich sehr vorbildlich an die Auflagen laut unserem Covid-Konzept gehalten haben. Bedanken möchte ich mich auch bei unseren Sponsoren, den vielen Helfern aus den Bereichen Feuerwehr, Polizei und Rettung. Den zehn Anrainergemeinden, der Stadt Weiz sowie unserem eigenen Funktionärsstab, der unermüdlich schon vor der Rallye und während der Veranstaltung sowieso im Einsatz war, möchte ich ebenfalls ein riesiges Dankeschön sagen.“

Spektakulärer Beginn

Die Rallye Weiz 2021 begann auf spektakulärste Art. Kris Rosenberger zertrümmerte seinen Skoda Fabia gleich zum Auftakt mittels Vierfach-Überschlag, entstieg dem Wrack mit Copilot Sigi Schwarz jedoch gottlob unverletzt. Den nächsten Höhepunkt setzte Ex-Staatsmeister Hermann Neubauer mit einem Crash im Rundkurs von Anger, bei dem er sich die Schulter aus- und sich selbst aus jenem Bewerb kegelte, den er bislang drei Mal gewonnen hatte.

Ein Zwischenfall mit Folgen, denn damit war der Weg für Simon Wagners Sieg praktisch bereits geebnet. Der 28-jährige Oberösterreicher mit EM-Erfahrung gilt heuer als Neubauers härtester Widersacher um den ORM-Titel und bewies in Weiz, warum dies so ist. Seelenruhig und hochkonzentriert schiffte er seinen Skoda Fabia Rally2 durch den samstägigen Starkregen und ließ seinen ersten Verfolger, den jungen Tschechen Erik Cais, zwar Talent beweisen, aber trotzdem nicht an sich rankommen. Letztendlich trennten die beiden 32,7 Sekunden.

Rallye-Weiz-Sieger Simon Wagner: „Das ist nach den Turbulenzen zuletzt im Schneebergland ein super Sieg für mich. Ich habe sowohl im Trockenen als auch heute im Regen kaum Fehler gemacht. Erik Cais ist ein sehr schneller junger Mann, der in der Europameisterschaft ganz vorne ist und demnächst in Rom fährt. Ihn auf Distanz zu halten, war nicht so leicht. Das hier sind ganz, ganz wichtige Punkte für die Meisterschaft. Ich bin sehr glücklich.“ 

Den dritten Platz holte nach einem starken zweiten Tag der, auf den vielleicht die meisten Augen (und Ohren) gerichtet waren. Raimund Baumschlager beendete den weltweit ersten  Vergleich eines vollkommen elektrisch angetriebenen Boliden mit Benzinern über eine komplette Rallyedistanz auf dem Podium und übertraf damit seine eigenen Erwartungen. „Das ist ein unglaubliches Ergebnis für mich. Weltweit zum ersten Mal eine komplette  Rallye mit einem elektrisch angetriebenen Auto zu bestreiten und dann noch am Podium zu stehen, da finde ich fast keine Worte. Momentan sehe ich nur Positives. Das war ein super Job von allen rund um uns. Von der AMF, die ein faires Reglement gefunden hat, angefangen bis zu meinem Team. Vielen Dank an die Ingenieure von Kreisel für die tolle Arbeit.“

Hochzufrieden konnte auch der Oberösterreicher Johannes Keferböck mit seiner Performance sein. Er lieferte sich ein zweitägiges, packendes Match um Rang vier mit dem steirischen Skoda-Kollegen  Günther Knobloch. Und gewann dieses letztendlich um den Hauch von 2,9 Sekunden.

Das ewig junge Duell

Das ewig junge Duell um den besten Skoda-S2000-Piloten entschied diesmal der Weizer Stefan Fritz für sich. Sein Birkfelder Freund Gernot Zeiringer hatte dabei um über eine Minute das Nachsehen.

Auch in der 2WD-Wertung gab es lange Zeit klare Verhältnisse. Der Steirer Roland Stengg im Opel Corsa Rally4 warf auf dem Rundkurs in Naas auf SP 11 seine Chance jedoch weg. Ein Ausrutscher kostete zwei Minuten und auch den möglichen Sieg. Profiteur davon war der Tscheche David Stefan (Peugeot 208). Er kam insgesamt um 23,3 Sekunden schneller ins Ziel als der Steirer Michael Röck, der ebenso einen Opel Corsa Rally4 aus dem Hause Stengg pilotierte. Platz drei ging an Christoph Lieb (Opel Adam)

ORM Junior: Die Wertung der besten Nachwuchspiloten ging an das steirische Trio Michael Röck, Christoph Lieb (beide Opel) und Fabian Zeiringer (Peugeot).

Im Österreichischen Rallye Cup (ORC) gewann der niederösterreichische Mitsubishi-Pilot Martin Kalteis vor dem Oberösterreicher Michael Lengauer (Subaru) und dem Niederösterreicher Gerald Bachler (Subaru).

Der Weiz-Sieger im Österreichischen Rallye Cup 2000 (ORC 2000) ist Peter Klamminger (VW Golf) aus der Steiermark vor Luca Pröglhöf (NÖ/Ford Fiesta) und Manfred König (ST/Honda Civic).

Da sämtliche Weiz-Teilnehmer an der Historischen Europameisterschaft auch zur Österreichischen Historischen Staatsmeisterschaft zählen und dort auch punkteberechtigt sind, gilt das ganz unten stehende Zwischenergebnis der EHCR auch für die HRM.

Im österreichischen Historischen Cup (HRC) ging der Sieg wie in der HRM an den Spanier Daniel Alonso Villaron (Ford Sierra). Der Tiroler Alfons Nothdurfter ((Ford Sierra) und der Steirer Mathias Hass (BMW) folgen sauf den Plätzen zwei und drei.

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